wwoofing-Jedes Ende ist ein Anfang
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1. November-…? Adieu Freiheit, welcome wwoofing?-Jedes Ende ist ein Anfang

Schon wieder haben Tobi und ich am Strand Fontane bianche unser Zelt aufgeschlagen und schon wieder werden wir von einem fantastischen Sonnenaufgang geweckt. Es ist fast zu schön hier, um sich Gedanken zu machen, wohin es heute noch gehen könnte.

Als das traumhafte Farbenspiel schließlich zu Ende ist, raffen wir uns auf und beginnen unser Zeug zusammenzupacken. Motivation ist aber nicht einen neuen Ort zu erkunden, sondern -wie so oft- unser knurrender Magen.

Das Problem: Da Tobi und ich schon mal hier gewesen sind, können wir schlecht ein zweites Mal dieselben Geschäfte nach Essen vom vorigen Tag fragen. Auf Google Maps suchen wir deshalb nach andere Läden; auch wenn das bedeutet einiges an Strecke zurückzulegen.

Eine andere Möglichkeit haben wir schließlich nicht (oder jedenfalls fällt mir keine ein)…

adieu spiaggia fontane bianche; welcome wwoofing
Adieu!

Die Ära des Wwoofings beginnt?

So gegen Mittagszeit haben Tobi und ich es schließlich geschafft: Mit gut gefülltem Magen sitzen wir auf dem Rathausplatz von Cassibile, im Versuch durch den Schatten der Häuser ein wenig Abkühlung zu bekommen.

Die Entspannung hält allerdings nur kurz an…

„Verdammt! Tobi, ich glaube wir haben den Anruf von Vanni verpasst! Agata und Luigi haben doch gestern gesagt er würde uns die nächsten Tage anrufen und wegen der Arbeit auf seinem Grundstück Bescheid geben…“, sage ich besorgt zu Tobi während ich auf mein Smartphone starre.

„Lass mal sehen!“, fordert er auf und meint nach einem prüfenden Blick: „Nun, wenn das so ist, dann lass uns doch zurückrufen.“

Gesagt getan.
Voller Aufregung lauschen Tobi und ich dem lauten „Tuuut!….Tuuut!“ während des Rufaufbaus. Bei jedem weiteren „Tuuut!“ steigt unsere Aufregung. Ob Vanni wirklich einen Platz für Tobi und mich freihat? Oder müssen wir den Winter in diesem ultrakleinen provisorischen Zelt verbringen? Hoffentlich nicht…

Noch während ich mir ausmale, wie Tobi und ich eingequetscht in dem 1,30m breiten (ähh schmalen) Zelt uns gegenseitig die Nacht versauen (ja man merkt wirklich jede Bewegung, die der andere macht; das sich Herumwälzen fühlt sich jedes Mal wie ein Erdbeben an), ertönt am anderen Ende der Leitung ein lautes: „Ciaooo! (Hallo!)“

Mir rutscht fast das Herz in die Hose, wieder einmal stelle ich fest, wie wenig ich es mag zu telefonieren. Jedoch gibt es einige Fragen bezüglich des Wwoofings zu klären, also versuch ich mich zusammenzureißen. Bringt ja sonst nichts.

Nach längerem gegenseitigem Ausfragen und Abklären, ob unsere Vorstellungen wirklich dieselben sind, steht es schließlich fest: Tobi und ich werden tatsächlich schon morgen(!) zu Vanni auf das Grundstück kommen!

Nach dem Telefonat geht es so richtig los: Bereits jetzt malen wir uns aus wie es wohl werden wird, wie Vanni im Real Life drauf ist, was unsere Aufgaben sein werden und wie es uns gefallen wird. Es ist fast nicht zu glauben, dass heute die letzte Nacht im Zelt sein wird, das letzte Mal, wo wir einfach das machen, wonach uns ist.

Oder wer weiß: Vielleicht sind Tobi und ich ja wieder schneller auf Reisen, als wir uns vorstellen können? Vielleicht ist wwoofing doch nicht das, was wir uns davon versprechen und schon bald brechen wir wieder auf mit dem starken Wunsch nach Freiheit?

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