Ausblick auf die Cala Bianca
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16. September: Die atemberaubende Schönheit der Cala Bianca

WOW! Wow! Wow!

Die spiaggia Pozzallo
Wie gestern versprochen: Das Foto der Spiaggia Pozzallo
Unser Schlafplatz in einer Höhle bei der spiaggia Pozzallo
Über Nacht sind wir fast zu Höhlenmenschen geworden xD

Morgens bei einer Bucht mit dem sanften Rauschen des Meeres aufzuwachen, ist schon Luxus. Tobi und ich wollen aber nicht zu lange in diesem Genuss verweilen: Unser Plan ist es bei der nächsten Bucht zu sein bevor die ganzen Besucher kommen.

Wir machen uns also bereit für den Marsch; hoffentlich wird es nicht so anstrengend wie gestern…

Einfach traumhaft

Glücklicherweise ist dem nicht so: Relativ bald erstreckt sich vor uns in aller Pracht die Cala Bianca. Sie ist sogar noch schöner als ich es erwartet hätte! Kein Wunder, dass die Bucht schon 2x zum schönsten Strand auserwählt wurde…

Die spiaggia Cala Bianca
Diese Farben ❤

Das türkise, kristallklare Wasser bildet einen klaren Kontrast zum weißen Kieselstrand. Zusammen mit den wilden Felsformationen und den Höhlen möchte man hier ewig verweilen. Und das Beste am Ganzen: Tobi und ich haben es tatsächlich geschafft ganz alleine hier zu sein!

Die bunte unterirdische Welt der Cala Bianca

Natürlich schnappen wir sofort unsere Taucherbrillen, um auch die unterirdische Schönheit zu erkunden. Und diese ist nicht weniger beeindruckend als das, was wir gerade oberhalb fasziniert betrachtet haben.

Wir sind ja schon ein paar Mal auf dieser Reise schnorcheln gewesen, aber nichts schlägt die Vielfalt hier. Ich kann gar nicht die ganzen vielen unterschiedlichen Meeresbewohner zählen; so viele sind es. Blau schimmernde, bunt leuchtende, grau getarnte, gestreifte Fische in allen Formen und Längen schwimmen unter mir.

Ich könnte ewig zuschauen, aber weil Tobi und ich so früh am Morgen hierher gekommen sind, ist das Wasser dementsprechend kalt. Die Sonne hatte leider noch keine Chance ihre Kraft zu zeigen und es aufzuwärmen.

Als ich wieder an Land gehe, fühlt es sich wirklich so an als hätte ich eine Traumwelt verlassen: die bunte unterirdische Welt der Cala Bianca.

Aus mit der Ruhe…

Cala Bianca Cilento
Die einzige Möglichkeit ein Foto ohne Menschen zu bekommen

Leider dauert es dann auch nicht lange bis die ersten Besucher kommen. Doch diese sind nicht die einzigen, die die Ruhe stören. Wie wir schließlich mitbekommen, werden auch Bootstouren angeboten.

Immer wieder tuckert eins vorbei, was man auf keinen Fall verpassen kann: Eindringlich verkündet der Touristenführer seine Infos per Megafon, sodass man sie wohl auch im Tiefschlaf mitbekommen hätte.

Doch das ist nicht mal das Schlimmste: Die Boote hinterlassen auf dem Wasser einen ekligen Film; glasklares Wasser ade….

Tobi und ich sind uns einig: Der Dreck in Kombination mit dem Lärm hat die Atmosphäre der malerischen Bucht zerstört. Wir sind froh, dass wir heute Morgen ein anderes Bild kennenlernen durften und beschließen zu gehen.

Wir wollen aber nicht mit leerem Magen die ganze Steigung hochschinden. Also geht’s zum einzigen Imbiss hier in der Nähe. Viel Hoffnung habe ich aber nicht als Tobi und ich freundlich nach etwas Essbares fragen.

Doch ich werde tatsächlich eines Besseren belehrt: Wir bekommen ein großes belegtes Brot und ausreichend Wasser. Jummy!

Tobi und ich sind wohl die Attraktion

Nach dem gleich beschwerlichen Rück- wie Hinweg, geht es für Tobi und mich weiter Richtung Lentiscosa. In der kleinen Ortschaft sind wir DIE Attraktion für die Einheimischen. Ihre Blicke verfolgen uns auf Schritt und Tritt als ob wir Außerirdische wären.

Am Beginn steuern wir die falsche Richtung an; das scheint ihre Aufmerksamkeit geweckt zu haben. Kaum gehen wir denselben Weg zurück, wird schon wieder getuschelt. Ich möchte gar nicht wissen was sie über uns zu sagen haben; typisch Dorfleben.


Es scheint wirklich ein verschlafenes Örtchen zu sein, denn es dauert ewig bis jemand bei unseren Trampversuchen anhält. Schließlich schaffen Tobi und ich es per Anhalter nach Scario zu kommen. Es ist ein Pärchen: Sie aus Argentinien, er von hier.

Und welch Wunder: Beide sind schon viel gereist. Mich erstaunt es deshalb nicht mehr, weil beim Autostoppen nahezu immer Menschen angehalten haben, die selbst viel von der Welt gesehen haben. Scheint damit zusammenzuhängen, dass Reisen viel offener und vertrauensvoller macht.

Die zwei drücken uns beim Aussteigen noch eine Tüte mit Kekse, Salat und Brot in die Hand. Voll lieb 🙂

Wir werden beobachtet…

Dass bereits Mitte September ist, spiegelt sich auch in dem Nicht-Vorhandensein von Touristen wieder. Alle Strandbäder sind geschlossen, der Strand selbst ist menschenleer. Tobi und ich finden deshalb relativ schnell unseren Schlafplatz neben einem der verschlossenen Bäder.

Die Wasserstelle in der Nähe scheint wie gerufen zu kommen. Während Tobi mit den Flaschen seine „Ration“ fürs Duschen holt, sehe ich einen Mann immer wieder auf der Straße oberhalb unseres Schlafplatzes vorbeigehen.

„Was will der denn? Warum lungert er genau bei unseren Schlafplatz herum?“, schießt es mir sofort durch den Kopf. Mein Verstand malt sich die wildesten Szenarien aus, bis der Mann tatsächlich Anstalten macht ein Gespräch zu beginnen.

Wie sich herausstellt, war meine Angst und die voreilige Beurteilung komplett unberechtigt: Vito -so der Name des Typs- ist mega freundlich und lädt Tobi und mich sogar auf einen Kaffee ein. Weil er von unserer Duschmethode mitbekommen hat und es laut ihm viel zu kühl für eine kalte Dusche ist, besteht er darauf, dass wir etwas Warmes trinken.

Wir quatschen noch eine Weile mit ihm über unsere Reise und sein Leben und mich rührt es immer mehr, dass ein Mensch mit so wenig Geld wie er uns einlädt. Da sich aber Tobi und mein Hab und Gut noch unbeaufsichtigt am Strand befindet, verabschieden wir uns nach einer Weile und kehren zum Schlafplatz zurück.

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