Auf der Stra├če schlafen in Fiumedinisi
Kommentare 0

29./30. September: Abenteuerlich unterwegs-Auf der Stra├če schlafen…

Da Tobi und ich die Bef├╝rchtung haben, dass der Typ von gestern trotz unserer Absage doch noch auftaucht, packen wir fr├╝hmorgens schnell alles zusammen und hauen ab. Er hat uns ja schlie├člich hierhergef├╝hrt und wei├č demnach wo er uns finden w├╝rde.

Unser staubtrockener Mund erinnert uns aber daran, dass wir uns besser auf die Suche nach Wasser machen sollten, anstatt noch l├Ąnger ├╝ber den Typen nachzudenken. Nachdem dieser Versuch gestern kl├Ąglich gescheitert ist, versuchen wir unser Gl├╝ck also auf’s Neue.

Nach mehrfachem Nachfragen und einigem Hin- Herlaufen habe ich kein Bock mehr: Verflixt noch mal! Wo versteckt sich dieser doofe Trinkbrunnen?! Laut Beschreibung sollte er doch maximal 100 Meter von unserem Schlafplatz entfernt sein…

Als wir ihn schlie├člich fast direkt neben unserem Nachtlager finden, f├╝hle ich mich fast ein wenig ver├Ąppelt: Haben Tobi und ich uns wirklich die ganze Zeit daneben befunden und w├Ąren fast umsonst verdurstet?!

Definitiv einen Besuch wert

Nachdem wir endlich unsere W├Ąsche in eine der viel zu teuren M├╝nzwaschmaschinen gestopft haben, machen Tobi und ich uns auf zu Messina’s wahrscheinlich bekanntester Attraktion: Das Glockenspiel.

Um 12 Uhr soll uns dort ein ganz besonderes Spektakel erwarten. Je n├Ąher wir uns uhrzeittechnisch dorthin bewegen, umso voller wird der Domplatz: Nicht nur wir scheinen interessiert zu sein an der ganz speziellen Attraktion; unz├Ąhlige Touristen zieht es wie ein Magnet hierher.

Gong! Gong! Gong!

Glockenturm mit Glockenspiel in Messina
Glockenturm von Messina

Als sich die oberste Figur in Bewegung setzt, sp├╝rt man die Spannung aller Anwesender. Alle Augen sind auf den L├Âwen gerichtet, der nun mit einem lauten ÔÇ×Roaarrr!!!ÔÇť das Glockenspiel einleitet.

Einige Minuten sp├Ąter ert├Ânt schlie├člich das ÔÇ×KikerikiÔÇť des Hahnes begleitet von dem Drehen seines Kopfes. Gespannt beobachten Tobi und ich, wie allm├Ąhlich eine Statue nach der anderen zum Leben erwacht und uns jeweils einen anderen Teil der historischen bzw. religi├Âsen Ereignisse im Bezug zu Messina pr├Ąsentiert.

Nach 12 Minuten ist schlie├člich der Spuk vorbei: So schnell wie die Leute gekommen sind, so schnell verschwinden sie auch wieder.

Obwohl auch Tobi und ich ziemlich bald wieder abhauen, bin ich echt froh hierher gekommen zu sein und w├╝rde das Glockenspiel definitiv ein zweites Mal anschauen.
Falls du also mal in Messina sein solltest: 12 Uhr beim Domplatz!

30. September: Der Beginn eines neuen Abenteuers

Nachdem Tobi und ich gestern mit dem Zug ein paar Haltestellen au├čerhalb von Messina gefahren sind, k├Ânnen wir heute ganz gem├╝tlich unsere Sachen zusammenpacken. Die Ortschaft ist hier n├Ąmlich so klein, dass sich bestimmt keine Einheimischen durch unser Nachtlager am Strand gest├Ârt f├╝hlen.

Obwohl: Gestern haben wir schon einige verwirrte Blicke geerntet, als Tobi und ich unsere nasse W├Ąsche einfach zwischen den Booten aufgeh├Ąngt haben xD Aber dass wir die Aufmerksamkeit auf uns ziehen, ist uns eh nichts Neues.

Wir besprechen noch einmal unseren Plan (ja wir haben tats├Ąchlich zwischendurch mal einen) und brechen auf zum Trampen. Wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen, landen wir noch heute in Fiumedinisi, einer ├Ąu├čerst kleinen Ortschaft mit gerade mal 1.400 Einwohnern.

Uns interessieren aber gar nicht die Leute; viel mehr geht es uns um den dort angrenzenden Nationalpark. Tobi und ich haben uns in letzter Zeit n├Ąmlich doch ziemlich viel in dicht besiedelten Orten aufgehalten und haben jetzt Lust auf Natur pur. ÔÇ×Eine Woche back to the rootsÔÇť ist sozusagen unser Motto.

Na, das ist ja schon mal ein guter Start

Mit einer ├Ąu├čerst sympathischen und charismatischen jungen Frau meines Alters schaffen wir es -nach einer Stunde Daumen rausstrecken- unserem Ziel ein St├╝ck n├Ąher zu kommen. Die letzten 7km m├╝ssen Tobi und ich aber zu Fu├č zur├╝cklegen: ÔÇ×Ein bisschen Bewegung muss auch seinÔÇť versuche ich es mir sch├Ânzureden.

Die folgenden 1┬Ż┬áStunden Fu├čmarsch entpuppen sich dann aber tats├Ąchlich als sehenswert: Nach einiger Zeit schl├Ąngelt sich der Weg durch gr├╝n bewachsene H├╝gel gemischt mit tiefen Schluchten; der Ausblick reicht teilweise bis weit ins Tal hinein.

Einzig der ausgetrocknete Flusslauf zu unserer Rechten macht wir ein wenig Sorgen. Tobi und ich haben uns n├Ąmlich f├╝r den Nationalpark in dieser Region entschieden, weil Wasser nat├╝rlich unerl├Ąsslich ist f├╝r eine Woche wildcampen. Zum Gl├╝ck bewegen wir uns aber zur Quelle hin und nicht weg; also hei├čt es hoffen, dass sich das Bild noch ├Ąndert.

Auf der Stra├če schlafen?

Wie bereits erwartet gibt es in der Ortschaft nichts zu sehen; die Attraktion sind wahrscheinlich eher Tobi und ich. Da der Marsch schlussendlich doch l├Ąnger gedauert hat als angeschrieben, sind wir m├╝de und machen uns schon auf die Suche nach einem Schlafplatz.

Im Zentrum ist es uns zu riskant entdeckt und verjagt zu werden, deshalb kommt die Stra├čenabsperrung ein wenig au├čerhalb gut gelegen: Hier wird uns keiner st├Âren. Auf dem Schild nehmen Tobi und ich kurz etwas von Steinschlaggefahr wahr; aber so wirklich bewusst ist uns nicht, was wir da vorhaben.*

*ich hoffe das hier wird nie meine Mutter lesen. Sie w├Ąre wahrscheinlich krank vor Sorgen…

Ich denke mir nur: Da die Durchfahrt ja gesperrt ist, macht es auch nichts, dass wir mit unseren Schlafs├Ącken ein wenig in der Stra├če liegen.

Wir werden sehen…

Auf der Stra├če schlafen in Fiumedinisi
Das erste Mal so richtig auf der Stra├če schlafen… Und hier ist die Unterlage noch ÔÇ×eingeklapptÔÇť

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort