Die Aussicht von Tivoli bei Rom
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5./6. August: Lernen wir nie aus unseren Fehlern?

Im Vergleich zu gestern war das heutige Aufwachen ein Traum! Frühmorgens ist zwar schon ein Passant an uns vorbeigegangen und hat uns komisch gemustert, aber mir egal. Weil ich sowieso wach bin und Tobi noch weiterschlafen will, nehme ich die Brombeerhecke neben uns unter Beschlag. Somit ist das Frühstück auch schon abgehakt.

Wie man Strom schnorrt xD

Unser erstes Ziel ist eine Bibliothek, wo wir unsere elektronischen Geräte aufladen wollen. Das sollte hier in Rom eigentlich kein Problem sein, weil es einige Bibliotheken gibt. Aber alle in unserer Nähe haben geschlossen.

Da wir nicht große Lust haben lange umher zu laufen, sind wir ausnahmsweise erfreut das (Achtung jetzt kommt eine Alliteration!) große, geschwungene, gelbe M auf der anderen Straßenseite zu sehen.

Ausnahmsweise aus dem Grund, weil ich grundsätzlich nichts von diesem Plastikessen und der Philosophie des Riesenkonzerns halte. Umso paradoxer ist es, genau hier unsere Handys aufzuladen.

Damit die Mitarbeiter uns Nicht-Konsumenten nicht rauschmeißen, hole ich mir einfach eine schmutzige Tasse von der Ablage und tu so als hätten wir was getrunken xD Zur Mittagszeit füllt sich das Lokal; also machen wir für diejenigen Platz, die wirklich was essen möchten. Tobi und ich konnten jetzt eh einige Stunden Strom schnorren 🙂

Einfach nur SEIN

Weil wir beide Bock auf einen gemütlichen Tag haben und nicht schon wieder durch die ganzen Touristenmassen laufen wollen, spazieren wir zurück zum Park. Für die meisten wäre das wohl ein langweiliger Tag gewesen. Ich muss sagen, es ist super angenehm, einfach mal keiner speziellen Aktivität nachzugehen, NUR ZU SEIN.

6. August: Wir lernen eindeutig nicht aus unseren Fehlern

Whoop, whoop! Heute geht’s raus aus Rom! Ich finde die Stadt mit ihren architektonischen Meisterwerken ja echt toll, aber meine Energie ist bei den ganzen Leuten und dem Lärm sehr schnell alle. Deshalb freue ich mich total, wieder mehr in ländlichen Gebieten unterwegs zu sein 🙂

Bis jetzt ist es immer ein bisschen schwierig gewesen, in einer Stadt eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Deshalb wollen wir heute mit dem Zug von Rom rausfahren. Natürlich nur ein Stückchen! Wir wollen ja das Risiko kontrolliert zu werden, so gering wie möglich halten.

Wir wähnen uns bereits in Sicherheit, doch kurz vor der Haltestelle, wo wir raus wollen, kommt der Kontrolleur. Ganz panisch befehle ich Tobi: „Geh so schnell und unauffällig wie möglich aufs Klo!“ Ich habe nämlich ein Ticket, mit dem ich mit allen italienischen Regionalzügen gratis fahren kann.

Weil ich wahrscheinlich viel zu nervös bin, merkt der Kontrolleur sofort, dass etwas nicht stimmt. Er bleibt im Wagon und wartet anscheinend bis Tobi wiederkommt.

Ich hoffe indessen nur, dass dieser wirklich bei dieser Haltestelle aussteigt und nicht zu früh vom Klogang zurückkommt. Sein Rucksack ist noch hier bei mir; ich kann ihm also nicht mal eine SMS mit Anweisungen schicken.

Ich habe keinen Plan, wie ich es schaffe meinen und Tobis Rucksack aus dem Zug zu bekommen. Der Zug wird bereits langsamer; wie ein Packesel schnalle ich mir vorne und hinten einen um. Sehen kann ich zwar nichts mehr, aber irgendwie bringe ich es zu Stande rechtzeitig zum Ausgang zu gelangen.

Im Wartesaal blicke ich mich schließlich nach Tobi um. Dieser wartet schon und muss lachen als er mich so voll beladen sieht. Für mich war es weniger lustig. Ich habe das Gefühl, dass wir nie aus unseren Fehlern lernen… Oder gehören solche Erlebnisse einfach zu unserem Abenteuer dazu?

Es gibt so freundliche Menschen

Mit dem Trampen klappt es heute nicht so, also bleiben wir hier in Tivoli Terme. Wir suchen uns einen Park und versuchen schon ganz unauffällig einen guten Schlafplatz auszuchecken.

Nach einiger Zeit kommen wir aber ins Gespräch mit dem Besitzer des Parks. Dieser bietet uns von sich aus an, dass wir hier schlafen können. Er bringt uns sogar noch ein Mittel gegen die Stechmücken, die jetzt wieder voll auf Jagd sind.

Unser Abendessen bekommen wir von dem Imbiss gegenüber vom Park. Die Besitzerin gibt uns eine ganze Tüte voll mit Suppli. Ohne Scherz: Es sind die besten, die ich jemals gegessen habe! Wir werden von der Frau sogar noch für morgen zum Kaffee eingeladen; ich glaube sie findet unsere Reise ziemlich inspirierend 🙂

Zurück im Park rauchen Tobi und der Parkbesitzer abschließend noch “gutes Zeug“ zusammen; so kann ein Tag doch enden!

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