Mitfahrgelegenheit im LKW
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30. August: Vom LKW aufgegabelt-Eine außergewöhnliche Mitfahrgelegenheit!

Ich schlage meine Augen und sehe… einen Fotografen, der gerade die Kamera auf Tobi und mich hĂ€lt. Mir schießt durch den Kopf: „Was geht denn hier ab?!“ Mein Verstand ist bemĂŒht eine logische ErklĂ€rung zu finden: „Fotografiert uns der Typ, weil wir hier schlafen???“

Dann erst fÀllt mir ein: Ach ja, wir befinden uns ja im archÀologischen Park. Wahrscheinlich will der Mann Fotos von den HÀusern machen, denn er wird begleitet von einem anderen Typ mit einem Vermessungsinstrument.

„Wenn ihr 10 Minuten wartet, bekommt ihr ein Foto ohne uns zwei“, rufe ich den beiden zu. Sie zeigen uns den Daumen nach oben, also heißt es so schnell wie möglich zusammenpacken.
Bevor wir gehen, entschuldigen wir uns nochmals und marschieren dann davon. Was fĂŒr ein hektischer Morgen…

In Morcone bei Ralph

Ralph (der Typ den wir gestern kennengelernt haben) hat gefragt, ob wir Lust haben, heute Vormittag nach Morcone zu kommen. Dort wohnt er, weshalb er uns gerne das Dorf zeigen wĂŒrde. Also machen Tobi und ich uns auf den Weg zu ihm.

Um 10 Uhr haben wir es schließlich geschafft: Durch eine Mitfahrgelegenheit sind wir bis hierher gekommen und stehen jetzt auf der Kreuzung nach Morcone. Nach einem kurzen Telefonat kommt uns Ralph dann auch schon abholen. Doch nicht etwa mit seinem Panda, nein: Er hat sein Motorrad dabei…

Mit Backpack auf dem Motorrad nach Morcone
Armes Motorrad…

Zuerst fĂ€hrt er also Tobi bis zu seinem Auto, danach mich. Es fĂŒhlt sich so an, als wĂŒrde das kleine Motorrad das ganze Gewicht von uns und meinem schweren Rucksack nicht schaffen. Die Fahrt verlĂ€uft also mehr schlecht als recht; das Abenteuerliche passt aber irgendwie gut zur Reise xD

Irgendwann sitzen wir dann doch alle in Ralphs Auto (das bestimmt bei uns keine Zulassung mehr hĂ€tte xD) und können die Erkundungstour durch Morcone starten. Ralph zeigt uns die schönsten PlĂ€tze und erklĂ€rt uns einige geschichtlichen HintergrĂŒnde (z.B. dass das Dorf den Angriffen der Römer am lĂ€ngsten standgehalten hat).

Kaiser Vespasian und sein Vespasian Urinal in Morcone
Auch interessant: Kaiser Vespasian hat hier das gleichnamige Urinal errichten lassen (natĂŒrlich gibt es keine gleichwertige Möglichkeit fĂŒr Frauen…)

Mitfahrgelegenheit im LKW

Am spĂ€ten Nachmittag stehen Tobi und ich auch schon wieder am Straßenrand und strecken unsere Arme mit Daumen nach oben raus. Ein Auto nach dem anderen fĂ€hrt an unserer Nase vorbei, doch wir geben unsere Hoffnung auf eine Mitfahrgelegenheit nicht auf.

Als dann ein LKW hĂ€lt, sind Tobi und ich aber erstaunt: Nimmt er uns mit? Normalerweise dĂŒrfen die Fahrer aus VersicherungsgrĂŒnden nĂ€mlich nur Mitarbeiter derselben Firma mitnehmen. Doch tatsĂ€chlich: Der Fahrer hat das riesenlange Fahrzeug halb auf der Ausweichstelle, halb auf der Straße geparkt und wartet auf uns.

Die Autos dahinter hupen bereits was das Zeug hĂ€lt; als wir versuchen so schnell wie möglich einzusteigen, ertönt auch noch lautstark der Alarm (der Fahrer erklĂ€rt uns spĂ€ter, dass die LKW-TĂŒren immer alarmgesichert sind).

Tobi und ich sind froh als wir dann im Fahrzeug sitzen und auf dem Weg nach Benevento sind. So viel Power unter dem Arsch zu haben und der ganze Freiraum in der Fahrerkabine ist ganz ungewohnt. Ich genieße aber den Ausblick, das GefĂŒhl die Straße mit den ganzen Fahrzeugen von hier oben zu sehen.

Benevento: Das verlassene Kino ist unsere Rettung

Schon wĂ€hrend unserem Rundgang in Benevento fĂ€ngt es an zu regnen. In einer Stadt einen Platz zu finden, um das Tarp aufzustellen, halte ich fĂŒr unrealistisch. Deshalb bin ich schon ganz besorgt, wo wir heute schlafen sollen…


Da am Abend das Wetter leider immer noch nicht besser ist, werden auch meine Bedenken immer grĂ¶ĂŸer. Im Nieselregen marschieren Tobi und ich von einem Ende der Stadt zum anderen; die Gassen rein und wieder raus, weil wir nichts finden können.

Nach zig zurĂŒckgelegten Schritten sticht uns dann aber ein verlassenes Kino ins Auge. Das GebĂ€ude hat am hinteren Teil eine ĂŒberdachte FlĂ€che, die fĂŒr unser Vorhaben geeignet sein mĂŒsste. Es gibt wohl keine andere Möglichkeit als ĂŒber den Zaun zu steigen, der das gesamte Areal umgibt. Die HaupttĂŒre ist nĂ€mlich abgeriegelt und ein anderer Zugang scheint nicht vorhanden zu sein.

Zuerst schwingt Tobi also seine Beine drĂŒber; bei ihm sieht es noch einigermaßen leicht aus. Ich reiche ihm die RucksĂ€cke, dann mache ich mich ans Werk. In meinen Kopf formen sich schon Bilder, wie ich an einer Latte aufgespießt hĂ€nge, aber schließlich schaffe auch ich den Weg rein.

Ein Schwarm StechmĂŒcken ist die erste BegrĂŒĂŸung, die ich wahrnehme. Sofort verkrieche ich mich unter unserem MĂŒckennetz und beginne den Schlafplatz vorzubereiten. Ganz wohl ist mir hier nicht, denn umliegend stehen ĂŒberall HĂ€user, deren Bewohner uns jetzt schon neugierig mustern.

Mal richtig Urlaub machen

Um mich abzulenken und um Klarheit zu schaffen, rufe ich meine Mutter an. Sie hat nÀmlich schon vor ein paar Tagen bestÀtigt, dass sie und meine Geschwister Anfang September Urlaub in Neapel machen wollen. Um die nÀchsten Stopps planen zu können, brauchen Tobi und ich aber jetzt ein genaues Datum wann wir wo sein sollen.

Irgendwie schockiert und freut es mich gleichzeitig, zu hören, dass es schon am 6. September soweit sein wird. Das ist nur mehr eine Woche! In 7 Tagen werde ich also meine Familie wiedersehen und eine Woche lang wieder in einem Bett schlafen 🙂

SchĂŒsse?!!

Mit diesem Gedanken mummle ich mich im Schlafsack ein; doch dann…

…PENG! PENG! PENG!

WTF?! Schießt da gerade jemand? Auf uns? „Ne das kann doch nicht sein“, meldet sich mein Verstand.

„Wirft da jemand Knallkörper zu uns rein?!“ Ich befreie mich aus dem Schlafsack und sehe mich um. Also bis jetzt kann ich nirgendwo welche sehen. Ich begegne Tobis Blick, der auch Verwirrung zeigt.

PENG! PENG!

Aaaah, daher kommen die GerĂ€usche! Tobi und ich mĂŒssen beide lachen, als wir hinter einem der umliegenden HĂ€user ein Feuerwerk sehen. „Mensch, und ich habe mir fast vor Angst in die Hose gemacht!“ xD

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