Ausblick vom Park in Campobasso
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27./28. August: Auf Umwegen nach Campobasso

Das Trampen erweist sich heute als schwierig. Tobi und ich stehen auf einer Landstraße außerhalb von Guglionesi. Wir befinden uns irgendwo im Nirgendwo; die Ruhe, die uns umgibt ist beunruhigend: Kommt hier ĂŒberhaupt mal ein Auto vorbei?

Nach einer Ewigkeit hĂ€lt schließlich ein LKW. Tobi und ich sind ĂŒberrascht, aber freuen uns: Endlich! Doch der Fahrer hat gar keinen Platz uns mitzunehmen…
Er hat angehalten, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir auf der falschen Straße stehen, wenn wir nach Campobasso möchten. Kein Wunder also, dass hier so wenig Leute unterwegs sind…

Gerade noch im letzten Moment…

In der NĂ€he soll es eine Kreuzung geben, die zur richtigen Straße fĂŒhrt. Also schultern Tobi und ich unsere RucksĂ€cke und machen uns bereit loszugehen. Doch wie es das Schicksal so möchte, hĂ€lt genau in dem Moment ein Auto.

Ein Ă€lteres Ehepaar nimmt uns bis zu ihrem Wohnort Montecilfone mit. Schon nach 10 Minuten Fahrt laden sie uns zu sich nach Hause ein. Tobi und ich freuen uns natĂŒrlich; auch wenn es fĂŒr uns Norditaliener ungewöhnlich ist als Fremde eingeladen zu werden.

Hohe Gastfreundlichkeit

Sie machen uns sogar das Angebot mit ihnen zusammen zu Mittag zu essen. Dazu können wir fast nicht nein sagen. In Italien ist es ĂŒblich zuerst einen primo (ersten Gang), dann einen secondo (zweiten Gang) und abschließend ein dolce (Nachtisch) zu servieren.

Teresa und Michele versuchen sich streng an diese Vorgabe zu halten: als Vorspeise erwartet uns ein großer Teller voll extrem leckerer Pastasciutta, beim 2. Gang tischen sie FleischbĂ€llchen auf und abschließend opfern sie eine Melone.

Ich bin immer noch erstaunt ĂŒber ihre Gastfreundlichkeit gegenĂŒber uns eigentlich Fremden. Die beiden bieten uns auch an, dass wir heute hier schlafen, doch Tobi und ich lehnen ab. Das wĂ€re zuviel des Guten 🙂

„Ihr dĂŒrft auf keinen Fall trampen!“

Mit Begeisterung erzÀhlen Teresa und Michele von ihren Kindern, zeigen einmal auf dieses und dann auf jenes Foto an der Wand. Auch sonst entsprechen sie einem typischen Ehepaar: Mal meckert der eine, mal der andere. Man merkt, dass sie schon 53 Jahre verheiratet sind xD

Die Zeit vergeht schnell und als Tobi und ich merken, dass es schon nach 15 Uhr ist, wollen wir aufbrechen. Wir hatten eigentlich vor, von hier weiter zu trampen, doch die beiden lassen das auf keinen Fall zu.

Weil von hier kein Bus nach Campobasso fĂ€hrt, fahren sie uns zurĂŒck nach Termoli. Sie besorgen uns sogar noch das Ticket; so lieb…
NatĂŒrlich machen wir auch mit ihnen ein Abschiedsfoto, tauschen Nummern aus und bedanken uns ganz herzlich. Vielleicht sehen wir ja auch sie ein 2. Mal?

Auf zum höchsten Punkt von Campobasso!

Nach 1œ Stunden kommen Tobi und ich schließlich in Campobasso an. Weil es bald dunkel wird, machen wir uns sofort auf die Suche nach einem Schlafplatz. Auf Google Maps sehen wir einen Park am anderen Ende der Stadt; also steuern wir den an.

Was wir vorher nicht wussten: Er befindet sich am höchsten Punkt von Campobasso. Dementsprechend steil geht es nach oben. Oben angekommen haben wir wieder mal einen megamĂ€ĂŸigen Ausblick: Die Lichter der Stadt machen eine ganz besondere AtmosphĂ€re.

Ausblick vom Park in Campobasso
Leider kommen die Lichter nicht so rĂŒber, wie wir sie in Wirklichkeit gesehen haben

Ich telefoniere vor dem Schlafengehen noch mit meiner Mutter, die eine erstaunliche Nachricht hat: So ca. in 2 Wochen wĂŒrden sie und meine Geschwister nach Neapel kommen und die AmalfikĂŒste anschauen. Ich freue mich total! Ich hĂ€tte nĂ€mlich nicht gedacht, dass sie –wie beim Abschied am Bahnhof angekĂŒndigt– wirklich dort Urlaub machen.

Zur Feier des Tages gönnen Tobi und ich uns abschließend eine Doku (fĂŒr uns ist das ein Highlight, weil wir sonst nie so lange im Internet wegen dem Akkuverbrauch sind 🙂 ). Auch wenn in der NĂ€he von uns ein Konzert stattfindet, schlafe ich doch ziemlich schnell ein.

28. August: Wir gönnen uns

Der Plan fĂŒr heute ist Campobasso zu besichtigen. Die RucksĂ€cke verstecken wir im GestrĂŒpp in der NĂ€he unseres Schlafplatzes. So mĂŒssen wir sie nicht ein 2. Mal die Steigung nach oben schleppen (wir werden nĂ€mlich heute ziemlich sicher wieder hier schlafen).

Campobasso ist zwar eine Stadt mit fast 50.000 Einwohnern, aber das Zentrum ist ĂŒberschaubar. Weil Tobi mal von seinem Traum auf einer Insel zu leben, erzĂ€hlt hat, schlage ich vor in eine Bibliothek zu gehen.

Ich möchte ihm nĂ€mlich gerne Pippi Langstrumpf in TakaTukaLand zeigen, was mich sehr an seinen Traum erinnert. Er hat die Folge noch nie gesehen, deswegen frage ich die Bibliothekarin ob sie die DVD davon haben. Leider haben wir Pech: Sie haben keine Filme von Pippi Langstrumpf 🙁

Eine besonderes Highlight wartet heute trotzdem noch auf uns: Tobi und ich haben nĂ€mlich geplant, heute Abend die maccheroni alla chitarra (ein typisches Nudelgericht der Molise) zu probieren. 12€ haben wir uns als Budget gesetzt; 3€ haben wir dann von „unserer Reisekassa“ noch ĂŒbrig.

Ein typisches Gericht der Molise: Ravioli und pasta alla chitarra
Man muss sich auch mal was gönnen

Weil eine Vorspeise nur 6€ kostet, nehmen Tobi und ich zwei davon. Aber ehrlich gesagt: Ich habe mir mehr erwartet. Gut; bei 12€ fĂŒr zwei Gerichte kann man sich nicht beschweren. Aber die Fischnudeln damals haben weitaus besser geschmeckt.

Eine willkommene Abwechslung ist dieses Abendessen trotzdem 🙂

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