riserva naturale cavagrande
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28. Oktober: Riserva naturale Cavagrande-GefÀhrlich? Wildschweine? Absturzgefahr?

FrĂŒhmorgens von dem sanften Rauschen der Wellen geweckt zu werden hat schon was. Das Kreischen der Möwen ist zu vernehmen; ansonsten herrscht um uns Ruhe. Tobi und ich befinden uns wohl ganz alleine auf dem Strand.

Vorsichtig öffnet Tobi den Reißverschluss vom Zelt; ganz so als wolle er die idyllische Stille nicht zerstören. Als wir endlich nach draußen blicken können, staunen wir nicht schlecht: Ein Farbenspiel vom Feinsten ziert den Himmel. Die Wolken leuchten orange-rot, wĂ€hrend die Sonne nur knapp ĂŒber den Horizont lugt.

So schön der Anblick auch sein mag: Das Zelt heizt sich bei den ersten Sonnenstrahlen sofort auf, sodass Tobi und ich entscheiden aufzustehen und uns fĂŒr den Tag fertig zu machen. Wie jeden Tag schnappen wir unser Zeug, um es zum LĂŒften draußen aufzuhĂ€ngen. Dieses Mal muss die Mauer hinter uns herhalten.

fontane bianche
Nachdem wir alles fein sĂ€uberlich platziert haben, heißt es warten…
Genug Zeit, um die Sonne zu genießen

Damit wir nicht verhungern

Als endlich alles trocken ist, können Tobi und ich es kaum erwarten: Es geht looos! Auf zum Nationalpark Cavagrande! Wir sind schon gespannt welche Abenteuer uns dort wieder erwarten (hoffentlich keine Wildschweine, vor denen sie uns bereits gewarnt haben!).

Zu Fuß machen wir uns auf zur nĂ€chstgrĂ¶ĂŸeren Ortschaft; dort heißt es erstmal sich mit genĂŒgend Essen eindecken. Damit wir aber nicht ganz blöd im GeschĂ€ft dastehen, zĂ€hlen wir zuerst unser restliches Geld. FĂŒr ein bisschen GemĂŒse, Nudeln und Reis sollte es reichen.

Das Problem bei dem Ganzen ist immer: Wie bzw. wo verstauen wir das Zeug? Unsere RucksĂ€cke sehen so schon wie voll behangenen WeihnachtsbĂ€ume aus…„
Na gut, eine TĂŒte mehr oder weniger macht auch keinen Unterschied mehr“ denke ich mir und hĂ€nge mir nach dem Bezahlen den GemĂŒsebeutel an den Backpack.

Nun kann’s aber wirklich losgehen!

Riserva naturale Cavagrande-The magic line

Tobi und ich haben bereits einiges an Strecke zurĂŒckgelegt; wĂ€hrend der kleinen Verschnaufpause schaue ich nach, wieviel vom Weg noch vor uns liegt. „Was?! Noch 2 Stunden?!“, schaue ich unglĂ€ubig zu Tobi. Dieser ist schon dabei wieder seine Trinkflasche im Rucksack zu verstauen, was mir das Ende der Pause signalisiert.

Demotiviert schultere ich meinen Backpack und trabe hinter Tobi her. „Noch fuck*** zwei Stunden“, rufe ich mir nochmals ins GedĂ€chtnis, was meine Laune aber nicht steigen lĂ€sst. „Wie soll ich das bloß schaffen? Ich bin ja jetzt schon fertig“ fĂŒhre ich meine Gedanken fort.

Als hĂ€tte man mich erhöht, hĂ€lt neben uns ein Auto: „Hey, mit den RucksĂ€cken da hoch zu wandern sieht anstrengend aus. Wollt ihr mit uns mitfahren“, ruft ein Mann freundlich aus seinem Auto. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen! Noch bevor Tobi realisiert hat was abgeht, hocke ich mit meinem Backpack auf der RĂŒckbank. Weil der Mann Begleitung hat, setzt sich auch Tobi zu mir nach hinten.

TatsĂ€chlich besteht die ganze Strecke bis zum Eingang des Nationalparks aus Steigung. Was fĂŒr ein GlĂŒck, dass die beiden uns mitgenommen haben!

Am Ende bedanken wir uns ganz herzlich und versuchen die (Ehe?)frau auf dem Beifahrersitz zu beruhigen. Sie ist nĂ€mlich ganz besorgt, dass wir uns hier verlaufen, irgendwo runter fallen und uns niemand findet. Um sie zu beschwichtigen erzĂ€hlen wir ihr von unseren anderen Aufenthalten in Nationalparks. Schließlich haben Tobi und ich ja schon ein wenig Erfahrung sammeln dĂŒrfen 🙂

Das ganze scheint zu klappen; abschließend versprechen wir ihr noch uns strikt an die Wegweisungen zu halten und keine gefĂ€hrlichen Fotospots rauszusuchen. Winkend verabschieden wir uns; schließlich stehen Tobi und ich ganz alleine vor dem Eingang des Nationalparks.

Irgendwie komme ich mir so vor, wie in einem der zahlreichen Kinofilme, wo die Helden gespannt sind welche Zauberwelt sie gleich betreten werden, aber gleichzeitig auch ein wenig Angst -oder sagen wir Respekt- davor haben. Jedenfalls glaube ich die magische Grenze zu spĂŒren, die das Gebiet in einem vor und hinter dem Nationalpark einteilt.

Vielleicht bilde ich mir das Ganze aber auch nur ein; schließlich bleibt das Landschaftsbild ein- und dasselbe; keine BĂ€ume die plötzlich gelb statt grĂŒn sind, keine Elfen oder Trolle, die ihr Unwesen treiben xD

Wir haben es geschafft: Hallo Cavagrande

Nicht nur weil wir dem Versprechen gegenĂŒber der Frau von vorhin Folge leisten wollen, sondern auch weil es sonst tatsĂ€chlich gefĂ€hrlich fĂŒr Tobi und mich werden könnte, folgen wir vorsichtig dem steilen Weg nach unten.

Als wir beide schließlich heil ankommen, bin ich erleichtert: Jetzt kommt der Spaß! Schnell streife ich mir mein Tshirt ĂŒber den Kopf und entledige mich meiner Hose: Nur im Bikini bekleidet springe ich in das kĂŒhle Nass. Huch, das ist ja noch kĂ€lter als ich es mir erwartet habe!

Nach ein paar Schwimmbewegungen merke ich jedoch wie gut mir das eiskalte Wasser tut; nicht nur in Form einer natĂŒrlichen Dusche, sondern auch, weil es echt erfrischend ist. Es belebt wieder all meine Sinne. Perfekt, um die anstrengende Wanderung ausklingen zu lassen.

erfrischendes wasserbecken cavagrande
Ich in einem der erfrischenden Wasserbecken

Bevor wir uns auf die Schlafplatzsuche machen, wollen Tobi und ich noch ein bisschen hier bleiben. Praktischerweise haben wir noch eine TĂŒte von den Brötchen von gestern ĂŒbrig, an die wir uns jetzt zu schaffen machen: Abendessen ☑

Zu unserem GlĂŒck machen sich langsam auch die anderen Besucher auf ihren RĂŒckweg.
Das bedeutet: Wir haben einen ganzen Nationalpark fĂŒr uns alleine!

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