Das Forum Romanum in Rom
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31. Juli-2. August: Das erste Mal in Rom!

Die letzte Nacht musste ich schon fast zelebrieren. Ich denke es wird nĂ€mlich lĂ€nger dauern bis ich wieder so weich gebettet liege und keine StechmĂŒcken mir die Nacht versauen. Aber ich freue mich trotzdem schon darauf jetzt die Reise wieder fortzusetzen.

Dass ich in “Anflug“ bin, habe ich Tobi bereits geschrieben. Er befindet sich schon in Rom, was sich eh gut eignet. Von Brixen fĂ€hrt nĂ€mlich ein Schnellzug bis direkt nach Rom.

Am Bahnhof verabschiede ich mich wieder von meiner Mutter und meiner Schwester. Es fĂŒhlt sich so unreal an schon wieder „TschĂŒss“ zu sagen. Nach einer herzlichen Umarmung steige ich schließlich in den Zug ein und male mir bereits aus wie es wohl in Rom sein wird.

Ich sehe Tobi wieder

Als ich vom Zug aussteige, schlĂ€gt mir die warme Luft entgegen. Ich schaue aufs Handy; Tobi hat noch nicht zurĂŒckgeschrieben, wo genau er am Bahnhof wartet. Also rufe ich ihn an. Obwohl ich ihm bereits im Vorfeld gesagt habe wann der Zug ankommt, dauert es schlussendlich eine Stunde bis er auftaucht!

Sobald ich Tobi erblicke, fĂŒhlt es sich so an als wĂ€re ich nur fĂŒr ein paar Stunden weg gewesen. Ich bin ganz verwundert, dass er keinen Rucksack trĂ€gt. Diesen hat er anscheinend bei seinem Schlafplatz versteckt. Da wir beide keine Lust haben noch durch Rom zu laufen, gehen wir jetzt schon zu dem Park, wo Tobi die letzten NĂ€chte verbracht hat.

Ich bin ganz verwundert: Es handelt sich weniger um eine angelegte GrĂŒnflache. Mich erwartet viel mehr fast schon ein Wald, mitten drin immer wieder Wege, aber alles wirkt natĂŒrlich und unberĂŒhrt. Ich fĂŒhle mich sofort wohl und bin total begeistert von dem heutigen Schlafplatz.

1. August: Hilfe, in meinem Ohr wuselt was!

Um sage und schreibe 3 Uhr schrecke ich hoch. Nicht etwa wegen einem Feuerwerk, nein. Irgendetwas kriecht in meinem Ohr herum! Ganz hysterisch versuche ich dieses Insekt oder was das ist rauszubekommen, aber das GerĂ€usch hört nicht auf. Es ist so widerlich! Als wĂŒrde ein Ohrwurm (haha das Wortspiel) durch mein Trommelfell wollen!

Von diesem GerĂ€usch und dem GefĂŒhl bekomme ich GĂ€nsehaut. Ich wecke Tobi auf; er soll mir ins Ohr leuchten. Nach einer halben Stunde fehllosem Suchen, sagt er: „Du also ich gehe wieder schlafen“. VerĂŒbeln kanns ihm nicht.

An Schlaf ist bei mir aber gar nicht zu denken. Ich bin fest davon ĂŒberzeugt morgen frĂŒh ins Krankenhaus zu gehen, denn wenn wirklich ein Insekt in meinem Ohr festhĂ€ngt, dann möchte ich es so schnell wie möglich weghaben.

Nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit hört das Theater dann wohl doch auf. Die restlichen 2 Stunden gönne ich mir noch ein bisschen Schlaf.

Die Besichtigung geht los

Bereits frĂŒhmorgens starten Tobi und ich los. Wenn wir schon mal in Rom sind, möchten wir auch was davon sehen. Viele SehenswĂŒrdigkeiten sind zum GlĂŒck kostenlos, das Kolosseum schauen wir uns nur von außen an.

Wir versuchen das ganze wie eine kleine Rundtour zu gestalten: Von Ruinen (dessen Name ich nicht mehr weiß) geht es zum Nationaldenkmal fĂŒr Viktor Emanuel II, zur spanischen Treppe und zur Piazza del Popolo.

Das Nationaldenkmal von Viktor Emanuel II
Das Nationaldenkmal fĂŒr Viktor Emanuel II

Obwohl wir uns Zeit lassen, bin ich gegen Nachmittag doch ziemlich fertig. Ist ja auch kein Wunder bei dem wenigen Schlaf von heute Nacht. Nachdem wir herumgegangen sind und unser Abendessen (Pizza!) bekommen haben, fahren wir mit dem Bus zurĂŒck zum Park. „Wird schon kein Kontrolleur kommen“, hoffe ich.

2. August: Knapp der Ticketkontrolle entkommen

Der Petersdom ist ein Muss fĂŒr Besucher von Rom, wĂŒrde ich behaupten. Weil Tobi und ich aber nicht unsere ganze Energie schon fĂŒr den Fußmarsch zur SehenswĂŒrdigkeit verbrauchen wollen, nehmen wir den Bus.

Wir sind fest davon ĂŒberzeugt, dass wir bei einer etwaigen Kontrolle den Kontrolleur schon an der Haltestelle sehen wĂŒrden. WĂ€hrend Tobi und ich quatschen, heißt es dann aber plötzlich: „Biglietti per favore (Tickets bitte)!“

AngsterfĂŒllt blicke ich Tobi an, er schaut zurĂŒck, einer der Kontrolleure (sie sind zu 3.!) kommt zu uns und schaut Tobi an: „Biglietti!“ Tobi entscheidet sich spontan fĂŒr die bitte-in-einer-anderen-Sprache-Schiene: „Deutsch?“

Weil anscheinend noch zwei, drei andere kein oder ein abgelaufenes Ticket hatten, wendet sich der Kontrolleur zuerst jenen zu. Ich bete inbrĂŒnstig, die nĂ€chste Haltestelle möge kommen. “Bitte Ampel, bitte werde grĂŒn!“

Gerade noch im letzten Moment hĂ€lt der Bus an der Haltestelle an, ich bin erleichtert. Doch die TĂŒr hinten geht nicht auf, ich -halb einen Kollaps bekommend- denke mir schon “hoffentlich nicht, weil sie uns drin behalten wollen“. Dann öffnet sich das gute Ding endlich, Tobi und ich springen raus und gehen schnellen Schrittes davon.

Puuuh, das war knapp!

Warum ich den Petersdom nicht als schön bezeichnen kann

Zum ersten Mal besichtige ich den Petersdom in Rom
Ich tu so als wÀre ich religiös

Eine riesige Schlange an Menschen wartet bereits vor dem Petersdom. Voll frech reihen Tobi und ich uns fast ganz vorne ein. Ganz nach dem Motto: Wer wagt, gewinnt. “Hier kennt uns eh keiner“, denke ich mir.

Könnte ich die Ausbeutung durch den Ablasshandel außer Acht lassen, wĂŒrde ich den Petersdom als eins der schönsten GebĂ€ude ansehen. So hat es aber einen negativen Beigeschmack den ganzen Prunk in Form von Gold und kolossalen MarmorsĂ€ulen zu sehen.

FĂŒr das Mittagessen schaffen wir es Pizza, Brioches und zum GlĂŒck noch ein paar FrĂŒchte zu bekommen. Das ganze Fastfood, das wir in den letzten Tagen haben, macht sich in Form meiner nicht vorhandenen Energie bemerkbar. GlĂŒcklicherweise können wir durch die FrĂŒchte die Vitamin- und Energiereserven wieder ein bisschen auffĂŒllen.

Nachdem Tobi und ich ein bisschen Pause in einem der zahlreichen Parks gemacht haben, flankieren wir durch die Straßen. Wir erreichen die Piazza Navona (Tobis Variante wird wohl immer Piazza Novana bleiben xD), wo einige StraßenkĂŒnstler ihr Bestes geben.

Beim Fontana di Trevi (Trevibrunnen) verweilen wir nur kurz, weil es uns viel zu touristisch ist. StÀndig pfeifen irgendwelche Polizisten, damit sich niemand auf den Brunnen setzt. Menschen wuseln hin und her; alle möchten ein Foto mit dem Brunnen im Hintergrund.

Ich beim Trevibrunnen in Rom
Irgendwann habe ich es dann doch geschafft ein Foto zu bekommen ohne den Menschen drumherum

Da der RĂŒckweg doch einiges an Zeit in Anspruch nimmt, schaffen wir es erst um Mitternacht in unsere SchlafsĂ€cke zu schlĂŒpfen. Tobi drĂ€ngt den Bus zu nehmen, doch ich traue mich nach dem heutigen Erlebnis nicht mehr.

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