außergewöhnliche Geburtstagstorte
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20./21. Oktober: Happy Birthday Mäggie! Die etwas außergewöhnliche Geburtstagstorte

Obwohl diese Nacht bei weitem nicht so schlimm war, wie die vor ein paar Tagen, bin ich doch froh als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster scheinen. Ahhh, ein bisschen Wärme! Nun kann der Tag beginnen!

Doch genauso wie sich gestern das Feuer machen im Kamin gesträubt hat, schaffen wir es auch jetzt nicht, draußen ein kleines Lagerfeuer zu entfachen. Es muss also eindeutig am Holz liegen; wahrscheinlich ist es wirklich zu frisch.

Oder sind Mäggie, Tobi und ich doch einfach zu blöd?

Ne das kann nicht sein: In der Hütte finden wir einen Gaskocher und der würde wohl kaum hier sein, könnten die Leute auf offenem Feuer kochen. So versuche ich es mir jedenfalls zu erklären xD

Wie dem auch sei; wichtiger ist jetzt eine warme Mahlzeit im Magen zu haben bevor wir zur nächsten Schutzhütte aufbrechen. Der Weg dahin soll nämlich ein bisschen länger dauern…

Da steht sie vor uns: Die Schutzhütte Santa Maria dell‘ Etna

21. Oktober: Geburtstage müssen gefeiert werden!

Heute ist der Tag der Tage: Mäggie’s Geburtstag steht an! Noch verraten Tobi und ich ihr nicht, was sie heute erwartet; eine kleine Überraschung haben wir nämlich geplant. Dafür müssen wir aber zuerst mal zur Timparossa, der letzten Schutzhütte auf unserem Weg.

Auch wenn wir alle drei müde sind von den letzten Tagen und wegen dem doch nicht so erholsamen Schlaf, ist unsere Stimmung ausgelassen. Immer wieder werden wir von der tollen Aussicht überrascht, während Mäggie, Tobi und ich gemütlich den Weg entlang wandern.

„Hey, schaut mal! Die haben noch Kastanien gefunden!“, ruft Tobi begeistert, als wir an einer Gruppe von Waldarbeitern vorbei gehen. „Ob sie die wirklich von der Umgebung haben? Hier müsste es ja schon viel zu kalt sein, oder?“, gibt Mäggie zu bedenken.

Die Arbeiter merken, dass es um sie geht; damit wir nicht wie unhöfliche Touristen rüberkommen, beschließe ich sie zu fragen: „Wir bewundern gerade eure Ausbeute“, sage ich und zeige dabei auf den Beutel voll Kastanien, „kann man die zu diesen Temperaturen hier noch finden?“

Die 4 Typen wechseln kurz ein paar Worte in ihrem Dialekt, dann wendet sich einer uns zu: „Ja in Milo, von wo wir herkommen, gibt es zig Kastanienbäume. Da siehst du den Boden gar nicht mehr, so viele Kastanien wie dort liegen.“ Mit einer geschickten Bewegung schnappt er sich die Tüte und hält sie uns entgegen: „Wenn ihr wollt könnt ihr sie haben.“

Mäggie, Tobi und ich können unsere Freude nicht zurückhalten: „Gerne. Aber nur wenn ihr sie wirklich nicht braucht. Wir möchten euch nämlich nicht euer Mittagessen wegnehmen.“ „Ne, ne. Nehmt sie nur ruhig mit. Wir hatten heuer schon so viele; für uns ist das gar nichts Besonderes mehr“, bestärkt uns ein anderer der 4 Typen.

„Nun-wenn das so ist, dann nehmen wir sie natürlich gerne…“ denke ich mir und bedanke mich bei ihm. Mäggie, Tobi und ich sind glaube ich alle derselben Meinung: Das kann heute ja kaum besser werden 🙂

Wanderung um den Aetna zur Timparossa
Weiter geht’s zur Timparossa!

Da haben wir uns aber getäuscht: Schon nach ein paar Minuten begegnen wir dem nächsten Mann. Dieser hat zwar keine Kastanien gesammelt, dafür einen Korb voll Pilze. Als würde man auf 🔁Wiederholung klicken, kommen wir auch mit ihm ins Gespräch und halten am Ende eine Tüte voll Pilze in der Hand.

Wieder einmal bin ich total beeindruckt von der Großzügigkeit der Menschen hier: Obwohl wir in keinem Satz nach den Pilzen gefragt haben, hat er sie uns einfach so angeboten.
Doch noch wissen wir nicht, dass das gar nicht zu unserem Glück war

Die außergewöhnliche Geburtstagstorte nimmt Form an

Als wir endlich die Holzwände der Timparossa durch die Bäume leuchten sehen, sind Mäggie, Tobi und ich froh darüber. Wir haben unser Ziel erreicht!

Jetzt geht es darum Mäggie abzulenken und ihre Überraschung vorzubereiten: Da wir keine Möglichkeit haben, hier irgendwie an eine Torte oder an ein Kuchenstück zu kommen, haben Tobi und ich uns überlegt selbst eine zu machen. Nicht aus Mehl, Eiern, Butter (vegan bitte, denn Mäggie lebt vegan!) und Co.; wir möchten eine biologisch abbaubare erschaffen!

D.h. als Basis brauchen wir zuerst mal ein rundes Holzstück, dieses soll dann mit Laub und anderen organischem Dekor verziert werden. In der Theorie jedenfalls…
Praktisch stellt sich die Idee als schwieriger heraus als wir gedacht haben: Die Blätter, die hier zu finden sind, sehen farblich ziemlich gleich aus; zum Glück haben wir ein paar Hagebutten entdeckt.

Nach einigem Herumprobieren und -diskutieren, sind Tobi und ich schließlich fertig. Voller Stolz betrachten wir unser Wunderwerk; jetzt müssen wir nur noch Mäggie holen. Diese hat nämlich brav unserer Anweisung befolgt und wartet immer noch in der Schutzhütte.

Was sie wohl zu unserer Überraschung sagt?

Mäggie

„Hap-py Birth-day to you, hap-py birth-day to you. Hap-py birth-day, liebe Mä-ggie, hap-py birth-day to you!“ Bestimmt hört man Tobi und mich schon kilometerweit den Geburtstagssong vortragen, aber egal. Mäggie wird nur einmal 54 Jahre alt; das muss gefeiert werden!

außergewöhnliche Geburtstagstorte
Ihr hättet Mäggies Gesicht sehen sollen, sobald sie das hier erblickt hat

Nachdem wir sie mit verbundenen Augen halb stolpernd durch den Wald geführt haben, betrachtet sie nun gerührt unsere Überraschung. „Boa wow! Das sieht ja mega aus! Aber woher habt ihr denn die Kerze?“

„Die haben wir zusammen mit dem hier“, Tobi reicht ihr einen Becher Wein „in der Schutzhütte gefunden.“ Schmunzelnd proste ich ihr zu: „Also wenn das nicht ein eindeutiges Zeichen vom Schicksal ist heute auf deinen Geburtstag anzustoßen, dann weiß ich auch nicht!“

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