Pisciotta
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12./13. September: Die Reise ohne Plan geht weiter

Ich habe mir lange ĂŒberlegt, ob ich ĂŒber die letzte Woche berichten soll. Falls du nicht up to date bist: Meine Familie ist nach Neapel, besser gesagt Vietri sul Mare gekommen und wir haben alle zusammen eine Woche Urlaub gemacht.

Ich habe mich richtig gefreut sie wiederzusehen, mit ihnen zusammen am Strand zu liegen, die Sonne zu genießen, gemeinsam Essen zu gehen und einige SehenswĂŒrdigkeiten zu besichtigen. FĂŒr mich hat es sich wie eine Auszeit von unserem Abenteuer angefĂŒhlt (ja Abenteurer zu sein, kann auch anstrengend werden xD), deshalb werde ich es auch als solche handhaben.

D.h. ich werde nicht genauer auf diese wunderbare Zeit, die ganzen Erlebnisse eingehen. Mir geht es gar nicht darum, dass wir unsere VorsĂ€tze „gebrochen“ und in dieser Woche Geld ausgegeben haben. Denn dass eine Reise ohne Geld funktioniert, wissen wir bereits. Es ist einfach wie gesagt mehr ein Urlaub gewesen als ein Teil von Tobis und meinem Abenteuer.

12. September: Der Abschied fÀllt schwer

Viel komischer als jetzt wieder draußen zu schlafen mĂŒssen, ist wieder nur zu 2. unterwegs zu sein. Es fĂŒhlt sich so an als hĂ€tte meine Familie ein Loch hinterlassen, an das ich mich erst wieder gewöhnen muss. Um 8 Uhr morgens haben wir uns verabschiedet. Wann wir uns wohl das nĂ€chste Mal wiedersehen?

Insgesamt waren es vier Tage Urlaub in Vietri sul Mare; die letzten zwei Tage haben wir in Ascea verbracht. Weil wir hier aber noch nicht den ganzen Strand erkundet haben, wollen Tobi und ich das jetzt nachholen.

Mit den Backpacks auf dem RĂŒcken marschieren wir in der Morgensonne Richtung SĂŒden und sind nicht wenig erstaunt…Als wir ankommen, erwarten uns ein Strand wie aus dem Bilderbuch: Auf der einen Seite erstreckt sich das blau glitzernde Meer, auf der anderen Seite ragt ein steiniger Felsen empor. Schade, dass ich hiervon kein Foto mehr finden kann 🙁

Nanu: Was leuchtet denn da hervor?

Naja, irgendwann wird uns die Affenhitze dann doch zu viel, also heißt es: trampen! Wieder Daumen raus und hoffen, dass uns jemand mitnimmt. Es ist ganz komisch wieder die Reise ohne Plan fortzufĂŒhren; nicht mehr zu wissen, was uns heute erwartet und wo wir schlafen werden.

Ein Pool mitten im GebĂŒsch in Pisciotta
Ein Pool mitten in der Wildnis

Nach nicht allzu langem BrĂŒten in der Mittagshitze, nimmt uns dann ein Mann mit nach Pisciotta. Die Aussicht wĂ€hrend der Fahrt ist genial: Schroffe Felsen, malerische Buchten, glasklares Wasser und zwischendrin romantische Dörfer auf den Anhöhen. Also wie bei der AmalfikĂŒste, bloß ohne Touristen.

In Pisciotta selbst gibt es nicht viel zu sehen; aber dann sticht uns etwas ins Auge: Als wir von der Straße aus den Blick Richtung Meer schweifen lassen, fĂ€llt uns auf, dass sich da tatsĂ€chlich zwischen dem ganzen GebĂŒsch ein Pool befindet! Tobi und ich starren fasziniert auf den blauen Punkt in der sonst grĂŒnen Landschaft. Beeindruckend, was es so alles gibt, oder?

Wir lösen uns von dem Anblick los und machen uns auf die Suche nach einem Platz fĂŒr heute Abend. Leider können wir auch nach lĂ€ngerem Suchen nichts Besseres finden, als diese wahrscheinlich schiefste und buckeligste FlĂ€che ĂŒberhaupt:

Reise ohne Plan: Hier schlafen wir
Naja, irgendwie werden Tobi und ich uns wohl arrangieren…

13. September: Die Unterwasserwelt von Pisciotta

GefĂŒhlt 70 Jahre Ă€lter, wie eine buckelige Oma (sorry das sollte keine Beleidigung sein), starte ich heute in den Tag. Erst nach dem fast 2-stĂŒndigen Marsch zum Meer vom Pisciotta fĂŒhlt sich mein Körper wieder ein bisschen besser an. So als hĂ€tte er sich mit jedem Schritt wieder ein wenig verjĂŒngt.

Ein alternatives Haus auf dem Weg nach Pisciotta Marina
Das haben wir auf dem Weg zum Meer entdeckt; so cool

Das Wasser hier ist richtig klar; mich wundert es nicht, dass der Strand mit einer blauen Fahne ausgezeichnet worden ist. Zum GlĂŒck habe ich meine SchnorchelausrĂŒstung mit, durch die ich jetzt voller Neugierde die Unterwasserwelt erkunden kann.

Nicht wenige Fische wuseln unter meinen Beinen herum; es wirkt so als hÀtten sie ihre eigenen Regeln. Einige bestechen durch ihre bunten Farben; wieder andere setzen eher auf Tarnung und sind erst auf dem 2. Blick im Schlamm erkennbar. Es ist auf jeden Fall interessant, wie unterschiedlich ihre Strategie ist.

Tobis und meine Strategie ist hingegen noch vor dem Mittagessen in der nÀchsten Ortschaft zu sein, um an was Essbares zu kommen. Wir ziehen uns also um und schultern unsere RucksÀcke. Auf gehts!

Ein Herz aus Gold

Nach unserem bereits 2-stĂŒndigen Morgenmarsch, sind wir jetzt in der Mittagshitze dementsprechend schnell mĂŒde. Unter einem Olivenbaum gönnen Tobi und ich uns also eine Verschnaufpause. Doch erst als wir uns besser umblicken, sehen wir das Haus in der NĂ€he. Ist der Platz hier etwa schon wieder privat?

Mal sehen, ob jemand kommt…

TatsĂ€chlich öffnet sich schon nach ein paar Minuten die HaustĂŒr: Die Frau steuert schnellen Schrittes auf uns zu… Aber nicht etwa, um uns zu verjagen, nein: Sie hĂ€lt eine TĂŒte Toastbrot, Marmelade, und eine Flasche Wasser in der Hand!

Wie lieb: Sie hat die Sachen wirklich fĂŒr uns mitgebracht! Tobi und ich bedanken uns herzlichst und klĂ€ren erstmal, ob wir ĂŒberhaupt hier sein dĂŒrfen. „SelbstverstĂ€ndlich!“ Ein freundliches LĂ€cheln umspielt den Mund der Frau. Ihre ganze Art hat etwas SanftmĂŒtiges.

Unser neues Bett: Die Strandliege

Nach dem GesprÀch mit der sympathischen Frau und ihrer mitgebrachten StÀrkung, sind Tobi und ich per Anhalter nach Palinuro gefahren. Wir haben beschlossen mindestens bis morgen Nachmittag hier zu bleiben; die StrÀnde sind einfach zu schön.

Gerade genießen wir an der Spiagga Ficocella den Sonnenuntergang. Beeindruckt beobachten wir das gelb-violett-rosa Farbenspiel der untergehenden Sonne. Herrlich!

Die schönsten Momente auf der Reise ohne Plan
Sonnenuntergang an der Spiagga Ficocella

Leider können wir hier nicht bleiben, da laut dem Angestellten der Strand privat ist. Schweren Herzens machen Tobi und ich uns also auf zum nĂ€chsten Strand. Dieser ist zum GlĂŒck nicht weit weg und hat sogar Liegen! Wie praktisch!

NatĂŒrlich schnappen Tobi und ich uns eine und breiten darauf unseren Schlafsack aus. So lĂ€sst sich doch viel besser die Nacht verbringen als auf einen buckeligen Boden wie gestern 🙂

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