Beim Ferraritreffen in Amantea
Kommentare 0

21. September: Ein Abend voller Ferrari!

So schön wie der Tag gestern geendet ist, so schön fÀngt er heute an: Von einer BÀckerei erhalten Tobi und ich die wohl leckersten Ciambelle der Welt. Bedeckt von einer Puderzuckerhaube, zerschmelzen sie förmlich im Mund.

Ins Deutsche ĂŒbersetzt wĂŒrde das GebĂ€ck Gugelhupf heißen. Mich erinnert ihr Äußeres aber mehr an Donuts.
Falls also auch du in diesen Genuss kommen möchtest: Die BÀckerei Panificio San Biagio in Paola ist deine Anlaufstelle!

Unsere Antwort bringt sie zum Staunen

Nachdem wir den Vormittag auf dem Strand in Paola verbracht haben, starten Tobi und ich wieder mal unsere Suche nach einem Anhalter (nein keinen ZuhĂ€lter xD). Wir stellen uns also neben der Straße auf und warten.

Und warten… Und warten.

Nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit hĂ€lt schließlich eine Ă€ltere Frau neben uns: „Ich fahre allerdings nur wenige Kilometer in die Richtung, in die ihr wollt.“ Uns egal: „Jeder Kilometer mehr, bedeutet ein StĂŒck nĂ€her an unserem Ziel zu sein.“

Diese Antwort scheint die Frau ziemlich zu beeindrucken. Sie lĂ€dt uns nĂ€mlich sogar zu einem Eis ein. Als sie merkt, dass Tobi und ich uns nicht wohlfĂŒhlen, das Angebot anzunehmen, wirkt sie fast ein wenig beleidigt. „Ich kann euch doch nicht gehen lassen ohne dass ihr das weltbeste Pistazieneis probiert habt!“

Das weltbeste Pistazieneis?

Ich frage mich: Ist es hier im SĂŒden wirklich so unhöflich, eine Einladung abzulehnen? Es liegt ja nicht daran, dass wir keine Zeit mit Teresa verbringen wollen, sondern weil wir nicht auf ihre Kosten leben möchten.

WĂ€hrend mein Gewissen also noch zwischen wir möchten dich nicht ausnĂŒtzen, aber auch nicht verletzen hadert, sind wir schon auf dem Weg zur Eisdiele. Kurze Zeit spĂ€ter schlecken Tobi und ich jeweils an einer Kugel Pistazieneis.

Was soll ich sagen: Es ist wirklich sehr lecker!

Teresa will uns schließlich sogar Geld geben, damit wir uns auf der Weiterreise was kaufen können. Das kann ich aber nicht annehmen: „Wir wissen das wirklich zu schĂ€tzen, Teresa. Danke dir. Aber du brauchst uns kein Geld zu geben. Wir haben’s bis hierher geschafft, also werden wir’s bestimmt auch weiterhin irgendwie packen.“

Fast hÀtten wir das Event verpasst!

Um auf ein anderes Thema zu lenken, spreche ich sie schließlich auf das auffĂ€llige Plakat gegenĂŒber von uns an: „Ist bei euch Ferrari ziemlich bekannt oder warum hĂ€ngen da ĂŒberall in der Stadt Plakate davon?“

Teresas Augen blitzen: „NatĂŒrlich! Ich habe ganz vergessen euch davon zu erzĂ€hlen! Heute Abend findet hier in der Stadt ein Treffen von Ferrarifahrern statt. Ganz Amantea wird auf den Straßen zuschauen kommen! Kommt doch auch!“

Da Tobi und ich eh keine PlĂ€ne haben, stimmen wir mit Begeisterung ihrem Vorschlag zu: NatĂŒrlich lassen wir uns das Spektakel nicht entgehen!

Das Ferraritreffen-Voller Spannung

Nachdem Tobi und ich den ganzen Nachmittag sehnsĂŒchtig auf das Ferraritreffen gewartet haben, ist es schließlich soweit: Zusammen mit Teresa machen wir uns auf den Weg.

Und sie hatte Recht: Die Straßen sind voller Menschen; nur hinter den Absperrungen dĂŒrfen wir uns weiterbewegen. Wir schlendern gemĂŒtlich durch das Zentrum; hier und da zeigt uns Teresa besondere Spots und erzĂ€hlt die HintergrĂŒnde dazu.

Sobald wir von Weitem das tiefe Röhren der Auspuffe hören, wissen wir: Jetzt ist Showtime! Teresa, Tobi und ich stellen uns an die Absperrung und machen uns bereit.

Ferraritreffen in Amantea
Sorry fĂŒr die LichtverhĂ€ltnisse…

Die Front bildet ein rot lackierter, glĂ€nzender Ferrari, gefolgt von zahlreichen anderen Exemplaren. Ich, als nicht Autokennerin, kann nur einen geringfĂŒgigen Unterschied in Form und GrĂ¶ĂŸe erkennen; am auffĂ€lligsten sind die schwarzen Modelle unter den ganzen roten Ferraris.

Nach maximal einer halben Stunde ist der Spuk aber auch schon vorbei: Wenn man möchte, könnte man jetzt noch die geparkten Ferrari nĂ€her begutachten. Teresa scheint aber mĂŒde zu sein und wenn ich ehrlich bin, sieht es bei mir auch nicht anders aus.

Eine interessante Persönlichkeit

Auf dem Weg zum öffentlichen Park, wo Tobi und ich heute unser Lager aufschlagen werden, lasse ich den Abend nochmals Revue passieren. Mir hat die Veranstaltung sehr gefallen, wobei ich ĂŒber Teresas Worte nochmals nachdenken muss:

„Ein Ferrari ist ein Ziel von alten und reichen Menschen. Junggebliebene wĂŒrden als Wunsch ein Kanu nennen, mit dem sie auf eine verlassene Insel oder die Welt bereisen können. Reiche haben aber eine Firma, ein Unternehmen und können nicht einfach Mal ein paar Monate oder sogar ein Jahr weg. Deshalb wĂ€hlen sie den Ferrari, der nicht so viel Auszeit fĂŒr die Pflege braucht. Reisen ist viel zeitaufwĂ€ndiger.“

Im letzten Punkt wird sie wahrscheinlich Recht haben. Generell finde ich ihre GedankengĂ€nge ziemlich spannend. Auch ihr Hobby lĂ€sst auf eine außergewöhnliche Persönlichkeit schließen: Sie sammelt Steine.

Ok, das klingt im ersten Moment vielleicht ein wenig komisch. Aber Teresa kann in ihnen Muster und Bilder sehen, die mir nie aufgefallen wĂ€ren. Auf einem hat sie beispielsweise Munchs „Der Schrei“ erkannt, auf einem anderen ein Auto. Ich finde auch ihre Idee ihre ganze Steinsammlung mal professionell fotografieren zu lassen, ziemlich interessant.

Mal sehen, ob daraus in Zukunft was wird. Auf alle FĂ€lle bin ich froh sie kennengelernt zu haben und mir fĂ€llt es nicht leicht La Vecchia d’Amantea (ihr Spitzname, den sie fĂŒr uns entwickelt hat) zu verlassen.

La Grotta in Amantea
La Grotta in Amantea: kaum zu glauben, dass das ein öffentlicher Park ist

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort