tobis matte in flammen
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18. Oktober: Feuer machen am Ätna #TobisMattebrennt!

Klopf! Klopf!

Noch im Halbschlaf hebe ich meinen Kopf; Mäggie und Tobi sind scheinbar auch gerade eben von diesem Geräusch geweckt worden und blicken verwirrt umher. Wer ist das?

Erbarmungslos klopft es nun ein zweites Mal an der Tür; dieses Mal lauter, gepaart mit einem eindringlichen „Hallo?! Ist da wer?“
Da scheint es aber jemand ernst zu meinen…

Tobi opfert sich schließlich und schält sich aus seinem Schlafsack. „Einen kleinen Moment, ich komme“, ruft er Richtung Tür zur unbekannten Stimme.
Wer uns da so früh aus dem Schlaf gerissen hat?

Sonnenaufgang am Ätna
Sonnenaufgang am Ätna

Meine Neugierde weicht aber ziemlich schnell großem Erstaunen: Was ich von meinem Schlafplatz aus sehe ist so schön, dass ich sofort mein Handy zücke. Erst sobald ich den atemberaubenden Sonnenaufgang digital gespeichert habe, kann ich die 2 Männer mustern, die mit einer riesigen Schubkarre vor der Tür stehen.

Es handelt sich wohl um 2 Förster, die gekommen sind um nach dem Rechten zu sehen und das Holz aufzufüllen. Doch das ist nicht alles: Als sie fragen, ob wir mit ihnen einen Kaffee trinken möchten, wird Mäggie hellhörig. Jetzt, wo ihr Lebenselixier zum Greifen nah ist, kann sie natürlich nicht nein sagen 🙂

Das Hobbithaus am Ätna…äh fast

Nachdem Mäggie, Tobi und ich unsere Sachen zusammengepackt und einige Zeit mit den Förstern gequatscht haben, machen wir uns auf zur nächsten Hütte. Mit ihren vielversprechenden Geheimtipps in petto, fühle ich mich als könnten wir heute was ganz Besonderes erwarten.

Aber ob der Sonnenaufgang von heute morgen noch zu toppen ist? Für meinen Verstand ist das schwer vorstellbar.

Hobbithaus am Ätna
Was wir unterwegs nicht alles so entdecken 🙂

Tatsächlich bin ich eher enttäuscht als erfreut, als wir nach einer Stunde Fußmarsch zur Hütte kommen: Es stinkt so bestialisch, dass Mäggie, Tobi und ich nur einen kurzen Stopp einlegen und beschließen weiterzuwandern. Hier könnten wir nachts definitiv kein Auge zumachen!

Nach einer weiteren Stunde kommt schließlich die Erleichterung: Vor uns taucht endlich das rifugio Monte Scavo auf!

Ich habe so einen Hunger, dass ich am liebsten unsere Nudeln roh essen würde. Das wäre aber wohl weniger gut für meine Verdauung, also ist noch ein wenig Geduld gefragt. Während Tobi den Kamin fürs Feuer freiräumt, mobilisieren Mäggie und ich noch ein letztes Mal unsere Kräfte, um die schweren Holzstämme heranzuschleppen.

rifugio monte scavo am ätna
0 Komfort aber 100% Abenteuer: Sogar das Holz müssen wir selbst heranschleppen

Nochmals Glück gehabt!

Weil wir alle drei ziemlich müde von der heutigen Wanderung sind, kuscheln wir uns schon verhältnismäßig früh in unsere Schlafsäcke. Noch ahnt niemand, was in ein paar Stunden passieren wird…

Noch ist Tobis Matte ganz und ich blicke glücklich -ähm, wohl eher schon müde?- in die Kamera…

Wie auch gestern in der anderen Hütte legen wir uns ein paar Holzstämme parat: Immer wenn jemand aufwacht, weil es zu kalt wird, kann nachgefeuert werden. Aus diesem Grund halten wir auch nicht den Abstand zum Feuer ein, der vielleicht sinnvoll wäre, sondern legen uns recht nah daran.

So kommt es, wie es kommen muss…

Von meiner Blase geweckt, erledige ich schnell, was erledigt werden will und denke mir „da kann ich doch auch gleich ein bisschen nachfeuern, bevor ich nochmals wach werde, weil es zu kalt ist.“

Tja; das war keine gute Idee…
Nach vielleicht gerade mal 10 Minuten schrecken Mäggie, Tobi und ich gleichermaßen hoch; ich nehme nur mehr wahr, wie Tobi seine Füße im Schlafsack hochreißt. Voller Entsetzen starren wir auf den brennenden Holzscheit auf seiner Isomatte: „Fuck!“

Noch ist mein Gehirn nicht ganz da; es reicht aber, um zu verstehen, dass es sich um das Holzstück handelt, das ich vor ein paar Minuten reingeworfen habe. Instinktiv greife ich zu dem Stock neben mir und versuche schnell das riesige Teil von Tobis Unterlage zu rollen.

Auch wenn ich ein schlechtes Gewissen habe, ist es fast schon ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist: Nur die schwarzen Flecken auf der Isomatte zeugen von dem Malheur, das sich gerade zugetragen hat. Nicht auszumalen, wie Tobis Beine jetzt aussehen würden, hätte er sie nicht früh genug weggezogen…

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2 Kommentare

  1. Tobias

    Super spannend geschrieben; seit langem lese ich wieder mal einen Beitrag von dir. Der Schreibstil hat sich sehr verbessert im Vergleich zum Anfang, finde ich.
    Dieser Artikel war sehr spannend zu lesen (obwohl ich selbst dabei war:) )

    Bleib dran und es kann was Großes entstehen:)

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