Der schönste Ausblick und die weltbeste Pizza warten in Guglionesi
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26. August: Hier gibt es die weltbeste Pizza & schönste Aussicht!

Heute heißt es WĂ€scherei suchen! Die erste war leider zum GlĂŒck nichts; die 2. stellt sich als GlĂŒckstreffer heraus: Der Besitzer lĂ€sst uns alles kostenlos waschen!

Mit einer riesengroßen PlastiktĂŒte voll unserer nassen WĂ€sche, machen wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Platz, um sie aufzuhĂ€ngen. Da wir keine Lust haben den schweren Sack noch lĂ€nger zu tragen, nutzen wir die erstbeste Gelegenheit, die wir finden: Eine GrĂŒnflĂ€che mit BĂ€ume zwischen HĂ€usern, einem GeschĂ€ft und der Straße…

Ich wĂŒsste nicht wie ich bei so einem Bild reagieren wĂŒrde xD

Es muss ein komisches Bild sein, wie wir da einfach zwischen unserer aufgehÀngten WÀsche liegen und warten bis sie trocknet. Die Blicke der vorbeigehenden Menschen lassen das jedenfalls vermuten.

Es dauert auch nicht lange, da kommt ein Mann vorbei, der sich als Polizist ausgibt. Er zeigt uns eine Plastikkarte mit einem Foto seines Gesichts, aber ich bezweifle, dass es sich dabei wirklich um einen Polizeiausweis handelt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Als wir sagen, dass wir hier nur die Sachen trocknen und dann gehen, geht er wieder. Anscheinend hat er wohl gedacht wir wĂŒrden hier schlafen (nicht dass das unrealistisch wĂ€re xD).

Ein anderer Mann findet unsere Idee wohl auch nicht so prickelnd: „Ma che cazzo state facendo (was zum Teufel macht ihr hier)?!“ Wir geben dieselbe Antwort wie vorhin; auch ihn scheint das zu beruhigen, denn er geht wieder.

Meine daraus gewonnene Erkenntnis: Wenn man freundlich mit den Leuten redet, dann reagieren die meisten auch mit Offenheit und Freundlichkeit.

Ist hier die Mafia am Werk?

Sobald die WĂ€sche trocken ist, beginnen wir nach und nach sie in unsere RucksĂ€cke zu packen und uns fĂŒrs Trampen bereitzumachen. An diesem abgelegenen Ort scheint es schwierig zu sein eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Tobi und ich warten nĂ€mlich eine gefĂŒhlte Ewigkeit.

Aber was zĂ€hlt ist: Wir haben jemanden gefunden und sitzen jetzt im Auto auf den Weg Richtung…Ă€hm, ja welche Ortschaft steuern wir denn an? Wir wissen es selbst nicht… Der Fahrer hat zwar das Ziel genannt, aber wir haben es nicht gekannt und sind einfach eingestiegen xD

WĂ€hrend der Fahrt erzĂ€hlt er uns, in welchen Gebieten (im Umkreis von Neapel) wir auf keinen Fall schlafen oder zu Fuß gehen sollen. In den genannten “Risikogebieten“ soll die Mafia ziemlich aktiv sein: Sie verbrennen illegal Sachen, sodass toxische DĂ€mpfe entstehen und wenn uns etwas passieren wĂŒrde, wĂ€re weit und breit niemand. Es hört sich voll gruselig an, doch ich glaube nicht, dass es so schlimm ist.

Alte GefĂŒhle kommen hoch

Als wir am Ziel ankommen, schalten Tobi und ich zuerst die Ortungsdienste an. Wir möchten nÀmlich gerne auf der Landkarte sehen, wo uns der Mann hingebracht hat.

Guglionesi soll das -mir auf Anhieb sympathische- Dorf heißen, das wir jetzt erkunden werden. Bei einer Plattform erwartet uns eine megamĂ€ĂŸige Aussicht; Die ganzen umliegenden HĂŒgel erstrecken sich vor uns.

Ausblick auf die umliegenden HĂŒgeln mit BĂ€umen, Wiesen und Dörfern
Dieser Ausblick ist doch Wahnsinn, oder?

Nicht nur wir scheinen das Panorama zu genießen; auch andere Leute sind noch auf der Plattform. Mit einem Australier kommen wir ins GesprĂ€ch; ich bin sofort Feuer und Flamme. Er kommt von Wollongong, das ich bei meiner Australienreise auch gesehen habe. In mir kommen alte Erinnerungen hoch; unter anderem, weil ich wieder mal Englisch spreche.

Hier gibt es die weltbeste Pizza Margherita!

Um meinen Magen zu verstehen, brauche ich aber kein Englisch zu können: Das Knurren ist eindeutig. Vom Hunger getrieben machen Tobi und ich uns also auf die Suche nach Essen. Es gibt hier nicht viele Möglichkeiten, aber wir haben GlĂŒck: Bei einer Pizzeria bekommen wir ein StĂŒck Margherita.

Schon wegen dem Hunger freue ich mich darauf, aber als ich reinbeiße bin ich ĂŒberrascht: Die Pizza schmeckt noch viel köstlicher, als ich es erwartet habe. Ich komme nicht darauf klar: Wie kann eine Margherita, die ja bloß KĂ€se und Tomatensoße drauf hat, so lecker sein?!

Ich hatte schon mein bestes Eis auf dieser Reise; das hier ist definitiv die weltbeste Pizza! Deshalb: Geht zur Pizzeria Camelot in Guglionesi und probiert die Pizza Margherita. Ihr werdet es definitiv nicht bereuen!

Wir wollen nicht denselben Fehler nochmal machen…

GestĂ€rkt von der weltbesten Pizza, hoffen wir beim nebenanliegenden Park einen guten Schlafplatz zu finden. Doch das stellt sich schwieriger heraus als gedacht: Überall wuseln noch Leute herum, die den lauen Sommerabend genießen.

Wir haben nicht Lust wieder dieselbe Erfahrung wie damals in Montefiascone machen und bis spĂ€t in der Nacht aufbleiben zu mĂŒssen. Deshalb muss eine andere Idee her!
Als wir beim Park einen Weg außerhalb des GelĂ€nders sehen, steht unser Plan fest: Wir erkunden wohin dieser Weg fĂŒhrt!

TatsĂ€chlich gelangen wir zu einer Ruine unterhalb des Parks. Hier können wir uns sogar ungestört “duschen“ und nachher den Sonnenuntergang genießen. Was wollen wir mehr?

Nach der weltbesten Pizza kommen wir in den Genuss dieses wunderbaren Sonnenuntergangs
So kann man definitiv den Abend ausklingen lassen 🙂

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