gratis reisen
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Gratis reisen-so einfach geht’s!

Von der Idee ohne Geld zu reisen

Wie alles beginnt…

Mein Kumpel und ich sitzen in einer Bar; Gott und die Welt ist Gesprächsthema. Noch ahnen wir nicht, dass die heutige Unterhaltung Auslöser sein wird, dass wir uns wochenlang nur noch mit dem Thema „gratis reisen“ beschäftigen werden.

Zuerst reden wir noch von verschollenen Palmenstränden, dann geht das Gespräch über zu unseren tiefsten Wünschen und Träumen. Mein Kollege Tobias schaut ganz versonnen und meint:
„Weißt du was ich mal so richtig gerne machen würde? Einfach den Rucksack rauf und los geht’s. Ohne Plan ins Nichts.“

Zuerst meldet sich mein Verstand „Der ist doch nicht ganz dicht?! So eine Reise würde etliche Probleme mit sich bringen und wäre total gefährlich“. Dann beginnt sich allerdings die Abenteuerlust in meinem Inneren zu regen. Bei meiner Vorstellung wie frei man sich bei so einer Reise fühlen muss, beginnt mein Herz wie wild zu schlagen.

Mit vollem Enthusiasmus sprudelt es aus mir hervor: „Ja, also das wäre ja wirklich der Hammer.“ Als würde es nicht schon reichen komplett ohne Plan zu reisen, füge ich noch hinzu: „Aber noch interessanter wäre es gratis zu reisen, also ohne Plan UND ohne Geld.“

Fragezeichen auf Tobis‘ Stirn. Ob das geht??? Sch**ßegal; Handschlag drauf. Damit ist bestätigt: Wir werden unsere Vision umsetzen. Irgendwie wird es schon klappen. Doch so wirklich glauben kann ich es noch nicht…

Eine Reise ohne Plan und Geld „planen“

Was so paradox erscheint, braucht doch seine Vorbereitungen. Auch wenn wir noch nicht wissen, wo wir starten, schreiben wir mal eine vorläufige Reiseliste mit den wichtigsten Dingen.

Als Startdatum setzen wir uns Anfang Juli. Bis dahin sind es noch gute 2 Monate. Immer wieder durchforste ich das Netz, wie man ohne Geld reisen kann. Viele Tipps gibt es nicht. Die meisten benutzten das Konzept „work and travel“ also ein bisschen arbeiten, dann reisen, erneut ein bisschen arbeiten, um nachher wieder zu reisen.

Wir wollen aber die Reise wirklich ohne Geld schaffen und nur im äußersten Notfall auf unser Erspartes zurückgreifen. Schon bald stoße ich bei meiner Recherche auf Christopher Schacht (Werbung? auf alle Fälle unbezahlt), der mit bloß 50€ um die Welt gereist ist (Hut ab an der Stelle!). Ein Satz in seinem Video prägt sich mir sofort ein:

Je mehr Komfort ihr haben wollt, umso mehr bezahlt ihr. Prinzipiell kann man auch auf Pappe auf dem Boden schlafen; alles andere fällt für mich schon unter Luxus.“

Ich denke mir so „Wenn es dieser Typ schafft, schaffen wir das doch auch.“

Wo starten wir und was nehmen wir mit?

Von meiner Australienreise habe ich noch meinen 60l Rucksack; viel kann ich also nicht mitnehmen. Ziemlich schnell wird Tobias und mir klar, dass wir nicht genug Kapazität haben, um für alle Jahreszeiten gerüstet zu sein.

Die nächste große Herausforderung ist demnach herauszufinden, wo wir den Winter verbringen werden. Es sollte auf alle Fälle ein warmes Land sein, wo wir keinen monströs schweren Winterschlafsack brauchen. Auf keinen Fall wollen wir in den Flieger steigen (was ohne Geld zugegebenermaßen auch ein bisschen schwierig wäre).

Somit beschließen wir mit einem Pilgerweg in Italien zu beginnen. „Das eigene Land sollte man ja auch mal gesehen haben“, denke ich mir. „Und ein bisschen Übung im Italienischen ist auch nicht verkehrt“ (ihr werdet euch jetzt fragen: „Hä? Italiener sprechen doch Italienisch?“. Aber nein meine Lieben: in Südtirol sprechen wir überwiegend Deutsch).

Sobald es kälter wird, könnten wir mit einer Fähre(?) entweder von Ampulien nach Griechenland oder von Sizilien nach Afrika weiterreisen. Laut Klimatabelle sollte es dort keine Minustemperaturen geben.

Doch wie gesagt: großartig einen Plan machen wollen wir nicht. Ziel ist es uns treiben zu lassen, solange es geht und Spaß macht.
Unser Motto: Irgendwie wird es schon klappen.“

Unser Umfeld ist geschockt

Langsam nähert sich der 2. Juli und auch unsere Freunde und Familie bekommen Wind von unserer Idee. Offiziell sind wir jetzt „die Verrückten“. Keiner kann sich vorstellen, dass wir freiwillig mit einem 15kg schweren Rucksack durch die Welt latschen. Aber genau diese Ungläubigkeit stachelt mich an, das Gegenteil zu beweisen.

Die Komplikationen beginnen…

Den ganzen Sommer über war es angenehm mild und genau JETZT, eine Woche bevor wir starten, kommt plötzlich eine enorme Hitzewelle. Die Temperaturskala steigt von den gewohnten 30° auf sage uns schreibe 40°! Und das nicht nur vorübergehend, nein; laut Wetterprognose soll die Hitzeperiode den gesamten Juli anhalten…

Meine Mutter startet natürlich sofort einen weiteren Versuch: „Bei der Hitze könnt ihr doch nicht pilgern gehen?! Also ich würde an eurer Stelle das ganze abblasen.“ Doch nichts da; wir lassen doch nicht wegen dem Wetter unser „Projekt“ fallen!
Auf ins Abenteuer, komme was wolle!

Die letzten Schritte; es wird ernst

Ich habe immer schon alles auf den letzten Drücker gemacht, also packe ich auch bei dieser Reise erst ein paar Tage vorher. Voller Vorfreude, aber auch mit einem mulmigen Gefühl hole ich den Rucksack aus dem Schrank und beginne meine Klamotten, Toilettenartikel, Schlafsack,… hineinzupacken.

Obwohl ich schon aufs Minimum reduziert habe, muss ich doch kurzerhand einige Kleidungsstücke da lassen. Am Ende steht er vor mir: 13kg schwer und behängt wie ein Christbaum. Na Prost, Mahlzeit!

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