Ausblick auf den Vesuv vom Teatro Greco in Neapel
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3./4. September: Illegalerweise erhaschen wir einen Blick auf den Vesuv!

Tobi und ich mĂŒssen schmunzeln: Gerade will uns der GĂ€rtner vom dem Park weismachen, dass wir hier auf keinen Fall eine Chance hĂ€tten zu schlafen. Wir sind nĂ€mlich mit ihm ins GesprĂ€ch gekommen und haben von unserer außergewöhnlichen Reise mit den ganzen verrĂŒckten SchlafplĂ€tzen erzĂ€hlt.

Er ist ĂŒberzeugt hier wĂŒrde viel zu streng kontrolliert werden. Wenn der gute Mann wĂŒsste… xD

Tobi und ich möchten aber heute nicht wieder erst um Mitternacht „ins Bett“, deshalb machen wir uns auf den Weg zu einem Park in der NĂ€he. Schon bei der Herfahrt nach Neapel wurde uns dieser vom Fahrer empfohlen, weshalb wir gespannt sind was uns erwartet.

Not macht erfinderisch

Unterwegs fragen wir noch um etwas Essbares, dann steuern Tobi und ich auch schon den Park an. Jetzt zur Mittagszeit fĂŒhlt sich der Weg immer doppelt so anstrengend an: Uns umgibt eine schwĂŒle Hitze; der warme Wind macht sie auch nicht ertrĂ€glicher.

Sobald wir dann endlich am Tor ankommen, das große Erstaunen: „Dieser Eingang hier ist außer Betrieb. Bitte gehen Sie zum anderen Einlass -irgendwelche Koordinaten-. Wir entschuldigen uns fĂŒr die UmstĂ€nde.“

Genervt schauen Tobi und ich nach, wie lange es noch bis zum angegebenen Punkt wÀre. Wir sind uns aber ziemlich schnell einig: Noch eine halbe Stunde latschen wir bestimmt nicht durch die unertrÀgliche Sommerhitze!

Kurzerhand fassen wir den Entschluss bei der Mauer nahe am Eingang drĂŒberzuklettern: Zuerst Tobi, dann die RucksĂ€cke, mit Ach und Krach schließlich auch ich.

Tobi und ich sind begeistert!

Wider Erwartens landen wir in einer privaten Wohnsiedlung, denn rundherum stehen ein paar HÀuser. Aber wo ist dann der öffentlich zugÀngliche archÀologische Park?

Wir machen uns auf die Suche und folgen erstmal der kurvigen Straße, die von den HĂ€usern wegfĂŒhrt. Sie endet abrupt vor einem HĂŒgel; neugierig erklimmen Tobi und ich ihn.

Und tatsÀchlich: Als wir am höchsten Punkt des kleinen Buckels stehen, erstrecken sich vor uns in voller Pracht eine halb erhaltene Arena und unzÀhlige andere Ruinen. Wir legen unsere RucksÀcke ab und erkunden die nÀchsten Stunden alle Ecken und Winkel von dem wunderschönen Park. Von hier kann man sogar auf die Isola Gaiola und den Vesuv blicken!

Der archÀologische Park mit dem Teatro Greco
Teatro Greco
Links von der Isola Gaiola ist der Vesuv
Blick auf die Isola Gaiola; links davon ist der Vesuv

Das Tolle ist: Keine Menschenseele ist hier! Tobi und ich sind komplett unter uns! Als dann am frĂŒhen Abend die Sonne untergeht, erstrahlt der archĂ€ologische Park nochmals ganz anders: Das rot-orange Licht hinter den zusammengefallenen Bauwerken sorgt fĂŒr eine unglaublich romantische AtmosphĂ€re.

Am liebsten wĂŒrde ich auf âčSTOPP drĂŒcken, damit das Bild ewig so vor meinen Augen bleibt.

4. September

Heute mĂŒssen wir zĂŒgig unseren Schlafplatz verlassen, denn wir wissen nicht, wann die ersten Besucher kommen. Und das letzte, was Tobi und ich möchten, ist hier entdeckt zu werden. Stell dir das mal vor: Du wĂŒrdest eine FĂŒhrung in einem archĂ€ologischen Park machen und da schlafen zwei junge Erwachsene… Nene, das Bild möchten wir den Leuten ersparen.

Wir packen also alles zusammen, aber der RĂŒckweg ist weitaus beschwerlicher als erwartet. Tobi und ich können nĂ€mlich unmöglich dort, wo wir gestern hochgeklettert sind, runterhĂŒpfen. Die Mauer ist viel zu hoch.

Wir haben leider keine besser Idee als das Eingangstor anzusteuern, das außer Betrieb ist. Links davon befindet sich ein Haus; hoffentlich sieht uns keiner beim DrĂŒberklettern!

NatĂŒrlich ist dem nicht so…Tobi schwingt sich noch galant ĂŒber den Zaun; aber genau in dem Moment als ich oben hĂ€nge, kommt die Besitzerin des Hauses in ihrem Auto dahergebraust!

Mir bleibt nichts anderes ĂŒbrig als die Aktion tapfer zu Ende zu fĂŒhren, aber ihr Gesicht werde ich nie vergessen: Eine Mischung aus Verwunderung und Entsetzen; wahrscheinlich dachte sie wir hĂ€tten bei ihr eingebrochen oder so.

Tobi und ich machen uns schnellstmöglich aus dem Staube und lassen die entgeisterte Frau ohne ErklĂ€rung zurĂŒck. Es wird wohl das erste und letzte Mal sein, dass sie jemand ĂŒber den Zaun steigen gesehen hat.

Unfreiwillig illegal unterwegs

Auf dem Weg zum Strand kommen wir an dem Eingang vorbei, der eigentlich fĂŒr den Park vorgesehen wĂ€re und dessen Koordinaten auf dem Schild gestern angegeben waren. Verdutzt stellen wir fest, dass davor ein Ticketschalter steht.

Wir fragen nach und tatsĂ€chlich: Um zum archĂ€ologischen Park zu kommen, mĂŒssten wir 6€ pro Person zahlen. Tobi und ich können uns das Grinsen nicht verkneifen: Ui, und wir illegalen Gangster sind da einfach gratis rein*! xD

*NatĂŒrlich möchte ich niemanden dazu anstoßen in so einem Ort zu schlafen. Ich verstehe auch, dass es einen Teil der Eintrittsgelder fĂŒr die Instandhaltung braucht. Wir hĂ€tten den Park auch gar nicht angesteuert, hĂ€tten wir vorher im Internet nicht gelesen, dass der Park öffentlich zugĂ€nglich sei. Tobi und ich wussten zu dem zeitpunkt nichts von einer EintrittsgebĂŒhr.

Alles andere als schön…

Nach einer Dreiviertelstunde Fußmarsch in der prallen Sonne, können Tobi und ich endlich aufatmen: Wir sind da! Vor uns erstreckt sich der Strandabschnitt, unsere Freude hĂ€lt sich aber in Grenzen…

Und fĂ€llt sofort auf wie dreckig es hier ist. Überall liegen leere Flaschen, Dosen, Plastikverpackungen und unzĂ€hlige andere AbfĂ€lle. Vor dem Strand sind Boote geparkt, die das GefĂŒhl der endlosen Weite des Meeres leider nicht aufkommen lassen.

Da Tobi und mir aber so heiß ist, springen wir trotzdem ins kĂŒhle Nass. WĂŒrde man die Augen schließen, dann könnte es hier sogar richtig schön sein. Wir baden noch ein wenig in der Sonne, damit wir den Fußmarsch bis hierher nicht umsonst gemacht haben, brechen dann aber auch schon wieder auf.

Bei so einer Mitfahrgelegenheit sagen wir freilich ja

Beim RĂŒckweg schleifen wir unsere RucksĂ€cke die Steigung rauf; mir laufen die Schweißperlen von der Stirn. Weil es so heiß ist, mĂŒssen wir immer wieder eine Pause machen. Als hĂ€tte Gott Mitleid mit uns, hĂ€lt ca. bei der HĂ€lfte der Strecke ein Auto neben uns!

2 braungebrannte Jungs rufen aus dem Fenster, ob wir mitfahren möchten. Na, da sagen wir natĂŒrlich nicht nein (Ă€hm; natĂŒrlich nicht wegen den braungebrannten Jungs xD)! Dankbar steigen wir ins Auto und lassen uns im „Zentrum“ ablegen, damit wir noch irgendwo um ein Brot oder so fragen können.

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