Lost Place Sizilien
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4./5.Oktober: Ein wenig gruselig… In einem Lost Place in Sizilien schlafen

Tag 4: Aus dem Schlaf gerissen

Ey, die heutige Nacht war jenseits von gut und böse. Tobi und ich haben ja unsere Plane aufgespannt und extra noch Steine draufgelegt, aber all das hat nichts genĂŒtzt: Erbarmungslos hat der Wind zugeschlagen und kurzerhand einfach mal unsere „Überdachung“ mit den Heringen herausgerissen. Und das alles wĂ€hrend wir geschlafen haben…

Du musst dir das so vorstellen: Tobi und ich liegen da, es ist stockfinster, mitten in der Nacht wachen wir plötzlich auf und realisieren: Fuck, da regnets ĂŒberall rein! Was ist passiert?!

Das Handy als Taschenlampe zu benĂŒtzen fiel ja weg (#einewocheohnehandy), also hieß es irgendwie im Dunkeln raustapsen und versuchen die Plane zu bĂ€ndigen. Das Beschweren mit GegenstĂ€nden, die halt so rum gelegen sind, hat mĂ€ĂŸig gut geklappt…

Durch das Peitschen des Windes hat sie danach nĂ€mlich dermaßen geflattert, dass wir bezĂŒglich LĂ€rmpegel auch neben einer Schnellstraße schlafen gekonnt hĂ€tten: Es hĂ€tte einfach keinen Unterschied gemacht.

Wildcampen in Sizilien
Da drunter haben wir heute gelegen; die KĂŒhe im Hintergrund haben ĂŒbrigens unsere Bohnen aufgefressen, die wir nachts draußen stehen lassen haben…

Tag 5: Alles nur fĂŒr uns!

Nachdem nach der schrecklichen Nacht gestern auch tagsĂŒber immer noch das Wetter auf Regen gestellt war, sind Tobi und ich ĂŒberglĂŒcklich als wir heute von den ersten Sonnenstrahlen geweckt werden. Juhuu, endlich können wir weiter marschieren!

Zuerst hĂ€ngen wir aber noch alles zum Trocknen auf, dann kann es losgehen! Der Weg fĂŒhrt durch dichtes GebĂŒsch; teilweise mĂŒssen Tobi und ich uns sogar eine andere Route suchen. Klar, der Dschungel hier ist störend, andererseits passt er aber auch wieder zu unserem kleinen Abenteuer „Irgendwo im Nirgendwo“.

Das Beste kommt aber noch: Nach einigen zurĂŒckgelegten Kilometern gelangen Tobi und ich zu einem Rastplatz, an dem riesige KastanienbĂ€ume stehen. Der gesamte Boden ist bedeckt mit den grĂŒnen, stacheligen Schalen; in der Mitte leuchten die braunen Kastanien raus.

„Boa, das wird ein Festmahl! Lass uns sammeln, was geht!“, rufe ich Tobi zu, wĂ€hrend ich schon dabei bin die FrĂŒchte zu sammeln. „Jetzt sieht man mal wieder den Vorteil der Sache“ denke ich mir: „Dadurch, dass der Weg so zugewachsen ist, geht hier nie jemand entlang, folglich bekommen wir alle Kastanien ab!“

großer KĂ€fer mit FĂŒhlern
Da schaut uns wohl jemand beim Kastanien Sammeln zu

Schlafen im Lost Place?

Mit einem riesigen Beutel voll Kastanien erreichen Tobi und ich schließlich unser Ziel: Ein verlassenes Haus. Die fehlende HaustĂŒr und die offenen Fenster verraten uns, dass hier schon lĂ€nger keiner gewohnt hat. Ein echter Lost Place!

„Also, ich wĂŒrde hier bleiben.“ Da kann ich Tobi nur zustimmen: „Ja, das sieht tatsĂ€chlich nach einem perfekten Platz fĂŒr unsere Zwecke aus“. Ich mache es ihm gleich und stelle meinen Rucksack neben seinem ab.

In diesem Lost Place in Sizilien schlafen
Heute können wir mal ohne flatternde Plane schlafen

Bevor wir das Innere des Hauses erkundigen, sollten Tobi und ich uns aber um uns kĂŒmmern. Das Knurren des Magens sehen ich jedenfalls als ein klares Indiz, dass es Zeit fĂŒr Nachschub ist. WĂ€hrend Tobi also mit dem Entfachen des Feuers beschĂ€ftigt ist, ritze ich die Kastanien.

Aber keine Angst; zu krass wollen wir auch nicht das Rollenklischee erfĂŒllen: Beim Aufbau der Kastanienröst-Konstruktion haben wir beide beigetragen. Und obwohl Selbstlob stinkt, finde ich echt kreativ was wir da zusammengebastelt haben 🙂

Kastanien auf Lagerfeuer outdoor rösten
Die herumliegenden Ziegel haben sich als echt praktisch erwiesen

Als Tobi und ich genĂŒsslich an unseren gerösteten Kastanien knabbern, hören wir plötzlich ein Knacken hinter uns. Was war das? Da kommt wohl nicht etwa ein Tier angeschlichen?

Wider Erwarten tauchen hinter den BĂ€umen 2 Italiener auf. Sie sehen genauso ĂŒberrascht aus hier draußen auf Menschen zu treffen wie wir. Doch wie es hier im SĂŒden so ĂŒblich ist, dauert es nicht lange und die beiden beginnen die ersten Fragen zu stellen.

Nach einiger Zeit setzen sie sich sogar zu uns ans Lagerfeuer; es fĂŒhlt sich beinahe so an als wĂŒrden wir die 2 Typen schon lange kennen und nicht erst seit ein paar Minuten. Ich bin mir sicher: WĂ€ren nicht dunkle Wolken aufgezogen, hĂ€tten wir bestimmt noch lange weiter gequatscht.

Nachdem sich die beiden verabschiedet haben, tragen Tobi und ich schon mal alles ins Haus hinein. Denn wenn wir eins die letzten Tage gelernt haben, dann, dass es hier urplötzlich anfangen kann in KĂŒbeln zu schĂŒtten.

Und so ist es dann auch: Wir schaffen es gerade noch unser ganzes Zeug unterzubringen, dann spĂŒren wir auch schon die ersten Regentropfen. GlĂŒck gehabt!

Weniger gefĂ€llt es mir jetzt im Flur dieses Hauses zu schlafen. Tobi und ich haben nicht mal nachgeschaut, was sich in den RĂ€umen befindet. Irgendwie ein wenig befremdlich…

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