Geheimnisvolle Grotte in Tropea
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22./23. September: Von geheimnisvollen Grotten in Tropea und was uns sonst so erwartet

„Man sieht sich immer 2x im Leben.“

Erst gestern Abend haben Tobi und ich uns von Teresa verabschiedet und bereits heute morgen bewahrheitet sich das Sprichwort: Als wir beide da so am Straßenrand stehen und fleißig die Daumen fĂŒrs Trampen raushalten, kommt tatsĂ€chlich Teresa angeradelt!

NatĂŒrlich hĂ€lt sie sofort an und wir tauschen nochmals einige Worte aus. Krass, wie schnell einem jemanden ans Herz wachsen kann, wenn die Verbindung stimmt: Beim endgĂŒltigen „TschĂŒss“ kommen Teresa sogar die TrĂ€nen; voll sĂŒĂŸ ❀

Ich muss ehrlich gestehen: Mir fĂ€llt es auch alles andere als leicht, sie zum 2. Mal zu verabschieden. Aber wer weiß; vielleicht sieht man sich ja 3x im Leben?

Er kehrt extra wegen uns um!

Nachdem wir bereits insgesamt eine Stunde auf eine Mitfahrgelegenheit warten und ich meine Arme schon fast nicht mehr spĂŒre, ist es endlich soweit: Ein Typ hĂ€lt an!

Nach der Viertelstunde Fahrt muss ich aber mit Erschrecken feststellen: Meine Freude war vorhin wohl so groß, dass ich unsere Provianttasche stehen lassen habe! Teresa hat sie Tobi und mir gestern mitgegeben, damit wir die nĂ€chsten Tage gut versorgt sind.

Und ich habe sie einfach vergessen… Verdammt! Wie kann ich nur so blöd sein?!

Gedanklich gehe ich schnell die möglichen Optionen durch: Zu Fuß wieder zurĂŒckzukehren dauert zu lange, die Tasche mit all den guten Sachen dort vergammeln zu lassen, ist auch blöd. Was sollen wir machen?

NatĂŒrlich merkt der Typ, der uns gerade hierhergebracht hat, sofort, dass etwas nicht stimmt. Als wir ihm sagen, was los ist, kann ich es kaum glauben: Er kehrt er ohne zu zögern wieder um! Das hĂ€tte ich definitiv nicht erwartet! Voll sozial!

Das Geheimnis von Pizzo

Nach diesem aufregenden Vormittag und einem ausgiebigen Mittagessen (zum GlĂŒck ist der Typ zurĂŒckgefahren), landen Tobi und ich am Nachmittag schließlich in Pizzo. Die sanfte Meeresbrise beider Ankunft macht die Hitze ein wenig ertrĂ€glicher und lĂ€sst sofort darauf schließen, dass das Meer nicht weit weg ist.

TatsÀchlich gelangen wir kurze Zeit spÀter zu einer Plattform, von der aus wir auf den Strand und die umliegenden HÀuser blicken können. Jetzt ist mir klar, warum die Ortschaft bei Touristen so beliebt ist: Pizzo kann nicht nur mit Kulinarik, Kultur und einer schönen Altstadt punkten; auf einer Klippe gelegen, besticht die Ortschaft auch durch eine wunderbare Aussicht.

Aussicht von Pizzo
Blick auf das Tyrrhenische Meer

Was bei einem Besuch hier auch auf keinen Fall fehlen darf, ist die allseits bekannte EisspezialitĂ€t Tartufo di Pizzo: Den TrĂŒffelpralinen nachgeahmt, umgibt Schoko- und Nusseis eine FĂŒllung aus Schokosauce. Alles zusammen wird dann kurz vor dem Servieren in Kakaopulver und Zucker gewĂ€lzt. Klingt verdammt lecker, oder?

Die Bilder im Internet und auf den zahlreichen Werbeplakaten in der Stadt sehen auf alle FĂ€lle vielversprechend aus. Tobi und mir lĂ€uft schon das Wasser im Mund zusammen: Ob wir wohl auch von der SpezialitĂ€t probieren dĂŒrfen, wenn wir höflich fragen?

Können wir sie ĂŒberzeugen oder nicht?

Der Moment der Wahrheit ist gekommen: Tobi und ich stehen gerade in einer Eisdiele und versuchen der Kellnerin unser Anliegen zu erklĂ€ren. Die kurze Denkpause verrĂ€t ihre UnschlĂŒssigkeit. Ich spĂŒre fast schon ihre Hin- und Hergerissenheit zwischen „Ich wĂŒrde es euch gerne geben“ und „Eigentlich muss ich dafĂŒr Geld verlangen“.

Zu unserem GlĂŒck gewinnt zweitere Überlegung: „Ok, ich lass euch das Tartufo-Eis machen. Wartet einen Moment.“ Juhuu! Ich hĂ€tte das nicht erwartet! Am liebsten wĂŒrde ich ihr sagen „Aber natĂŒrlich! Ich warte auch eine halbe Stunde darauf!“


Als wir dann 5 Minuten spÀter die EisspezialitÀt in der Hand halten, bin ich aber froh, nicht doch noch lÀnger auf die Folter gespannt worden zu sein: Ich will endlich das gute Ding probieren!

Ich muss dazu sagen: Ich bin absoluter Schokoholic. Die letzten Monate waren fĂŒr mich sozusagen wie ein Entzug. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum die zartschmelzenden EisspezialitĂ€t mit Schokosauce in meinem Mund fĂŒr eine gewaltige Geschmacksexplosion sorgt.

So sehr ich mich zusammenreiße: Schon nach kurzer Zeit befindet sich das Teil in meinem Magen. Ich will mehr! Wie gut (fĂŒr meine Gesundheit), dass wir kein Geld dabei haben xD

23. September: Tropea-der italienische Urlaubstraum

WĂ€hrend Tobi und ich uns Richtung Strand aufmachen, habe ich immer noch den verdutzen Blick des Maurers im Kopf: Er hat uns auf dem Weg hierher Autostoppen gesehen und gemeint, wir wĂŒrden nie jemanden finden, der uns mitnimmt.

Tja, das war sein Glaubenssatz, nicht unserer. Denn natĂŒrlich haben Tobi und ich uns unsere Hoffnung nicht nehmen lassen. Und wie man sieht (oder liest) hat es geklappt: Wir befinden uns in Tropea!

Bereits der Name lĂ€sst vermuten, dass sich die Perle Kalabriens am Meer befindet und wunderbare StrĂ€nde bereithĂ€lt, oder? Falls du dasselbe Bild im Kopf hast, kann ich dir jedenfalls bestĂ€tigen: Vor uns liegt ein wunderschöner weißer Sandstrand, dahinter tĂŒrkisblaues Wasser und links die Wallfahrtskirche auf einer kleinen Insel.

Tropea Santa Maria dell' Isola
Die Wahlfartskirche Santa Maria dell’Isola thront auf dem Felsen
Glasklares Wasser und Sonnenschein in Tropea
Glasklares Wasser der Spiaggia Marina dell‘ Isola

Es ist sogar so klar, dass man von dem Aussichtspunkt (von dem Tobi und ich gerade herkommen), sehen konnte, welches Schwimmzeug die Leute im Wasser anhaben!

Doch mehr als die Leute unter Wasser, interessiert uns der fischreiche Meeresgrund. Beim Schnorcheln verschlÀgt es mir mehrmals die Sprache: Die zahlreichen Meeresbewohner sind echt eindruchsvoll!

Aus mit dem Traum

Nachdem Tobi und ich einen sonnigen und erlebnisreichen Nachmittag hier in Tropea verbracht haben, wendet sich plötzlich das Blatt: WĂ€hrend unserer Essenssuche fĂ€ngt es von einem Moment auf den anderen an wie aus Eimern zu schĂŒtten.

Schnell suchen Tobi und ich uns einen provisorischen Unterstand, in der Hoffnung es möge bald aufhören. Stattdessen wird der Regen aber noch stĂ€rker! Schon nach kurzer Zeit sind wir platschnass; bei unseren RucksĂ€cken sieht es nicht anders aus…

Es dauert bestimmt eine Stunde bis Tobi und ich uns wieder auf die Straße trauen. Die kĂŒhle Luft ist zwar angenehm, aber dass ĂŒberall alles feucht ist gefĂ€llt uns weniger. Heute auf dem Strand zu schlafen ist wohl wortwörtlich ins Wasser gefallen.

Ich möchte nĂ€mlich nicht in der Nacht noch mal so ĂŒberrascht werden, d.h. wir mĂŒssen die Plane aufspannen. Und dafĂŒr mĂŒssen BĂ€ume her!

Das Lustige ist: Nicht etwa wir selbst kommen auf die Idee zu dem anliegenden (Hunde?)Park zu gehen; nein, die Empfehlung bekommen wir vom TouristenbĂŒro xD Dass es sich aber um einen Hundepark handelt, erkennen Tobi und ich erst morgen…

Werbung, unbezahlt

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