Capo Vaticano und Stromboli
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25./26. September: Kein Papst in Capo Vaticano, dafür der rauchende Stromboli

Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht: Wir haben’s 6 Uhr morgens und Tobi und ich sind tatsächlich gerade von 2 Jugendlichen geweckt worden, die einfach neben unserem Schlafplatz drauflos gerappt haben! Wie kommt man auf die Idee um diese Uhrzeit sowas zu machen?!

Am liebsten würde ich mir einen Polster über die Ohren ziehen, aber einmal wach, macht es wohl mehr Sinn, die Gunst der frühen Morgenstunde zu nutzen. Tobi und ich packen also unser Hab und Gut zusammen und brechen dorthin auf, wo wir eigentlich gestern landen wollten: Nach Capo Vaticano.

Wait…zum Strand von Capo Vaticano klettern?

Schon die Fotos im Internet haben auf einen wahnsinnig schönen Ort schließen lassen, doch die Realität beeindruckt mich noch mehr: Auf dem Weg zum Strand zieren fichi d’india (Katusfeigen) den Weg; dahinter erstrecken sich die 3 Buchten von Capo Vaticano, die Felsen und das Meer.

Capo Vaticano
Capo Vaticano

Immer wieder können Tobi und ich einen Blick des fantastischen Ausblicks erhaschen, der sogar bis zur Strada di Messina reicht. Auch das Wetter ist uns wohlgesinnt: Nur ein paar Wolken verdecken immer wieder die strahlende Sonne, was für eine willkommene Abwechslung sorgt.

Als wir nach einer ¾ Stunde dann endlich am Strand ankommen, sind Tobi und ich erleichtert. Wir hätten nicht gedacht, dass der Weg so felsig ist und demnach auch nicht, dass der Marsch so lange dauert. Im Grunde ist es ja mehr eine Kletterpartie gewesen.

Ich glaube nach dieser Anstrengung haben wir uns die Erfrischung im kühlen Nass mehr als verdient. Leider ist das Meer an manchen Stellen ziemlich voller Algen, die ja beim Sushi echt lecker schmecken, aber mir hier weniger Freude bereiten.

Nun ja: Sind wir mal dankbar für die Abkühlung; man kann ja schließlich nicht immer alles haben.

Alles nur Gerede oder ist er wirklich so beeindruckend?

Nach einem sonnigen Vormittag und einen gemütlichen Nachmittag im „Zentrum“ von Capo Vaticano (haha guter Witz…wenn es eins geben würde) bewegen wir uns uhrzeittechnisch mittlerweile Richtung frühen Abend.

Tobi und ich lehnen an einem Geländer mit dem Gesicht Richtung Sonne. Je mehr sich diese dem Horizont nähert, umso voller wird die Aussichtsplattform, auf der wir uns gerade befinden. Es scheint als würden nicht nur wir gehört haben, dass der Sonnenuntergang hier spektakulär sein soll.

Blick von Capo Vaticano auf Stromboli
Dieses Farbenspiel zusammen mit dem rauchenden Stromboli 👌

Doch noch viel schöner als der Untergang selbst, ist das Farbenspiel danach: Der gelb-orange-braune Ombré hebt sich durch die komplementäre Wirkung stark vom Meer ab und lässt den rauchenden Stromboli wunderbar zur Geltung kommen. Trotz 55km Entfernung scheint er zum Greifen nah.

26. September: Wie wir dazu kommen auf der Veranda von Tony’s Creperia zu schlafen

Nach einem nicht so freundlichen Supermarkt-Inhaber, der unser Reisekonzept so gar nicht nachvollziehen konnte, haben Tobi und ich beim Trampen schließlich mehr Glück. Ein deutsches Paar lässt uns mitfahren.

Die Beiden machen hier schon zum 3. Mal Urlaub und sind sofort von unserer Idee ohne Geld zu reisen begeistert. Hätte die Fahrt noch länger gedauert, hätten wir ihnen bestimmt noch mehr von unsere Reise erzählt.

Das echte Abenteuer in Nicotera

Ausblick auf Nicotera Marina
Von Nicotera sieht man bereits den dazugehörigen Nicotera Marina

So heißt es bereits in Nicotera Abschied nehmen und zu Fuß weitermarschieren bis zum dazugehörigen Badeort Nicotera Marina. Laut Google Maps sollten es bloß 30 Minuten bis dorthin sein, doch in der Realität kommt das nie und nimmer hin.

Zuerst verlaufen Tobi und ich uns; aber auch als wir der Beschilderung folgen, bezweifle ich, dass das hier der offizielle Weg ist. Von Rohrbruch, schlammigen Boden, hohem Gebüsch bis zu blutrünstigen Mückenschwärmen ist alles dabei.

Am Ende sehen wir so aus, als hätten wir ein Wildschwein erledigen wollen… xD

Wir landen einen Glücktreffer

Am Strand geht es also erstmals zur Grundreinigung…von…uns selbst.

Danach erst fühlen wir uns wieder menschlich genug bei den umliegenden Geschäften nach etwas Essbarem zu fragen. Das Glück scheint auf unserer Seite zu sein, denn wir gelangen zu einem wirklich lieben Besitzer einer Eisdiele.

„Da seit ihr echt im richtigen Moment gekommen“, meint Tony, während er mit dem Eisportionierer eine riesengroße Kugel Eis auf die Waffel drückt. „Ab morgen beginnt nämlich mein Urlaub, was bedeutet, alles Essbare hier muss noch aufgebraucht werden.“

Tobi und ich setzen uns auf die Terrasse, wo wir genüsslich an dem gigantischen Ding schlecken. Es dauert nicht lange, da kommen wir auch schon ins Gespräch mit anderen Gästen. Je nachdem von welchen Erlebnissen wir erzählen, schauen sie entsetzt oder warten begeistert welche Geschichte als nächstes kommt.

Ein älteres Pärchen erzählt anschließend, dass ihr Sohn auch eine ähnliche Reise gemacht habe wie wir. Er sei 5 Jahre in der Welt umhergetourt und habe jetzt in Sardinien mit Freunden ein Ökodorf gegründet. Auf den Fotos sieht der Typ auf alle Fälle mega glücklich aus.

Nach all den spannenden Erzählungen, ist es irgendwann soweit: Tony verkündet offiziell die Sperrstunde. Da er von Tobis und meiner Schlafplatzsuche mitbekommen hat, meint er, wir könnten bei ihm hier auf der Veranda schlafen. Was für ein Glück!

Die Wolken am Himmel verkünden nämlich Regen und jetzt einen Ort zu finden, wo wir die Plane aufspannen könnten, wäre schwierig geworden. Tony hatte Recht: Da sind wir echt im richtigen Moment an den richtigen Menschen geraten ❤

Schlafplatz in Nicotera bei Tony's Creperia
Unser heutiges Schlafgemach auf der Veranda von Tony’s Creperia

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