Die atemberaubende Küste der Trabocchi
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20./21. August: Die bezaubernde Küste der Trabocchi-Warum alle davon schwärmen

Mein Mund brennt zwar immer noch vom gestrigen Feigenschlemmen (neues deutsches Wort xD), aber die Früchte schauen einfach zu lecker aus, um sie nicht zu essen. Die restlichen Feigen nehmen Tobi und ich in unserem Beutel mit; jetzt geht’s auf nach Fossacesia!

Die Ortschaft liegt nur 10km von hier entfernt und doch dauert es einige Zeit bis unser Daumen-raushalten Wirkung zeigt.

An Zeit mangelt es uns wohl nicht…

Als Tobi und ich dann endlich in Fossacesia sind, stellen wir fest: Es gibt hier gar keine Bibliothek, um unsere Handys aufzuladen! Im Grunde haben wir umsonst einen Stopp eingelegt. Aber was soll’s; wir haben ja Zeit 🙂

Von Ortsansässigen bekommen wir die Empfehlung nach Rocca San Giovanni zu gehen. In der Nähe soll es anscheinend einen schönen Strand geben; Tobi und ich versuchen aber unsere Erwartungen aufgrund der vorgestigen Erfahrung niedrig zu halten…

Zu Fuß machen Tobi und ich uns also auf den Weg; es soll nur eine ¾ Stunde bis Rocca San Giovanni dauern.
Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass der Fußmarsch fast ausschließlich steil nach oben geht…

Feigenbaum mit leckeren reifen Feigen
So einem Baum voller Feigen kann man doch gar nicht widerstehen…

Zum Glück wird die Straße links und rechts immer wieder von riesengroßen Feigenbäumen gesäumt. Die Aussage, dass wir eine Stärkung brauchen wird zur Dauer-Ausrede, um eine Pause zu machen und von den süßen Früchten zu essen xD

Wie gesagt: Wir haben eh keinen Stress.

Alle guten Dinge sind anscheinend 3

Schon wieder werden wir von Plakaten empfangen: Auch hier soll es heute Abend eine Veranstaltung geben. Das Theater ist wie das Fest gestern glücklicherweise kostenlos. Also wissen Tobi und ich bereits, was wir heute Abend machen werden (auch wenn ich nicht viel Hoffnung habe, dass wir was verstehen werden, weil Italienisch ja immer noch eine Fremdsprache für uns ist…).

Rocca San Giovanni ist eine sehr kleine Ortschaft mit gerade mal 2.300 Einwohnern. Deshalb haben Tobi und ich die Erkundungstour ziemlich schnell hinter uns. Weil wir aber heute Abend das Volkstheater sehen möchten, werden wir erst morgen zum nahe gelegenen Strand trampen.

Bei einer Brombeerhecke sehen wir unsere Chance gekommen, unsere Energiereserven wieder ein bisschen aufzufüllen. Auch die Wespen wissen wohl die Gelegenheit zu nutzen, um mich zu attackieren: Kaum habe ich ein paar der Beeren gegessen, bin ich um 3 Stiche reicher…
Na, der Abend kann nur besser werden…

Theater beim Theater

Eine halbe Stunde vor Beginn kommen immer noch Leute mit ihren Fahrzeugen angefahren. Vergleicht man die Anzahl der Leute am Nachmittag und jetzt, sieht es fast so aus als wäre die ganze Stadt für dieses besondere Ereignis zusammengekommen.

Durch meine 3 Wespenstiche sitze ich verkrüppelt auf dem Stuhl, versuche mich aber -so gut es geht- mental auf die Vorstellung vorzubereiten. Doch auch die Protagonisten haben heute kein Glück: Immer wieder gibt es Tonprobleme.

Die Stimmung ist trotzdem ausgelassen; irgendwo gehören solche Problemchen wohl dazu. Ein Darsteller kann sogar so gut improvisieren, dass es fast so wirkt als wäre das Ganze gewollt xD

Nicht alles läuft immer glatt beim Theater

Am Ende des Theaters haben Tobi und ich zwar nicht so viel verstanden, trotzdem fand ich es schön bei der Veranstaltung dabei gewesen zu sein. Wir warten bis die meisten Leute mit ihren Autos weg sind, dann breiten wir unser Lager aus.

Weil ich mich während der Vorstellung doch ziemlich konzentrieren musste, um ein bisschen was zu verstehen, schlafe ich dementsprechend zügig ein.

21. August: Haben wir gerade wirklich 20€ bekommen?

Ich kanns kaum glauben: Wir haben gerade 20€ bekommen! In dem Früchteladen wollten Tobi und ich eigentlich nur um Essen fragen. Doch die 2 Besitzer haben uns sage und schreibe zwanzig Euro und eine Tüte Obst gegeben!

Voller Freude machen uns Tobi und ich auf zum Strand, der uns gestern von den Einheimischen empfohlen wurde. Beim letzten Stückchen können wir sogar mit einer Familie mitfahren. Dann stehen wir davor: Eine wunderschöne Bucht mit Kieselstrand und glasklarem Wasser!

Man kann sogar schnorcheln gehen und es sind auch nicht allzu viele Menschen hier. All das, was wir uns vorgestern vom Strand bei Ortona gewünscht haben, scheint hier auf uns gewartet zu haben! Tobi und ich sind begeistert!

Die wunderschöne Costa dei Trabocchi

Der Abschnitt von Ortona bis Vasto wird Costa dei Trabocchi (Küste der Trabocchi) genannt. Warum, sehen wir nach unserem Sonnenbad am Strand: Als wir die Küste weiterspazieren, stehen hin und hin Pfahlbauten für den Fischfang. Die Bauwerke tragen im Italienischen den Namen Trabocchi und sehen aus wie Spinnen mit ihren langen Beinen.

Ich finde diese Fischerhütten auf dem Meer total romantisch

Das mag unromantisch klingen; in Wahrheit bilden sie aber mit dem Meer im Hintergrund ein reizvolles Bild. Manche von den Holzbauten werden als Restaurant benützt. Würden wir nicht ohne Geld reisen, würden wir bestimmt in einem davon essen und der Sonne beim Untergehen zuschauen.

So bewundern Tobi und ich die Trabocchi nur von außen und suchen einen guten Platz, um weiter zu trampen.

Wir werden verjagt!

Wir werden verjagt als wir uns Brote auf dem Hauptplatz von Vasto machen wollen
Tobi wirkt viel begeisterter von unserer Idee als die Leute um uns xD

Die Stadt, in der wir heute unsere Nacht verbringen werden, heißt Vasto. Zum Abendessen fragen Tobi und ich noch um ein Brot, das wir auch ohne Weiteres bekommen. Weil wir keine Bank finden können aber endlich essen möchten, breiten wir uns einfach auf der Straße abseits vom Hauptplatz aus.

Die Leute sind aber weniger begeistert, sobald sie uns die Tomaten aufschneiden und die Brote belegen sehen. Um es ganz direkt zu sagen: Wir werden verjagt xD
Auf einer Bank weiter außerhalb können wir aber schließlich unser Abendessen verspeisen.

Jugendliche randalieren; die Polizei kommt

Tobi und ich suchen eine ganze Weile bis wir ein verlassenes Haus entdecken. Es scheint perfekt für unsere Zwecke geeignet zu sein. Als wir unser Lager ausgebreitet haben und bereits in den Schlafsäcken liegen, kommen aber Jugendliche (laut ihrer Stimme).

Wir liegen auf einer Plattform sozusagen im 1. Stock ; die Jugendlichen randalieren unter uns im Erdgeschoss. Ziegel fliegen, wir hören Glas splittern, ich habe Angst: Was wenn sie zu uns raufkommen?

Tobi schaut nach, doch dann kommt auch schon die Polizei. Wir versuchen keinen Mucks zu machen, schließlich wollen wir heute keinen anderen Schlafplatz suchen müssen. Die Jugendlichen müssen dann zum Glück (!) gehen. Hoffentlich kommen sie nicht nochmals in der Nacht während wir schlafen!!!

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