Ich am Lago di Scanno
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11. August: Auf zum Lago di Scanno

Kaum mache ich meine Augen auf, sehe ich 30cm ĂŒber meinem Kopf eine harte Eisenstange. Ach ja, wir haben ja gestern darunter unser Lager aufgespannt xD

Nachdem wir zum FrĂŒhstĂŒck ein paar der Lebensmittel von gestern gegessen haben, machen wir uns auf zum Zug. Ich bin ĂŒberzeugt die richtige Richtung gewĂ€hlt zu haben; schlussendlich laufen wir aber eine Ÿ Stunde umsonst.

Sobald wir endlich zum Gleis kommen, steht der Kontrolleur direkt vor dem Zug. Tobi ist plötzlich doch nicht mehr so ĂŒberzeugt und meint er wĂŒrde lieber trampen. Wir mĂŒssen sehr unentschlossen wirken, denn sogar der Kontrolleur kommt zu uns.

Er möchte wohl helfen, denn er fragt wo wir hin mĂŒssen (zum GlĂŒck weiß er nichts von unserem ursprĂŒnglichen Plan ohne Ticket zu fahren 🙂 ). Als er Lago di Scanno hört, meint er sofort, das Beste wĂ€re mit dem Bus dorthin zu fahren.

Kekse in Eistee einbrocken?!

Machen wir natĂŒrlich nicht xD Tobi und ich beschließen einfach zu Fuß raus aus Avezzano zu gehen, bis eine gute Stelle zum Trampen kommt. Nach einigen Metern schreit plötzlich eine Frau aus ihrem Garten: „Die Natur ist das Schönste, das es gibt.“

Tobi und ich kapieren gar nicht, dass sie damit uns ansprechen will. Erst sobald die Dame fragt, ob wir mit ihr zusammen frĂŒhstĂŒcken möchten, begreifen Tobi und ich, dass wir gemeint sind. „Eigentlich lade ich nie jemanden ein. Ich vertraue Fremden nicht. Aber ihr wirkt total ehrlich“, ist die BegrĂŒĂŸung von ihr xD

Auch das FrĂŒhstĂŒck lĂ€uft ein bisschen anders als gewohnt ab: Sie fragt, ob wir Tee haben möchten, schenkt aber in eine MĂŒslischĂŒssel Eistee ein xD Eine TĂŒte Kekse bringt sie auch noch. Tobi und ich sehen uns ratlos an: Sollen wir es ihr gleichtun und die Kekse in den Eistee brocken?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut schmeckt. Deshalb esse ich die Kekse so und trinke den Eistee aus der SchĂŒssel. Ungewohnt, aber manchmal muss man sich eben auf andere Menschen und ihre “Rituale“ einlassen. Interessant ist es allemal.

Auch die ErzĂ€hlungen, wo die jetzt schon Ă€ltere Frau frĂŒher ĂŒberall gewesen ist, sind sehr spannend. Weil sie noch Termine hat und wir gerne heute noch zum Lago di Scanno kommen wĂŒrden, verabschieden wir uns. Richtig lieb, dass sie uns ĂŒberhaupt eingeladen hat 🙂

Mit einer Steintafel zum Lago di Scanno

Auf geht's zum Lago di Scanno
Man denkt gar nicht daran, aber die Steintafel wurde nach einiger Zeit echt schwer xD Wir haben aber leider keinen Karton gefunden

Obwohl Tobi und ich ziemlich ungĂŒnstig stehen, nimmt uns nach einiger Zeit ein Italiener mit. Er macht sogar extra einen Umweg und fĂ€hrt uns bis zu einer Abzweigung, die laut ihm der bessere Spot fĂŒr eine Mitfahrgelegenheit ist.
Als der Mann uns zum Abschluss noch eine Flasche Wein schenkt, kann ich nicht mehr: Wie herzlich kann man bitte sein? ♄

Das letzte StĂŒck bis zum See fahren wir dann mit einem richtig lustigen Italiener. Er bietet Kost und Logie (woofing) gegen Mithilfe an und ist so wohl schon in Kontakt mit Leuten aus aller Welt gekommen.

WĂ€hrend der Fahrt erzĂ€hlt Marcello (wuhu! Ein Name, an den ich mich erinnern kann) von den Unterschieden der verschiedenen NationalitĂ€ten: „Die Deutschen sind immer pĂŒnktlich. Sie kommen um 10 vor 8, anstatt um 8 Uhr, sagen dann aber auch um Punkt 6 ‚So wir haben fertig‘.“

„Die Amerikaner kommen ein bisschen nach 8 Uhr, sind aber bereit lĂ€nger zu arbeiten. Wenn man SĂŒdtiroler fragt, woher sie kommen und man meint dann ‚Aah, ihr seid also von Trentino‘, bekommt man schnell zu hören ‚Nein, ich habe SĂŒdtirol gesagt!‘.“

Tobi und ich mĂŒssen lachen. Es ist einfach wirklich so xD

So herrlich!

Der Lago di Scanno ist echt einen Besuch wert
Der Lago di Scanno ist echt einen Besuch wert!

Beim See angekommen, suchen wir uns sofort ein halbwegs ruhiges PlÀtzchen. Das ist gar nicht so einfach, denn der Ort scheint beliebt zu sein. Da wo wir uns niederlassen ist es zwar ruhiger, aber liegen können wir nicht.

Also sitzen auf den Steinen und versuchen ein bisschen Sonne abzubekommen. Es ist herrlich zur AbkĂŒhlung ins kalte Wasser zu springen und wieder mal schwimmen zu gehen. Nach einigen Stunden wird es langsam ruhiger; dafĂŒr das Knurren unseres Magens immer lauter.

Wir fragen beim Kiosk, ob sie etwas ĂŒbrig haben. Am Beginn scheint es so als hĂ€tten wir Pech. Doch dann sehen wir die Angestellte auf uns zukommen: Sie hat 2 Salamibrote in der Hand! Welch Freude!

Wir sind betrunken

Nach einem Monat wieder Alkohol trinken

Zur Feier des Tages entkorken wir noch den Wein. Er passt hervorragend zum Salamibrot. Nur: Tobi und ich haben seit einem Monat keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken. Dementsprechend zeigt der herbe Rotwein schon nach kurzer Zeit seine Wirkung. Beschwipst liegen Tobi und ich also am Ufer und mĂŒssen bei allem Möglichen kichern.

Ich glaube die (alkoholische) Grundlage brauchen wir auch, damit wir heute Nacht trotz der ziemlichen Schieflage gut schlafen. Dort wo wir unser Lager aufgespannt haben, ist der Untergrund nÀmlich ziemlich schief. Aber was solls: Das Glitzern der Lichter im See bietet eine gute Ablenkung und lÀsst in Kombi mit dem Wein schnell einschlafen.

Unser Schlafplatz beim Lago di Scanno war in totaler Schieflage
Ich glaube man sieht, wie schief der Platz war…

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