Die Piazza del Plebiscito in Neapel
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1. September: In Neapel ohne Geld-geht das?

Ich weiß nicht was schlimmer ist: Das Kribbeln der Mückenstiche auf meinem ganzen Körper oder das Jucken der Pusteln auf meinen Füßen. Als es hell wird und meine biologische Uhr sich bereit fürs Aufstehen macht, fühle ich mich jedenfalls wie gerädert. Die ganze Nacht habe ich nämlich kein Auge zugemacht!

Mit dem Gedanken, heute all die geheimen Gassen und Winkeln von Neapel besser kennenlernen zu dürfen, versuche ich mich zu motivieren. Damit Tobi und ich nicht die zentnerschweren Rucksäcke mitschleppen müssen, verstecken wir sie im Gebüsch. Bis jetzt haben wir nur diese eine schlechte Erfahrung gemacht; ich glaube nicht, dass sich das heute wiederholt.

Es war ein Fehler…

Da Tobi und ich uns gestern die Mühe gemacht haben, den ganzen steilen Weg inklusive Treppen bis hierher zurückzulegen, möchten wir auch was von der Anstrengung haben. Wir machen eine Aussichtsplattform ausfindig und staunen nicht schlecht:

Auch wenn wir kein gutes 180° Foto hinbekommen haben, besticht die Basilica Madre del Buon Consiglio mit ihrer bläulichen Kuppel

Bereits von hier verlocken Kuppeln, Kirchen und andere architektonische Wunder näher erkundet zu werden. Voller Neugier starten Tobi und ich also unsere Tour. Wir lassen uns nicht abbringen von der stickigen Luft und der gleißenden Sonne, die uns entgegen knallt. Es hat jetzt am Vormittag bestimmt schon 35°C…

Bei einem Cafè hinterlegen wir unsere Powerbank, was sich aber als Fehler erweist. Als wir nämlich unten an der Küste ankommen, haben wir gerade mal 1½ Stunden, um dort die Paläste und anderen Sehenswürdigkeiten anzuschauen.

Schlechte Planung, würde ich sagen… Wir hätten nämlich vorher nachschauen können, wann das Cafè schließt. Aber na gut, so sind Tobi und ich nun mal xD

Wir laufen also wieder quer durch die überfüllte Altstadt zurück; das Vorbeiquetschen bei den ganzen Menschen raubt Nerven. Um danach wieder zurück zu den Palästen zu kommen, wiederholt sich natürlich dasselbe Spiel.
Aber was Gutes hat das Ganze: Tobi und ich kennen bereits nach diesem einen Tag die Altstadt in- und auswendig 🙂

Wie schmecken typische Spezialitäten von Neapel?

Kreativ: Babà und Vesuv in einem

Weil wir die ganze Zeit dem verlockenden Duft von Pizza, Gebäck und anderen neapolitanischen Köstlichkeiten ausgesetzt waren, können wir nicht anders: Tobi und ich müssen etwas von dem reizvollen Zeug probieren.

Wir kratzen das Geld unserer Reisekasse zusammen; jetzt heißt es planen: Hier in Neapel gewesen zu sein ohne eine Pizza probiert zu haben, geht nicht. Gleichzeitig möchten wir aber unbedingt eine andere typische Spezialität testen, die wir noch nicht kennen.
Schwierig, wenn man sich zum Ziel gesetzt hat ohne eigenem Geld zu reisen…

Uns sticht ein Geschäft mit Taralli ins Auge: Die kleinen herzhaften Gebäckkringel sind mir bereits in der Altstadt aufgefallen. Es muss also definitiv etwas Typisches für Neapel sein. Ich kenne sie zwar schon von uns zuhause, aber diese hier sehen komplett anders aus. Unsere Neugierde ist geweckt, also dann mal los!

Neapolitanische Taralli

Das helle Klimpern der Münzen auf dem Tresen verrät bereits, dass wir nicht viel ausgesucht haben. 3 verschiedene Taralli sollten aber reichen, um sagen zu können man habe etwas typisches Neapolitanisches probiert, oder?

Wir behalten sie für später auf und machen uns erstmal auf den Weg zurück in den Park. Dieser schließt nämlich schon um 19.30 und wir möchten die Erfahrung in Rom nicht wiederholen…

Uns kommen die Tränen bei diesem Essen…

Unterwegs haben Tobi und ich noch bei einem Inder um etwas Essbares gefragt… und auch bekommen 🙂 Schon während dem Lageraufbau läuft mir bloß beim Gedanke an Essen das Wasser im Mund zusammen. „Hunger!“

Ich versuche die Taralli so langsam wie möglich zu essen, um so lange wie es nur geht etwas von dem Genuss zu haben. Wobei ich sagen muss, dass sie doch ziemlich dem entsprechen, wie ich sie im Kopf hatte.

Beim indischen Essen sind Tobi und ich aber beide erstaunt: Es ist so scharf, dass uns die Tränen die Wangen herunterlaufen! Da hat der Koch oder die Köchin wohl ordentlich Chili reingeballert… Krass, dass Menschen so ein unterschiedliches Empfinden von Schärfe haben.

Also wenn jetzt nicht alle bösen Keime in unseren Körpern abgetötet sind, dann weiß ich auch nicht…

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