eine woche ohne handy im nationalpark in sizilien
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1.-3.Oktober: Wildcampen im Nationalpark-Eine Woche ohne Handy!

Tag 1

Eine Woche ohne Handy.

Das ist die Abmachung von Tobi und mir. Es geht n├Ąmlich in den Nationalpark von Fiumedinisi, wo wir nat├╝rlich nicht unsere Smartphones bei einer Bar aufladen k├Ânnen. Au├čerdem glauben wir, dass wir in dem Naturschutzgebiet sowieso nicht gro├čartig Netz h├Ątten. Und abgesehen davon m├Âchten wir uns auch ganz auf das Abenteuer ÔÇ×Irgendwo im NirgendwoÔÇť einlassen und nicht st├Ąndig auf das viereckige Ding starren.

Ernsthafte Startschwierigkeiten

Tobi und ich werfen also noch ein letztes Mal einen Blick auf Google Maps und versuchen uns den Weg einzupr├Ągen: Geradeaus, an dem Restaurant vorbei, dann kommt die Br├╝cke, dann links…

Ein fotografisches Ged├Ąchtnis zu haben w├Ąre eine tolle Sache: Bereits nach etwa 30 Minuten befinden wir uns auf einen Pfad, der meinem Bauchgef├╝hl nach zu urteilen nicht richtig ist. Wir haben weder das Restaurant gesehen, noch die Br├╝cke…

Also hei├čt es erstmals den gut gemeinten Vorsatz brechen und das Handy rausnehmen. Wo Tobi und ich wohl falsch abgebogen sind?

Wir haben es uns anders vorgestellt

Nachdem wir uns neu orientiert und bereits einige Kilometer zur├╝ckgelegt haben, entscheiden wir es f├╝r heute gut sein zu lassen. Tobi und ich stellen an einem Baum unsere Rucks├Ącke ab; die zwei ausgebrannten schwarzen Kreise daneben verraten, dass schon mal jemand hier gewesen ist.

So im Allgemeinen sind wir recht zufrieden mit dem Platz, den wir hier gefunden haben. Trotzdem haben wir uns das Ganze ein wenig… ich w├╝rde sagen… abgeschiedener vorgestellt. Wir befinden uns hier n├Ąmlich direkt zwischen dem Fluss und der Stra├če und immer wieder rollt ein Auto vorbei. Survival Gef├╝hl kommt hier wenig auf.

Naja, f├╝rs Erste bleiben wir mal hier; mal sehen wo uns der Weg morgen hinf├╝hrt.

Tag 2

Essen ist ein Bed├╝rfnis, genie├čen eine Kunst

Outdoor Schlafplatz im Nationalpark von Fiumedinisi
Unser Schlafplatz; links verl├Ąuft der Fluss, rechts die Stra├če

Bis jetzt ist mir der Verzicht aufs Handy nicht gro├čartig schwergefallen; nur zum Ablesen der Uhrzeit greife ich immer automatisch in meine Hosentasche…die nat├╝rlich leer ist. Zum Gl├╝ck gibt’s da aber noch die Anzeige auf Tobis Digitalkamera.

Jetzt geht es jedoch erstmal ans Feuer Machen. Die Nacht war n├Ąmlich arschkalt und ein bisschen Komfort muss schlie├člich auch sein.
Zum Fr├╝hst├╝ck m├Âchten wir eine Art Chili sin carne machen. Die Bohnen, Tomaten, Melanzane und den Mais daf├╝r hat Tobi gestern in einem umliegenden Garten gefunden*.

*Bevor du dir jetzt denkst ÔÇ×OMG, haben die Beiden wirklich Essen geklaut?!ÔÇť: Hier befinden sich viele unbewohnte H├Ąuser, die oft sogar nur mehr eine Ruine sind, weil schon so lange niemand drin gewohnt hat. Die Zutaten hat Tobi eben im anliegenden Garten von so einer Ruine gefunden.

eine woche ohne handy; kochen ist die neue besch├Ąftigung
Kochen ist die neue Besch├Ąftigung ­čÖé

Da wir aber nur einen Topf haben, m├╝ssen wir alle Komponenten einzeln braten: Das dauert.
Erst nach ganzen 3 Stunden sitzen Tobi und ich vor unserem Festmahl. Als ich das erste Mal davon zu probieren wage, geschieht etwas ganz Unerwartetes: Mit einer Dankbarkeit, die ich noch nie zuvor so krass gesp├╝rt habe, genie├če ich ganz bewusst jeden einzelnen Bissen.

Und ich muss sagen: Es schmeckt einfach nur g├Âttlich!
Interessant, wie so banale Dinge pl├Âtzlich einen ganz anderen Stellenwert bekommen ­čÖé

ultra leckeres chili sin carne

Tag 3

Werden wir verjagt?

Nach dem k├Âstlichen Mittagessen (ich glaube das trifft es besser als Fr├╝hst├╝ck) haben Tobi und ich uns noch ein wenig weiter in den Nationalpark gewagt. ├ťber Stock und Stein sind wir schlie├člich zu einem halbwegs geraden Wiesenst├╝ck gelangt, das wir unter Beschlag genommen haben.

Frag mich nicht was ich da hinten im Geb├╝sch gesehen habe

Versteckt sind wir hier nicht; bestimmt kann man schon von Weitem unsere Plane erkennen, die wir wegen des Regens aufgespannt haben. Als der Bauer auftaucht, dem das Grundst├╝ck hier geh├Ârt, habe ich bereits Bammel: Ist er gekommen um uns zu verjagen?

Verdutzt stelle ich fest, dass er stattdessen was mitgebracht hat: Eine T├╝te voll Weintrauben und ein Feuerzeug. Total ├╝berrascht nehmen wir das Geschenk an und stammeln irgendetwas, in der Hoffnung er w├╝rde die Entschuldigung verstehen.

Unsere Kommunikationsgrundlage ist n├Ąmlich nicht die beste: Der Mann hat ein Dialekt, das f├╝r uns Norditaliener nicht ├Ąrger sein k├Ânnte; umgekehrt sieht es wahrscheinlich nicht anders aus. Demnach ist es mehr ein freundliches Nicken als ein wirkliches Verstehen, sobald er spricht.

Tobis neuester Fund
Meine Haare sind on fleek xD

Scheitert unser Vorsatz ÔÇ×eine Woche ohne HandyÔÇť auszuhalten?

Als sich der Bauer wieder verabschiedet hat, machen Tobi und ich uns ans Feuer. Da es bereits gestern geregnet und sich auch heute wettertechnisch nichts ge├Ąndert hat, ist Geduld gefragt. Denn nicht nur die ganzen aufgestapelten ├äste sind feucht; sobald das Gras darunter ein bisschen zu rauchen anf├Ąngt, ergie├čt sich schon der n├Ąchste Schwall ├╝ber uns.

ÔÇ×Verflixt nochmal! So wird das nie was!ÔÇť Zum 5. Mal probieren Tobi und ich zwischen den heftigen Regeng├╝ssen das Feuer zum Laufen zu bringen. Ich habe kein Bock mehr… M├╝ssen wir halt ohne Abendessen ins Bett!

Am liebsten w├╝rde ich jetzt das Handy rausnehmen und mir einfach ein Video reinziehen. Die Versuchung ist gro├č, aber nein: Ich bleibe stark! Vielleicht sollte ich besser beten, dass wenigstens noch die restlichen Tage die Sonne rauskommt…

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