Der Lago Castel Ruggero ist ein guter Ort zum Entspannen
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12./13. Juli: Ein Mann belästigt uns & wir gehen ohne Geld feiern

An einem See aufzuwachen ist schon echt besonders. Keine Menschenseele weit und breit. Perfekt für einen Erholungstag. Denken wir uns jedenfalls…

Nach unserer Morgenmeditation spazieren wir um den See uns sammeln Brennholz. So langsam trudeln die ersten Badegäste ein. Die meisten steuern den inoffiziellen FKK-Strand an, der wohl ein Treffpunkt für die Menschen aus der Umgebung ist. Da weder Tobi noch ich besonderes Interesse an nacktem Sonnenbaden haben, gehen wir zurück zu der Stelle, wo wir die Nacht verbracht haben.

Wir werden von einem Typen belästigt

Es dauert nicht lange, da kommt ein Mann vorbei, der sofort komisch auf mich wirkt. Weil er wissen möchte wie er am besten zum FKK-Strand kommt, beschreibe ich ihm den Weg. Doch bereits nach 10 Minuten kommt er wieder.

Ohne zu fragen setzt er sich einfach neben uns hin und beginnt irgendwelches Zeug zu labern. Von wegen er kenne die Leute hier und würde scharf auf den Typen im roten T-Shirt sein (der sich auf die andere Seite des Sees hingelegt hat).

Ich meine: Was interessiert mich das? Und wenn er die Leute hier kennt, warum fragt er mich wo sich der FKK-Strand befindet? Also irgendwas stimmt mit dem Typen nicht, das spüre ich…

Sobald er ohne Klamotten mit einer Latte das 10.x an uns vorbeiläuft, wird es mir zu bunt. Ich sage er soll abhauen und uns in Ruhe lassen. Zum Glück kapiert er die Ansage und verschwindet. So ein komischer Kauz…

Wäsche waschen wie in der Steinzeit

Wäsche waschen in der Natur ohne Waschmittel
Fast so wie in der Steinzeit xD Ohne Waschmaschine und ohne Waschmittel klappt aber nicht so gut

Um den Typ zu vergessen und weil wir dringend Wäsche waschen müssen, entscheiden wir uns das hier zu probieren. Vor der Reise habe ich mich schon mit natürlichen Waschmitteln beschäftigt und herausgefunden, dass Efeu, Birkenblätter und Seifenkraut Saponine enthalten.

Efeu wächst hier genug, also geht’s an die Praxis. Wir sammeln einige Blätter und lassen diese aufkochen, damit die Saponine frei werden. Die Klamotten, die wir dringend (sauber!) brauchen, kippen wir in unseren Regenponcho/Unterlage rein. Wir können leider nicht alles waschen, weil wir nur einen 1,5l Kochtopf zum Wasser heiß machen haben.

Es sieht aus wie in der Steinzeit xD Damals hätte man vermutlich auch gesagt die Wäsche sei sauber. Wir müssen aber zugeben: Das Experiment ist gescheitert. Unser schrubben war gut gemeint, gebracht hat es nicht viel. Egal-ein Versuch war’s wert.

Ich habe mich so erschreckt

Ein Helikoptereinsatz, um wahrscheinlich einen Waldbrand zu löschen

Am Abend sitzen Tobi und ich gemütlich beim Lagerfeuer bis wir plötzlich Rotorengeräusche hören. Ein Helikopter steuert geradewegs auf uns zu; ich schiebe schon voll die Panik, dass es wegen unserem Feuer ist.

Dann sehen wir, wie er mit einem Feuerlöschbehälter Wasser einsammelt. Irgendwo in der Nähe muss wohl ein Waldbrand sein. Mich überkommt das schlechte Gewissen und die Angst, ob wir wirklich alle bisherigen Feuerstellen zuverlässig gelöscht haben. Schnell schiebe ich den Gedanke beiseite.

13. Juli: Unsere persönlichen Wegweiser

Zu Fuß machen wir uns auf, die nächste Ortschaft zu erkunden. Auf dem Weg treffen wir auf zwei putzige Hunde. Immer wenn wir uns weiterbewegen, laufen auch sie ein Stück weiter. Aber bei jeder Kreuzung warten sie auf uns und zweigen dann ab, als würden sie sagen wollen: „Hier geht’s lang.“

Das lustige ist, dass sie laut unserem Navi immer den richtigen Weg anzeigen. Kurz vor der Ortschaft, wo Tobi und ich hinwollen, laufen die zwei persönlichen Wegweiser aber die andere Straße entlang. Wir wissen nicht: „Sollen wir ihnen folgen? Interessant wäre es schon…“

Schlussendlich entscheiden wir uns aber dagegen und folgen dem anderen Weg. Mir kommt es fast so vor, als würden die Hunde uns enttäuscht anschauen. Was die Kleinen sich wohl denken und wohin sie uns geführt hätten?

So funktioniert trampen!

Bei einer Kreuzung stellen wir uns fürs Trampen auf, d.h. Arm raus, Brust raus xD, Daumen nach oben. Tatsächlich haltet geradewegs ein Auto. Besser gesagt ein Lieferwagen. Der Fahrer ist ein Hydrauliker; ein super netter Kerl.

Er chauffiert uns sogar weiter als er müsste, obwohl seine Arbeit ruft. Auch wenn manche von euch das jetzt nicht verstehen werden: Für mich war es eine besondere Erfahrung mal in einem Lieferwagen zu sitzen.

Dieser nette Typ hat uns beim trampen aufgegabelt
Leider wieder unscharf. Ich kann euch aber garantieren: Seine Güte konnte man schon in den Augen erkennen

In der Ortschaft fragen wir um ein paar Früchte und Brot; unser Mittagessen. 2 Studentinnen aus Texas geben uns im Tausch gegen die Armbänder ein paar Münzen; yippie!

Mit zwei Serben dürfen wir dann bis nach Siena mitfahren, was mich eigentlich positiv stimmen sollte. Ich bin aber einfach nur froh, sobald ich aussteigen kann. An ihren Fahrstil könnte ich mich glaube ich nicht mal in 5 Jahre gewöhnen. Beide waren bekifft und konnten 0 verstehen warum wir die Reise machen. Für sie waren wir Verrückte, genau wie die beiden für uns. Tja, nicht jeder hat dieselbe Lebenseinstellung.

Wir gehen feiern; ohne Geld….

In Siena finden wir -wider unseres Erwartens- ziemlich schnell unseren Schlafplatz. Neben einem verlassenen Wasserbecken breiten wir unsere Schlafstätte aus. Weil wir aber Musik vom Zentrum hören, gehen wir nicht schlafen, sondern googeln welche Veranstaltung heute abgehalten wird.

Als wir lesen, dass ziemlich in der Nähe ein Fest abgehalten wird, ziehen wir uns frische Klamotten an, Cappy rauf und los geht’s!

Feiern ohne Geld in Siena
Auch wenn wir ohne Geld hier sind; lustig ist es trotzdem

Mich erstaunt es, wie gut es sich diese Feierlaune anfühlt. Vor allem, weil ich das Feiern gehen ja nicht bewusst vermisst habe. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass wir die letzten Tage nie mehr unter so vielen Menschen waren.

Das einzige Manko ist ohne Geld hier zu sein. Und ein komisches Gefühl ist auch zu wissen, dass unsere Sachen ganz alleine bei unserem Schlafplatz sind. Hoffentlich kommt niemand und klaut was…!

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