Backpack
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Die ultimative Packliste für deine Reise ohne Geld

Überfluss ade, Minimalismus juche!

Seien wir mal ehrlich: Wieviel, von dem was wir tagtäglich benützen, brauchen wir wirklich? Alles, was über unsere Grundbedürfnisse hinausgeht, ist eigentlich schon Luxus. Das 3. Paar Schuhe, der Spiegel an der Wand; sogar das warme Wasser beim Duschen. Der Überfluss ist schon längst zur Normalität geworden.

Ich finde, genau deshalb ist reisen als BackpackerIN so toll. Man schafft es nicht all den überflüssigen Schnickschnack in einem Rucksack unterzubringen. Geschweige denn, ihn dann auf dem Rücken zu tragen. Man ist also gezwungen auszusortieren und loszulassen.

Wie möchtest du reisen?

Bevor du deine Reiseliste schreibst, musst du wissen WIE du reisen möchtest. Mit Geld zu reisen ist nochmals eine andere Geschichte, weil du dich nicht um Schlafplatz, Essen, Duschen,… kümmern musst. Aber darum soll es hier nicht gehen.

In diesem Beitrag möchte ich dir ein paar Möglichkeiten zeigen wie du kostenlos reisen kannst:

  • als Workawayer/Woofer: für Kost und Logie arbeiten; https://www.workaway.info/ und https://wwoof.net/ sind da gute Anlaufstellen; allerdings ist bei beiden die Anmeldung kostenpflichtig
  • work for accomodation: du hilfst in einer Unterkunft und bekommst den Schlafplatz gratis; für das Essen musst du selbst aufkommen
  • work and travel: ein bisschen arbeiten, um dann mit dem Geld zu reisen
  • couchsurfing: auf der Plattform https://www.couchsurfing.com/ fragst du Leute an, die dir ihre „Couch“ anbieten. Die Anmeldung ist auch kostenpflichtig. Für uns hat es nicht geklappt, aber wenn du länger im Voraus anfragst, könnte es zu spannenden Kontakten kommen.
  • planlos reisen: nicht arbeiten, in der Wildnis schlafen, irgendwo sich Essen beschaffen. Motto: Irgendwie wird es schon klappen!

Das muss deine Packliste enthalten

Da mein Kollege und ich das volle Abenteuer und das Gefühl von Freiheit wollten, haben wir die letzte Möglichkeit gewählt. Die anderen Optionen waren uns zu konventionell xD Demnach beinhaltet unsere Packliste auch Sachen fürs Schlafen. Wenn du eine der anderen Optionen wählst, kannst du den Platz im Rucksack getrost für was anderes nutzen.

Wie schon in diesem Post erwähnt, hat mich diese Aussage total beeindruckt: Je mehr Komfort ihr haben wollt, umso mehr bezahlt ihr. Prinzipiell kann man auch auf Pappe auf dem Boden schlafen; alles andere fällt für mich schon unter Luxus.“

SO minimalistisch ist meine bzw. unsere Packliste dann auch nicht, aber ein klein wenig hat mich dieser Satz schon beeinflusst. Nun aber zu der ultimativen Liste:

  • RUCKSACK:
    Mein Backpack hatte ich schon bei der Reise nach Australien. Auch bei dieser Reise hat er gute Dienste geleistet. Die Nähte sind schon ein bisschen aufgeplatzt, aber hätte ich ihn nicht so vollgestopft und überladen, würden sie bestimmt noch heil sein. Nimm nicht einen sehr großen, denn wir Menschen tendieren dazu, soviel mitzunehmen, wie Platz ist.

    ->Ich hatte den Trekkingrucksack McKinley Make in der Größe 50+10l und kann ihn empfehlen
  • SCHLAFSACK:
    Beim Schlafsack solltest du nicht sparen, weil ein erholsamer Schlaf wichtig ist. Wenn du nachts frierst, wirst du am nächsten Tag kaum ausgeschlafen dem nächsten Abenteuer begegnen können.
    • Die 3 Temperaturangaben: beim Extremwert überlebt eine durchschnittliche Frau gerade so, Limit bedeutet ein Durchschnittsmann friert noch nicht und bei der Komforttemperatur kann die Durchschnittsfrau angenehm schlafen. Ich würde mich an dem Komfortwert richten und dabei sicherheitshalber noch 10 Grad dazurechnen. Damit schläfst du dann auch wirklich komfortabel.
    • Form: Ein Decken-Schlafsack garantiert die höchste Beinfreiheit, ist aber kälter als ein Ei-förmiger Schlafsack. Der Mumienschlafsack ist an die Körperform angepasst und hält deshalb am besten warm.
    • Größe: Rechne 30cm zu deiner Körpergröße; das ist dann die optimale Länge von deinem Schlafsack (inkl Kapuze!). Willst du deine Kleidung im Fußraum für den nächsten Morgen warm halten, dann ist es besser einen größeren Schlafsack zu kaufen.
    • Innenmaterial: Daunenfüllungen sind zwar federleicht, doch einmal nass, brauchen sie Ewigkeiten zu trocknen. Für mich sind deshalb nur Kunstfüllungen in Frage gekommen.
    • Zusatzaustattungen: Achte auf einen Wärmekragen und eine Kapuze mit zusammenziehbarer Kordel; das ist Gold wert. Eine Abdeckleiste beim Reisverschluss verhindert, dass er einklemmt.

      ->mit dem Deuter Orbit SL 0 bin ich ganz zufrieden gewesen, auch wenn ich bei der Temperaturangabe +10° rechnen würde

  • ISOMATTE:
    Ohne eine gute Unterlage, nützt dir auch der beste Schlafsack nichts.
    • Der R-Wert zeigt dir, wie gut die Matte gegen die aufsteigende Kälte vom Boden isoliert. Schläfst du bei kalten Temperaturen, ist besser ein hoher R-wert (so 3-4), bei kurzen Aufenthalten in warmen Gebieten sollte ein Wert von 1-2 reichen.
    • Es gibt die allbekannten Luftmatratzen; die gehen jedoch schon bei einem kleinen Stich kaputt. Also nicht so ideal für eine sehr abenteuerliche Reise, wie wir sie vorhatten. Der Vorteil ist, dass sie einen hohen Liegekomfort mit sich bringen.
    • Bei selbst aufblasbaren Isomatten sollte man aufpassen, dass die Beschichtung innen nicht abgeht. Das passiert öfters, wenn solche Matten lange nicht verwendet werden. Damit man schön weich liegt, muss man normalerweise noch kurz reinpusten. Der Speichel, der dabei zwangsläufig mit reingeht, befeuchtet den Innenraum. Das kann wiederum dazu führen , dass sich das Material innen bei kalten Temperaturen trennt. Weich liegen, ade! Sie sind leicht und platzsparend mit mittelmäßigem Komfort.
    • Schaumstoffmatten haben den Vorteil sehr robust und leicht zu sein. Perfekt für unsere Reise! Der R-Wert ist eher niedrig, aber die Therm-A-Rest Z Lite (R-Wert 2,2) hat für unsere Bedürfnisse völlig ausgereicht. Wenn du eine haben willst für alle Jahreszeiten, ist eine Matte mit höherem R-Wert besser. Ich war es gewohnt auf dem Boden zu schlafen, deshalb hat mir die Dicke von nur 2cm nichts ausgemacht.
    • Ein Biwacksack (Schutzhülle )macht Sinn bei kurze Aufenthalten oder wenn du nicht nur zu Fuß unterwegs bist, weil ganz ehrlich: Wer hat Bock und Platz noch eine Schutzhülle mitzunehmen?

      ->Props an die Therm-A-Rest Z Lite; ich hätte nie gedacht, dass diese Isomatte so robust ist. Wir haben wirklich jeden Tag (oder soll ich lieber Nacht sagen?) darauf geschlafen; erst nach 3 Monaten ist sie platt gelegen gewesen.

  • REGENPONCHO:
    Mir ist es wichtig gewesen, von der Feuchtigkeit des Bodens geschützt zu sein. Weil wir vorhatten viel in der Natur zu schlafen und Regen unvermeidlich ist, ist eine gute Unterlage unerlässlich. Ich liebe multifunktionale Dinge, weshalb ich mich für einen 3 in 1 Regenponcho entschieden hatte. Somit hatte ich nicht nur eine Unterlage für den Boden, sondern tagsüber auch einen Regenmantel. Theoretisch könnte man den Poncho auch als eine Art Tarp benützen. Wir wollten aber sowieso ein extra Tarp besorgen, weil wir Unterlage UND Überdachung haben wollten. Achte auf die Wassersäule; 1500mm sind genug für kurze Regenschauer; ich würde jedoch auf einen noch höheren Wert setzten.

    ->Gib einfach Regenponcho 3in1 ein; da gibt es viel Auswahl.

  • TARP:
    Ein Tarp ist ein Art offenes Zelt. Es ist eine Plane mit Ösen an der Seite und schützt vor Wind und Wetter. Je nach Größe, kann es unterschiedlich aufgebaut werden. Wir haben auf eine geringe Wasserdurchlässigkeit geachtet (3000mm). Wenn wir nass geworden sind, dann nur, weil wir nicht mit Regen gerechnet haben und das Tarp noch im Rucksack war XD

    ->Wir hatten das Tarp 3×3 DD von Hammocks und sind sehr zufrieden gewesen. Für zwei Leute reicht es; wobei 3x4m sicher auch praktisch gewesen wäre. Es gibt wohl noch ein leichteres Tarp derselben Marke, allerdings habe ich gelesen es sei nicht so robust.

  • SÄGE:
    Unsere war ein- und ausziehbar, was ziemlich praktisch war. Ein wechselbares Sägeblatt macht auf alle Fälle Sinn. Sonst müsst ihr die ganze Säge wegschmeißen, wenn das Sägeblatt abbricht. #nichtsehrnachhaltig

    ->die Fiskars Säge 25,5cm hat ihre Dienste getan, aber das Sägeblatt ist leider nicht austauschbar

  • MESSER:
    Ein Taschenmesser und ein großes hat für uns gereicht. Welches für dich ideal ist, hängt vom Verwendungszweck ab. Willst du Holzscheite spalten, empfehle ich ein dickeres, nur als „Küchenmesser“ sollte die Klinge scharf sein.

    ->da gibt es so viele verschiedene; je nach euren Bedürfnissen ist das eine oder das andere besser geeignet, weshalb ich keine allgemeine Empfehlung abgeben möchte

  • KOCHSET:
    Es gibt mehrteilige Kochsets, die nützlich sind, wenn du vorhast viel zu kochen. Wir hatten einen Topf mit 1.5l Fassungsvermögen, 2 Schüsseln, 2 Scheidebretter (unpraktisch, weil viel zu klein), Kelle und Pfannenwender. Das Set war aus Edelstahl; Titan ist leichter aber auch weniger robust. Geschirr aus Aluminium würde ich versuchen zu vermeiden (falls das überhaupt noch erhältlich ist); Schwermetalle-und-so…

    ->Ich schwöre noch heute auf das 10-teilige outdoor Kochset von Stanley; für 2 Personen ist es ideal gewesen.

  • TASSE:
    Ich muss sagen, bei mir ist sie nicht oft in Verwendung gewesen. Für den ein oder anderen Kaffee/Tee erfüllt sie ihren Zweck.

  • BESTECK:
    Vom Bundesheer gibt es Klappbesteck; das anscheinend ziemlich stabil ist. Ich habe eines aus Plastik gekauft. Da muss man allerdings immer aufpassen, dass man es nicht ausversehen beim Feuer liegen lässt.

  • MÜCKENNETZ:
    Ich hätte mir nie gedacht, dass unseres die Reise übersteht. Jeden Morgen mussten wir Stöckchen, Laub und anderes Gedöns händisch herauspicken; aber hey: besser als juckende Stiche zu haben. Wir haben eines gewählt, das oben einen Ring zum Aufhängen hat und zusammenfaltbar ist.

    ->klare Empfehlung für meinen Lebensretter: das RSP Moskitonetz für Reisen

  • STIRNLAMPE:
    Kann abends oder beim nächtlichen Klo-Gang Gold wert sein. Obwohl wir sie wenig in Gebrauch hatten, weil wir dann doch das Handy benutzt haben, würde ich sie nochmals kaufen. Unsere war wasserfest und mit einem USB-Kabel aufladbar.

    ->Unsere war die hier: Blusmart LED Stirnlampe

  • SOLARPOWERBANK:
    Vor der Reise wollte ich Tobi überzeugen, dass wir genug mit meiner Powerbank haben (10.000mhA). Im Endeffekt war aber ich es, die immer bei seiner Powerbank aufgeladen hat. Zu meiner Verteidigung: seine hatte 25.000mhA. Das Aufladen der Powerbank über die Solarpanele funktioniert, dauert jedoch lange. Bei uns war sie nur vollgeladen, wenn die Sonne von morgens bis abends direkt auf die Panele geschienen hat. Doch wenig Akku haben ist immerhin noch besser als gar keinen, oder?

  • WASSERFILTER:
    Wir hatten den von Sawyer Mini und der war unglaublich oft in Gebrauch. Ihr solltet vielleicht nicht gerade das Wasser von einem total verschlammten Tümpel filtern, weil dann der Filter verstopfen kann. Angeblich soll unser Modell 99,99% aller BAKTERIEN (nicht Viren!) abtöten. Die mitgelieferten Trinkbeutel sind relativ schnell kaputt gegangen. Wir waren allerdings auch sehr abenteuerlich unterwegs…

    ->Wie gesagt, haben wir den Sawyer Mini Wasserfilter gekauft und sind damit voll zufrieden gewesen

  • PARACORD:
    Wir hatten eins mit 25m und haben es auf verschiedene Längen zugeschnitten. Würde ich es nochmals kaufen, würde ich eines höherer Qualität nehmen, weil es robuster ist und länger hält. Bei unserem hat sich ziemlich schnell das Innenleben verschoben, heißt es war labbrig und nur noch als Wäscheleine brauchbar.

  • REISEAPOTHEKE:
    Eine Notfallapotheke ist unerlässlich; nimm lieber was anderes nicht mit, bevor du Pflaster, Verbandsmaterial, Medikamente (gegen Kopfschmerzen, Durchfall, Schmerzen), Salbe zuhause lässt.

  • PERSÖNLICHE SACHEN:
    • wichtige Papiere: Ausweis/Pass, Impfausweis, evtl. Kreditkarte
    • kleines Notizheft (Tagebuch) + Stift
    • Nähset (wenn man weiß, wie Löcher provisorisch zunähen geht)
    • Kulturbeutel
    • evtl. elektrischer Rasierer/Rasierklinge
    • Klamotten: bei mir waren es 5 Tshirts, 1 Pullover, 4 Hosen, Unterwäsche, Socken, 1 Regenjacke, 1 Bandana, 1 Bikini, Badetuch
    • Digitalkamera wenn du auf bessere Fotos (als vom Handy) Wert legst

      ->bei diesen Punkten musst du selbst entscheiden, was du genau brauchst. Ich glaube das richtet sich vor allem nach dem übrig gebliebenen Platz im Rucksack.

Das kannst du getrost zu Hause lassen

  • NOTKURBEL:
    Ich war der Meinung so eine Notkurbel wäre unglaublich praktisch. Wenn wir im hintersten Wald umherziehen würden und weit und breit keine Steckdose wäre. Wir würden dann unglaublich froh sein wenigstens ein bisschen unser Handy mit der Kurbel aufzuladen. Tja, falsch gedacht: Schon beim ersten Test zu Hause ist das Ding durchgefallen. Wir haben es nicht mal geschafft das Handy ein Prozent mehr zu laden. Totaler Fehlkauf! Besser du investierst in eine gute Solarpowerbank!

  • BARFUßSCHUHE:
    Zugegeben: You get what you pay for. Ich wollte damals unbedingt anfangen barfuß zu laufen. Versteh mich nicht falsch; ich finde es immer noch unglaublich toll ohne Schuhe den Untergrund zu erkunden. Nur würde ich heute nicht mehr billige Wasserschuhe kaufen, sondern in ordentliche Barfußschuhe investieren. Die kosten dann auch 200€ statt 20€. Zum Probieren, ob barfuß laufen überhaupt etwas für einen ist, erfüllen die Wasserschuhe auch ihren Zweck. Nur lassen diese natürlich die Feuchtigkeit durch. Zusätzlich sind sie meistens aus billigem Kunststoff gefertigt. Von Nachhaltigkeit und angenehmen Tragegefühl also keine Spur.

  • FEUERSTEIN:
    Das gute Teil hat gelitten; wir haben es nicht geschafft mit ihm ein Feuer zu entfachen. Entweder sind wir zu untalentiert gewesen oder unser Feuerstein war minderer Qualität. Probiere schon zu Hause ob du damit Erfolg hast. wenn nicht, tut es auch das gut alte Feuerzeug. Das ist sogar leichter vom Gewicht.

Die Inhalte auf diesem Beitrag, spiegeln meine persönliche Erfahrung wider und stellen demnach meine persönlich Meinung dar.
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