zu dritt trampen
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12./13. Oktober: Plötzlich zu Dritt unterwegs! Schaffen wir es nach Aci Castello?

Ähm, das Hoffen, dass uns niemand entdeckt, hat wohl nicht so gut geklappt… Oder sollte ich besser sagen es hat besser funktioniert als erwartet?

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Ich, morgens bereits um halb 6 aus meinem Schlaf gerissen, blicke verwirrt umher. „Ach ja, Tobi und ich haben es uns ja gestern hier zwischen den Booten gemĂŒtlich gemacht.“

Auf dem Platz wuseln schon ein paar Fischer herum und aus den Augenwinkeln bekomme ich mit, dass auch neben uns 2 MĂ€nner ihr Boot startklar machen. Plötzlich spĂŒre ich Tropfen auf meinem Schlafsack: Was war denn das?!

Mein Blick wandert zum Himmel, doch dieser ist nur mit ein paar harmlosen, weißen Wolken geziert. Bevor ich noch lĂ€nger darĂŒber nachdenken kann, trifft mich in meinem Schlafsack schon die 2. Ladung Wasser. Wumms!

„Alter Schwede!“ Schnell drehe ich mich in die Richtung, wo es hergekommen ist und kann gerade noch einen 3. KĂŒbel Wasser verhindern. „Ey, nicht auf mich!“ rufe ich empört zu dem Typen neben uns.

Perplex dreht sich dieser um: „Oh sorry! Ich habe euch gar nicht gesehen!“
Seinen Eimer entleert er nun wegwĂ€rts von uns, aber mein Schlafsack ist natĂŒrlich trotzdem voll von dieser ekligen BrĂŒhe aus seinem Boot. Ach kacke!

Da ich unter diesen UmstĂ€nden sowieso kein Auge mehr zu machen kann, beginne ich mein ganzes Equipment auf dem Maschendrahtzaun hinter uns zu hĂ€ngen. Zum GlĂŒck haben Tobi und ich keinen Stress: Ganze 1Âœ Stunden dauert es bis alles trocken ist.

13. Oktober: Schaffen wir es rechtzeitig?

Es ist soweit: MÀggie, eine Freundin von mir, kommt heute nach Catania! Was vor ein paar Wochen noch ein vielleicht war, wird jetzt tatsÀchlich RealitÀt. Auch wenn ich mich total freue, habe ich ein wenig Angst, dass sie sich was ganz anderes vorgestellt hat, als das, was sie in den nÀchsten Wochen erwartet.

Aber um das zu erfahren, mĂŒssen Tobi und ich sie zuerst mal abholen. Nachdem wir gestern bis nach Acireale getrampt sind, betrĂ€gt die Distanz zum Hauptbahnhof von Catania nur mehr 15km. Zwar kommt MĂ€ggie am Flughafen an, aber weil sich dieser doch relativ weit außerhalb befindet, haben wir beschlossen uns am Bahnhof zu treffen.

Es ist ganz ungewohnt sich nach einer bestimmten Uhrzeit richten zu mĂŒssen, nachdem Tobi und ich bis jetzt ohne Plan gereist sind. Weil wir natĂŒrlich nicht wissen, ob wir sofort eine Mitfahrgelegenheit finden oder nicht, stehen wir schon frĂŒhmorgens am Straßenstrand und halten unsere Daumen raus.

Sie ist endlich da!

TatsĂ€chlich kommen wir zwei Stunden vor dem besagtem Zeitpunkt auf dem Hauptbahnhof an. Es heißt also warten und warten; die Aufregung steigt…

Dann endlich ist es soweit: „Heyyy! Willkommen in Catania!“
Mit einer dicken Umarmung begrĂŒĂŸen wir MĂ€ggie und staunen nicht schlecht: Sie hat einen noch grĂ¶ĂŸeren Rucksack als wir!

„Alter! Hast du dein halbes Haus mitgenommen oder was?“ Sie lacht nur und zeigt auf ihre Decken: „Die habe ich vorsichtshalber auch noch eingepackt. Man weiß ja nie wie kalt es wird und Schlafsack habe ich keinen.“

Mit Sack und Pack machen wir uns also auf ins Zentrum von Catania. Doch so wirklich auf die Stadt können wir uns nicht konzentrieren: Wir quatschen als ob es kein Morgen mehr gÀbe.
Es ist einfach schön sich wieder mal mit jemand anderem auszutauschen. Auch wenn MÀggie und ich uns damals in Australien nur ein paar Tage kennenlernen durften, ist sofort eine gewisse Chemie da.

Catania, Zentrum

Das erste Mal zu Dritt trampen: Klappt das?

Nachdem wir die Route fĂŒr die nĂ€chsten Wochen besprochen haben, machen wir uns auf zum Trampen. Schon im Vorfeld haben Tobi und ich uns darĂŒber Sorgen gemacht: Wir glauben nicht, dass es so einfach wird zu Dritt eine Mitfahrgelegenheit zu finden.

Doch wider Erwartens hupen die Autofahrer, rufen aus dem Fenster und winken uns zu. Wir scheinen viel mehr Aufmerksamkeit als vorher auf uns zu ziehen. Keine Ahnung, ob das an MÀggies Erscheinungsbild mit ihrem knallroten Rucksack liegt oder weil wir jetzt einfach mehr Leute sind. Fakt ist: Schon kurze Zeit spÀter befinden wir uns in Aci Castello.

Aci Castello
Komfort sieht zwar anders aus, aber schön ist es trotzdem

Das schöne Wetter schreit förmlich: „Ab zum Meer!“
Hier gibt es aber keinen Strand, wie man ihn so kennt. Der Zugang fĂŒhrt ĂŒber eine steile Treppe nach unten, wo man schließlich ĂŒber einen felsigen Untergrund zum Meer gelangt. Liegen ist ein wenig schwierig, doch fĂŒr Tobi und mich zĂ€hlt mehr wieder mal das GefĂŒhl einer Dusche zu haben.

Abenteuerlich…

Das richtige Abenteuer kommt aber erst: Die Schlafplatzsuche. Normalerweise hĂ€tten wir vorgeschlagen auf dem Strand zu schlafen, aber bei diesem felsigen Untergrund wĂŒrden wir bestimmt kein Auge zubekommen.

Zu Dritt machen wir uns also auf die Suche und entdecken schließlich einen potentiellen Platz. Das einzige Hindernis: Eine mannshohe Mauer.

Durch vorherige Versuche wissen Tobi und ich solche Begrenzungen zu ĂŒberwinden; fĂŒr MĂ€ggie gibt’s die RĂ€uberleiter. Oben angekommen, wartet aber eine böse Überraschung: Überall liegen Glasscherben herum, gemischt mit anderem MĂŒll.

Zuerst heißt es also einen Platz freirĂ€umen, dann schnellstens das MĂŒckennetz aufspannen. Die Biester hier haben nĂ€mlich dem Anschein nach schon lange keine Menschenseele mehr gesehen. Und ich habe kein Bock morgen mit den ganzen juckenden roten Pusteln ĂŒbersĂ€ht zu sein.

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