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28. September: Sizilien in Sicht! Schaffen wir es auf die Insel?

Ob wir heute noch auf Sizilien landen? Mal sehen…

Tobi und mir ist jedenfalls jetzt schon klar, dass wir nicht den ganzen Tag brauchen werden, um Scilla zu erkunden. Die Ortschaft ist nämlich relativ klein, was uns aber nicht stört. Trotzdem inspizieren wir mit kritischem Blick, ob die Leute wirklich Recht hatten: Hat es sich gelohnt hierher zu kommen?

Wie uns sofort auffällt, könnte es Scilla im Bezug auf die Lage nicht besser getroffen haben: Auf einem Felsen thront das Schloss Castello Ruffo, das leider geschlossen hat. Doch auch vom Zentrum aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die beiden Strände.

„Sieh mal! Da unten haben wir gestern den Sonnenuntergang betrachtet!“ Mit meinem Finger zeige ich auf den entsprechenden Punkt schräg unter uns. „Und dort haben wir geschlafen“, demonstriert mir Tobi. Krass, wie klar man von hier noch die einzelnen Strandliegen erkennen kann.

Scilla Castello Ruffo
Ein bisschen was kann man noch vom Strand sehen, auf dem wir geschlafen haben
Scilla Ausblick
Der Ausblick Richtung Osten

Als wir zum östlichen Teil des Zentrums wechseln, staunen wir aber auch nicht schlecht: Anstatt des Felsens, der vorhin die Sicht versperrt hat, kann man hier auf weite Teile des Küstenabschnitts und auf das Landesinnere blicken.

„Ok, jetzt weiß ich, warum uns Scilla so oft empfohlen wurde“, meine ich schmunzelnd zu Tobi. „Ja, in dieser Aussicht kann man sich wirklich verlieren. Trotzdem würde ich sagen wir starten langsam weiter, oder was meinst du?“

Mit dem Zug übers Meer nach Sizilien?

Bis nach Villa San Giovanni sind es gerade mal 15km, demnach sind Tobi und ich nicht erstaunt, dass wir schon am Nachmittag die Überfahrt nach Sizilien antreten können. Theoretisch, wohlgemerkt!

Da war nämlich noch was: Das Geld für das Fährenticket! Zum Glück brauchen wir es aber nur für Tobi, weil ich mit dem Zug gratis rüberfahren kann.

Mit dem Zug?!
Ja so ist es! Wir sind genauso erstaunt gewesen, als wir gesehen haben, dass ein paar Wagons des IC-Zuges auf die Fähre verfrachtet werden, um sie nach Messina zu schiffen.

Ich bin so aufgeregt: Die Überfahrt beginnt!

Glücklicherweise ist das Ticket günstig, sodass Tobi und ich relativ schnell die paar Euro erhalten haben und uns jetzt Passagiere auf den Weg nach Sizilien nennen können.

mit dem Zug nach Sizilien

Während ich immer noch an die großzügigen und verständnisvollen Leuten von vorhin denke, werde ich abrupt aus meinen Gedanken gerissen: Oh, es geht los! Gespannt blicke ich aus dem Zugfenster um Tobi später genauestens erzählen zu können, wie sie den Wagon auf die Fähre verfrachten.

Wir haben uns nämlich aufteilen müssen, weil der Transport mit den Zugwagons ein anderer ist, wie der auf dem Tobi sich befindet. Irgendwie macht das „etwas anderes erleben als der Andere“ das Ganze aber interessanter nachdem Tobi und ich ja schon für einige Monate 24/7 mit denselben Situationen konfrontiert sind.

Ob Tobi schon auf Sizilien ist?

Sizilien Fähre
Während der Zug im Unterdeck „verstaut“ ist, kann man ihn verlassen und am Oberdeck beobachten, wie Sizilien immer näher kommt

Erste Startschwierigkeiten auf Sizilien

Schon sobald ich den ersten Schritt auf die Insel setze, kann ich es kaum glauben. Es fühlt sich so unrealistisch an, jetzt an dem Ort zu sein, wo ich immer schon hin wollte: Sizilien. Krass was aus dem anfänglichen „Mal schauen wie weit wir kommen“ geworden ist. Irgendwie fühlt es sich so an als würde ich die imaginäre Grenze übertreten haben zu „Alles ist möglich.“

Auch sobald Tobi und ich durch Messina laufen, schießt mir immer wieder durch den Kopf: Wir haben es tatsächlich bis hierher geschafft!

Obwohl ich zugeben muss, dass ich ohne Weiteres glauben würde irgendwo auf dem Festland zu sein, hätte man mich hier mit Augen verbunden ausgesetzt. Die Architektur, die Menschen, die gesamte Umgebung ist nämlich ziemlich identisch mit der in Kalabrien.

Welcher Unterschied mir aber sofort (im negativen Sinne) auffällt: Wir können hier keine einzige Wasserstelle finden. Das gibt’s doch nicht! 230.000 Einwohner und kein einziger Trinkwasserzugang?!

Ich werde begrapscht

Da die Sonne bereits am Untergehen ist, beschließen Tobi und ich die Schlafplatzsuche zu beginnen und währenddessen nach einem Trinkbrunnen Ausschau zu halten. Am Beginn noch voller Hoffnung, stellen wir nach einiger Zeit fest: Auch mit dem Schlafplatz wird es hier schwierig werden.

Entsprechende Strandabschnitte befinden sich nämlich außerhalb von Messina; in der Stadt selbst sind überall nur die Anlagestellen vom Hafen zu sehen. Am Bahnhof schlafen wollen Tobi und ich auch nicht; was sollen wir also tun?

Weil wir wahrscheinlich so verloren umherblicken, hält schließlich ein Auto neben uns. Wir fragen den älteren Mann nach einem geeigneten Ort, wo wir hier schlafen könnten. Mit einem Wink macht er Tobi und mir deutlich, dass wir mit ihm mitkommen sollen.

Schon als er sagt ich solle doch vorne sitzen (was ich natürlich NICHT mache!), kommt mir das Ganze komisch vor. Während der Fahrt wird mir dann klar: Er hat eine komplett andere Lebensphilosophier wie Tobi und ich. Bei seinen Storys geht es nämlich immer nur um das Eine: Frauen und Sex.

Ich bin froh als wir endlich am Ziel ankommen und aussteigen können. Nicht nur, weil ich müde bin und endlich schlafen möchte, sondern auch, weil ich keine Lust habe ständig aufpassen zu müssen nicht von dem alten Typen begrapscht zu werden.

Trotzdem bedanken Tobi und ich uns. Er hat uns ja tatsächlich zu einem -für Messinas Verhältnisse- guten Schlafplatz verholfen. Nichtsdestotrotz sind Tobi und ich uns einig: Wir werden definitiv NICHT das Angebot annehmen, morgen mit den Typen auf den FKK-Strand zu gehen…

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