der qualmende ├Ątna
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17. Oktober: Schlechte Ausgangslage für unsere Rundwanderung am Ätna

Mann, war diese Nacht kalt!

Meine steifen Gliedma├čen und die unglaubliche M├╝digkeit beweisen mir, dass sie auch f├╝r mein K├Ârper nicht erholsam war. Gef├╝hlsm├Ą├čig habe ich gar kein Auge zugemacht; bei gerade mal 2┬░C w├Ąre das aber auch kein Wunder.

Ich glaube tats├Ąchlich, dass ich nur 3 Stunden geschlafen habe; die restliche Zeit war mehr ein von-der-einen-Seite-zur-anderen-drehen, um ein bisschen W├Ąrme zu erzeugen und das Zittern zu verringern.

Kurzzeitig habe ich mir sogar ├╝berlegt M├Ąggie zu fragen, ob ich zu ihr ins Zelt kann; immerhin h├Ątte dieses -im Gegensatz zu unserer Plane- von allen Seiten Schutz geboten.

Aber jetzt, wo ich ihr und Tobi am Lagerfeuer so gegen├╝ber sitze, wird mir klar: Auch sie hat nicht weniger gefroren als wir.
Mit den Handfl├Ąchen am Feuer sitzend verdeutlicht sie: ÔÇ×Alter; ich habe mir irgendwann in der Nacht sogar Steine ins Zelt geholt. Ich habe so gebibbert, das k├Ânnt ihr euch nicht vorstellen!ÔÇť ÔÇ×Glaub mir; wenn noch so eine Nacht kommt dann bin ich tot. Nochmals ├╝berlebe ich das nicht!ÔÇť entgegne ich ihr mit einem m├╝den L├Ącheln.

Hauptsache auf dem Weg zum Ätna

Auf keinen Fall m├Âchten wir, dass es uns wie gestern geht und wir die ganzen Leute verpassen, die vormittags zur Talstation vom ├ätna fahren. Aus diesem Grund (und auch weil unsere Nacht ja so kurz war) stehen wir bereits sehr fr├╝h am Stra├čenrand und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit.

Viele Autos sind noch nicht auf dem Weg, doch gl├╝cklicherweise h├Ąlt nach einiger Zeit ein Fiat 500er. ÔÇ×Oje! Ob wir da Platz haben?ÔÇť rufe ich den anderen skeptisch zu.

Auch wenn es alles andere als gesetzeskonform aussieht, schaffen M├Ąggie, Tobi und ich es irgendwie uns zu den 2 Frauen ins Auto zu quetschen. Zusammengepfercht, mit den Rucks├Ącken auf dem Scho├č machen wir uns auf dem Weg zum ├ätna.

per autostop zum ├Ątna
Man sieht schon fast unsere K├Âpfe nicht mehr xD

Das Auto hat sp├╝rbar Probleme mit dem ganzen Gewicht, die 2 Australierinnen nehmen das Ganze aber gelassen. ├ťberaus interessiert stellen sie uns Fragen zu unserer Reise und staunen nicht schlecht ├╝ber die ein oder andere Geschichte.

Dadurch, dass M├Ąggie und ich bereits in Australien gewesen sind, haben aber auch wir einige Fragen und es entsteht ein reger Austausch. Dementsprechend schnell vergeht die Fahrt und schon bald stellen wir erstaunt fest, dass wir das Ziel erreicht haben: Die Talstation liegt vor uns!

Bereits beim Aussteigen verr├Ąt mir die k├╝hle, leicht schwefelhaltige Luft, dass der ├ätna in unmittelbarer N├Ąhe ist. Einerseits kann ich es kaum erwarten nun endlich die Rundtour zu starten, andererseits w├╝rde ich gerne noch l├Ąnger mit den zwei netten Damen durch die Gegend touren.

Um unserer Begegnung einen w├╝rdigen Abschluss zu setzen, bestehen wir darauf ein Abschiedsfoto zu machen und die Nummern auszutauschen. Vor allem bei M├Ąggie k├Ânnte es durchaus sein, dass sie die beiden nochmals in Australien sieht.

Vor verschlossenen T├╝ren-Verdammt!

W├Ąhrend auf dem Parkplatz noch reges Treiben herrschte, scheinen wir hier auf dem Weg ganz alleine zu sein. Wahrscheinlich m├Âchten die meisten Touristen lieber nur einen Tag opfern, um mit der Seilbahn bis zur Spitze vom ├ätna zu fahren, anstatt sich die Zeit zu nehmen ihn von allen Seiten zu sehen.

Was aber schade ist, wie wir finden: Schon auf dem Weg zur Schutzh├╝tte, die wir heute anstreben, bietet sich ein wunderbares Landschaftsbild. M├Ąggie, unsere pers├Ânliche Fotografin, kommt gar nicht mehr aus dem Foto Schie├čen heraus ­čÖé

tobi und ich vor dem rauchenden ├Ątna
im Hintergrund raucht der Ätna
auf der via mareneve
Noch bin ich ganz motiviert die Schutzh├╝tte zu erreichen..

Nach 2 Stunden erreichen wir schlie├člich das Ziel, doch nichts da mit gem├╝tlich am Kamin sitzen: Die H├╝tte ist geschlossen!

ÔÇ×Verdammt! Was machen wir jetzt?ÔÇť

Uns Dreien geht es allen gleich: Hunger, aber 0 Bock weiterzulaufen. Ein Feuer machen k├Ânnen wir hier auch vergessen; bei der Trockenheit w├Ąre das viel zu gef├Ąhrlich… Wie ein Geistesblitz f├Ąllt mir pl├Âtzlich das Abschiedsgeschenk der 2 Australierinnen ein.

ÔÇ×Hey, lasst uns doch die Kokosnuss essen!ÔÇť

Weniger ist mehr

Nach der kleinen St├Ąrkung geht es dann auch schon wieder weiter: Wenn wir nicht genauso frieren wollen wir in der letzten Nacht, dann m├╝ssen wir -ob wir m├Âchten oder nicht- bis zur n├Ąchsten Schutzh├╝tte.

das rifugio galvarina
Von hier sieht sie noch klein und unscheinbar aus
das rifugio galvarina am ├Ątna
In Wahrheit ist die Schutzh├╝tte aber ziemlich gro├č

Mit einem Mordshunger bestreiten wir schlie├člich die letzten Meter bis zu unserem Ziel: Dem Bivaccio Galvarina.

Voller Freude und erleichtert nun endlich eine Bleibe f├╝r heute Nacht zu haben, machen wir uns ans Essen Zubereiten. Wieder mal ist die klassische Rollenverteilung am Start, doch mir fehlt die Kraft nachzudenken, ob das an der Konditionierung liegt, an den Genen, oder oder oder
M├Ąggie und ich schnibbeln einfach Zwiebeln, w├Ąhrend Tobi das Feuer entfacht.

in schutzh├╝tte ├╝bernachten am ├Ątna
Das Primitive hat irgendwas: Mal sehen wie gut ich heute schlafe

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