Der Piazza del Campo in Siena
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14./15. Juli: Die wunderschöne Stadt Siena wartet auf uns

Wir sind in Siena! Ich hätte nicht gedacht, dass wir ohne Geld bis hierher kommen. Schon die 2. Stadt, die wir anschauen dürfen!

Das Zentrum von Siena liegt auf einer Anhöhe. Um nicht mit 15kg auf den Rücken hochlaufen zu müssen, verstecken wir die Rucksäcke bei unserem Schlafplatz hinter einem Baum. „Gestern während dem Fest wurden die Sachen ja auch nicht geklaut, also warum sollte das jetzt passieren?“, reden wir uns ein.

Wir erforschen Siena

Die Besichtigung des Domes Cattedrale di Santa Maria Assunta hätte 13€ Eintritt pro Person gekostet, also bewundern Tobi und ich das Gebäude nur von außen. Es ist ein gigantisches Bauwerk von 77m Höhe!
Mich fasziniert es immer wieder, dass die Menschen von damals schon so riesige Bauwerke errichten konnten. Immerhin war Baubeginn des Domes das 13. Jh.!

Wir schlendern durch die verwinkelten Gassen; das ein oder andere Geschäft schauen wir uns genauer an. Typische Köstlichkeiten wie das Panforte und die Racciarelli (süßes Gebäck) lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Bei den Kostproben kommen wir jedenfalls nicht zu kurz.

Zu Mittag steuern wir den Park oberhalb von Siena an. Der Aufstieg lohnt sich; vom Park aus haben wir ein wunderbares Panorama auf Siena und die umliegende Landschaft.

DIe Aussicht vom Park in Siena
Vom Park hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Umgebung

Zufall?

Wir schlendern ein bisschen durch den Park; unser Magen knurrt schon. Besonders als wir bei einer Mensa vorbeikommen und den Geruch vom Essen wahrnehmen. Wir überlegen uns noch ein bisschen zu warten, bis der Hauptansturm vorbei ist. Dann wollen wir fragen, ob noch was übrig ist.

Das alles haben wir in einer Tüte gefunden

Kaum setzen wir uns auf einer Bank nieder, sehen wir links neben uns auf einer Mauer eine Tüte liegen. Tobi öffnet sie und wir können unser Glück nicht fassen: Drin sind gekochte Möhren, Reis, Fleisch und sogar Pudding als Nachtisch!

Jemand hat anscheinend sein Essen hier vergessen. Wir entscheiden uns 10 Minuten zu warten, ob die (wahrscheinlich hungrige) Person zurück kommt. Aber niemand kommt: Das Universum hat anscheinend an uns gedacht 😉

Der äußerst ungewöhnliche Supermarkt

Gestern haben wir in der Nähe unseres Schlafplatzes einen Supermarkt der Extraklasse entdeckt. Er hat nämlich außen eine Steckdose, Stühle und einen Wasserschlauch. Und alles funktioniert! Was wollen wir mehr?

Nach unserem leckeren Mittagessen gehen wir also zu diesem ganz besonderen Supermarkt, laden unsere Powerbank auf und füllen die Wasserflaschen auf. Wir kaufen noch unser Abendessen: 2 Dosen Kichererbsen für jeden.

Du wirst dich jetzt fragen: „Was zur Hölle macht man mit konservierten Kichererbsen?!“ Tja, eine Dose kostet bestenfalls 35 Cent; von 2 Dosen wird man gut satt und sie müssen nicht im Kühlschrank gelagert werden. Und Kichererbsen schmecken auch noch lecker. Also alles in allem das perfekte Essen, wenn man nur wenig Kleingeld hat, aber großen Hunger xD

Endlich Wäsche waschen

Endlich, endlich, endlich können Tobi und ich unsere Wäsche waschen. Wir zählen nochmals unsere Münzen, um uns zu vergewissern, dass wir wirklich genug fürs Waschen haben. Unsere Klamotten haben das nämlich mehr als nötig.

Zum Glück ist es schon dunkel, heißt es sind nicht mehr viele Leute unterwegs. Denn ich sitze nur im BH und einer Regenjacke im Waschsalon; der Rest ist in der Waschmaschine. Müsste ein ziemlich ungewöhnliches Bild sein für denjenigen, der reinkommt.

Durch die Jacke schwitze ich bei den gefühlten 30° wie sonst was. Ich bin aber einfach so unendlich dankbar, sobald wir die frisch gewaschene Wäsche mitnehmen können. Ich sehe wieder Mal wie sich die Wertschätzung bei so einer Reise verschiebt: Zu Hause war es für mich selbstverständlich saubere Klamotten zu haben; ich war gewohnt daran. Jetzt ist es eher schon Luxus.

15. Juli: Unser Plan geht in die Hose…

Es ist halb 2, als wir von der Bibliothekarin aufmerksam gemacht werden, dass die Bibliothek um 14 Uhr schließt. Unsere Handys, Powerbank und co. sind eh fast voll geladen, also wollen Tobi und ich nochmals eine Runde in der Stadt drehen.

Unser Plan ist nämlich, heute noch mit dem Pilgerwegs Via fracigena zu beginnen. Vorher möchten wir noch unsere (Schoko-)Reserven auffüllen, deshalb wollen wir ein zweites Mal die Geschäfte für ein paar Kostproben abklappern.

Mein Bandana als Tarnung
Das Bandana sollte meine Tarnung sein

#Karma: Beim Schoko-Laden haben sie uns wiedererkannt; das war schon ein bisschen peinlich. Obwohl ich extra ein Bandana aufgesetzt habe. Tobi und ich sind einfach zu auffällig. Und bei den anderen Geschäften hatten die Verkäuferinnen soviel zu tun, dass keine von ihnen Kostproben ausgeteilt hat. Schade!

Schweren Herzens machen wir uns also auf den Weg. Die Neugierde wie das 2.x pilgern (dieses Mal hoffentlich ohne Blasen) wird, stimmt uns aber schnell wieder positiv.

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