Sonnenuntergang mit Gräser am Strand in Termoli
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24./25. August: Termoli in Sicht! Bereits über 800km ohne Geld gereist!

Oje, Tobi hat es voll erwischt: Durchfall. Ich glaube er hat ein bisschen zu viele Feigen gegessen oder eine schlechte erwischt… Naja, als der Wecker um 6Uhr klingelt, müssen wir trotzdem aufstehen. Verabredet ist verabredet, denn der Herr von gestern wartet bestimmt auf uns. Vielleicht hilft ja die warme Dusche Tobis Wohlbefinden.

Antonio bietet mir ein Brioche an, während Tobi duscht. Er erzählt mir von seiner Zeit in Deutschland; 28 Jahre ist er dort gewesen. Schritt für Schritt hat er das Haus hier aufgebaut. Leider ist seine Frau vor einiger Zeit verstorben; dem Anschein nach bereitet ihm das noch ziemlich Kummer.

Ich merke, dass ihm die Gesellschaft fehlt als er sagt seine Enkelkinder würden ihn kaum besuchen und seien nur auf das Haus als Erbschaft aus. Ich glaube wir stellen für Antonio eine willkommene Abwechslung dar. Leider hat er noch einen Termin, sonst hätten wir bestimmt noch länger gequatscht.

Nachdem auch ich duschen war, tauschen wir noch Nummern aus und verabschieden uns herzlich. Als Abschiedsgeschenk gibt er uns ein Stück Lasagne mit; total lieb. Als wir ihn zum letzten Mal umarmen, hat Antonio Tränen in den Augen.

Ach, wie gerne würde ich diesen herzlichen Menschen nochmals besuchen. Aber man trifft sich bekanntlich ja immer 2 Mal im Leben 🙂

Upps, die falsche Straße erwischt

Auf den Weg Richtung Meer, sind Tobi und ich wohl irgendwann falsch abgebogen. Als wir nämlich so dahin marschieren, hält plötzlich ein Auto neben uns: „Hey, wo müsst ihr denn hin?“ Ganz verwundert drehen Tobi und ich uns um: „Ähm, wir sind auf dem Weg zum Meer.“

Der Mann macht uns klar, dass wir komplett die falsche Richtung gehen. Anscheinend sind wir landeinwärts abgebogen xD Ich bin total erstaunt, als er von sich aus anbietet, uns zum Meer zu bringen. So krass, wie viel offenerer hier die Leute sind…

Natürlich fahren Tobi und ich mit. Wir bekommen noch eine Menge Insider-Tipps von dem Mann, sodass wir -am Strand angekommen- den schönsten Platz haben. Während uns die Sonnenstrahlen den Rücken wärmen, lassen wir uns die Lasagne schmecken. Es fühlt sich gerade einfach herrlich an!

25. August: Ich muss die Mitfahrgelegenheit ablehnen

Wir stehen jetzt bestimmt schon eine halbe Stunde am Straßenrand, doch niemand hält an. Normalerweise stoppen wir zusammen, aber weil Tobis Magen ja nicht so ganz auf der Höhe ist, muss er mal. „Wird schon niemand genau jetzt anhalten. Falls doch, ruf mich einfach.“

Ich strecke also weiterhin fleißig meinen Arm aus; nach nicht mal 1 Minute hält tatsächlich jemand! Ich bekomme Stress und rufe wie verrückt: „Tobi, Tobi, beeil dich. Jemand nimmt uns mit!“

Schnell gehe ich zum Fahrer und sage, dass mein Kollege gleich kommt. Dieser hat aber anscheinend nur mit mir gerechnet, denn er hat nur Platz für eine Person. Ich bedanke mich, lehne aber natürlich ab. Wie würde Tobi wohl dreinschauen, wenn ich mitgefahren wäre 😲😉
Dieser kommt gerade total gestresst aus den Büschen und glaubt ich hätte ihn veräppelt xD

Termoli

Der Blick von der Altstadt von Termoli aufs Meer
Der Blick aufs Meer

Irgendwie schaffen wir es doch in Termoli anzukommen. Die Stadt ist kleiner als erwartet und wir sind erstaunt, dass die Leute so von ihrer Schönheit geschwärmt haben. Auf mich wirkt sie nämlich wie ausgestorben.

Ich glaube Tobi und ich müssen unserer Erwartungen ein bisschen zurückschrauben. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass gerade Mittagszeit ist und viele Leute eine Siesta machen. Mal sehen wie belebt es hier abends ist.

Tobi und ich haben jedenfalls keine Lust bei der Hitze noch länger mit den schweren Rucksäcken in der Stadt umherzulaufen. Wenn wir schon am Meer sind, ist es doch besser das kühle Nass zu genießen 🙂

Wir steuern deshalb Richtung Strand und suchen uns ein Plätzchen. Leider ist das Wasser nicht ganz so sauber, aber es ist herrlich erfrischend!

Na das kann ja heiter werden…

Nach unserem ausgiebigen Sonnenbad machen Tobi und ich uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Nach dem erfolglosen halbstündigen Durchqueren eines zugewucherten Hügels, sehen wir ein, dass wir einen anderen Ort suchen müssen.

Näher beim Strand breiten wir unsere Unterlage aus; das Wetter verheißt aber nichts Gutes. Leider können wir nirgendwo unser Tarp aufspannen, also bleibt uns nur mehr das Hoffen auf eine trockene Nacht übrig.

Doch schon nach kurzer Zeit tröpfelt es; dann beginnt es richtig zu regnen. Die Schlafsäcke sind innen bereits feucht; na das kann ja heiter werden…

An alle da draußen, die zu uns auf dieser Reise gesagt haben: „Ihr macht das schlau ohne Geld zu reisen. Das ist einfach“… Nein, ist es definitiv nicht. Es gibt auch Tage, wo man sich fragt, warum man das Ganze macht. Aber alle Dinge haben ihre guten und schlechten Seiten.

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