Der Strand von Ortona
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17.-19. August: Zwischen leckerem Essen, einem Pseudo-Traumstand und Vintage Feeling

Die RucksĂ€cke lassen Tobi und ich heute in dem Park, wo wir geschlafen haben. Er ist eh wegen Wartungsarbeiten geschlossen, also haben wir nicht groß Angst, dass sie gestohlen oder entdeckt werden könnten.

Der heutige Tag wĂŒrde von meinem GedĂ€chtnis gar nicht als besonders abgestempelt werden, hĂ€tte es nicht einen fantastischen Abschluss gegeben…

Es ist wie Ostern und Weihnachten zusammen

Als Tobi und ich abends bereits auf den Weg zu unserem Schlafplatz sind, taucht plötzlich zu unserer Linken ein Restaurant auf. Normalerweise wÀren wir einfach vorbeigelaufen, aber irgendwas lÀsst uns stehen bleiben.

Sobald wir sehen, dass die Angestellten dabei sind alles zusammenzupacken, zögern wir nicht lĂ€nger und gehen rein. Jackpot! Wir bekommen eine Box voll Fischnudeln und eine mit gefĂŒllten Teigtaschen! Unsere Augen sind so groß, wie die eines Kindes im Spielzeugladen đŸ˜Č

Krass, dass das einfach weggeschmissen worden wĂ€re… Tobi und ich freuen uns natĂŒrlich umso mehr das verdammt lecker aussehende Essen bekommen zu haben.

Diese Fischnudeln waren so verdammt lecker!

Unser Plan ist es eigentlich die Sachen morgen zu Mittag zu verspeisen. Doch wir schaffen es nicht mal die Viertelstunde bis zum Park, schon lÀuft uns das Wasser im Mund zusammen.

Als ich den ersten Bissen vom Essen probiere, wĂŒrde ich am liebsten nicht mehr aufhören! Ohne Witz: Nach mehr als einem Monat ziemlich einseitiger ErnĂ€hrung, ist das hier wie Weihnachten und Ostern zusammen 🙂

18. August: Ein Traumstrand wartet auf uns?

Nachdem wir zum FrĂŒhstĂŒck die Fischnudeln und Teigtaschen gegessen haben (ok, ich gebe zu: Ein bisschen seltsam ist das schon), suche ich im Internet nach schönen PlĂ€tzen in der Umgebung. Ich bin mehr der Buchten- und nicht der Lange-Strandabschnitte-Fan, weshalb ich auf den Namen Ortona stoße.

Die Ortschaft soll meinen Anforderungen mehr als genĂŒgen; die Beschreibung und Bilder sind vielversprechend. Da Ortona in der NĂ€he ist, brauchen wir auch nicht lange bis zur besagten „Traumbucht“.

Doch kaum am Strand angekommen, ist unsere EnttĂ€uschung groß: Vor unseren Augen liegt ein stinknormaler Kieselstrand! Ich wĂŒrde niemals auf die Idee kommen, hier einen extra Abstecher zu machen!

Der Strand von Ortona
Von dieser Perspektive sieht der Strand wirklich schön aus; aber glaub mir: vor Ort war das anders

Um positiv zu bleiben: Keinen Sand im Rucksack zu haben, ist wirklich angenehm. Das Wasser ist klar und MĂŒll liegt auch relativ wenig rum.

Wir beschließen aber nur kurz zu bleiben und lieber das Zentrum der Stadt zu besichtigen. Dieses liegt auf einer Anhöhe; oben angekommen gehen Tobi und ich aber erst mal getrennte Wege. Er möchte nĂ€mlich lieber nach links gehen, ich nach rechts und keiner gibt nach…

Unsere letzte Hoffnung

Ein aufgepimpter MĂŒllkĂŒbel in Ortona
Lustiges Design xD

Da unser Hunger grĂ¶ĂŸer als die Ortschaft zu sein scheint, treffen Tobi und ich nach einiger Zeit doch wieder zusammen. Doch nirgendwo, wo wir fragen, bekommen wir was zu essen. Wir denken uns schon, wir mĂŒssen ohne Abendessen ins Bett.

Unsere letzte Hoffnung ist schließlich ein Kebapladen. Zum GlĂŒck ist der VerkĂ€ufer ziemlich freundlich und spendiert sogar einen Kebap fĂŒr jeden von uns beiden😋

19. August: Back to the 40s & 50s

Geschlafen haben wir heute am Bahnhof von Ortona, was sich beim FrĂŒhstĂŒck als ziemlich praktisch erweist: Direkt nebenan steht ein riesiger Feigenbaum. Um an die reifsten FrĂŒchte zu kommen, klettern Tobi und ich auf den Baum.

Von der Spitze holen wir uns die leckersten Feigen ĂŒberhaupt und schlagen uns damit die BĂ€uche voll. NatĂŒrlich nehmen wir uns auch noch eine Tasche voll mit; Proviant ist nĂ€mlich immer gut.

Danach wollen wir mit dem Zug nach Lanciano fahren, der nĂ€chsten grĂ¶ĂŸeren Stadt. Doch schon beim Einsteigen mustert mich der Kontrolleur ganz komisch. So als wĂŒsste er, dass Tobi ohne Ticket fĂ€hrt.

Deshalb steigen wir nach nur 6 Minuten Fahrt (Wow, neuer Kurzstreckenrekord…) aus. Das restliche StĂŒck bis Lanciano trampen wir.

Der Genuss darf beim Vintage-fest nicht zu kurz kommen

Sobald wir in der Stadt ankommen, hĂ€ngen bereits ĂŒberall Plakate. Sie werben fĂŒr das Vintage-Fest fĂŒr heute Abend. Es soll gratis sein, also werden Tobi und ich uns die Gelegenheit natĂŒrlich nicht entgehen lassen.

Nachmittags spazieren wir nur ein bisschen rum, um die KrĂ€fte fĂŒr heute Abend zu sparen. Als die Sonne langsam am Untergehen ist, haben wir bereits unseren Schlafplatz entdeckt. Dort lassen wir auch die RucksĂ€cke, denn mit ihnen auf dem Fest wĂ€re es kein VergnĂŒgen…

Im Zentrum sind ĂŒberall StĂ€nde aufgebaut mit tollen Upcycling-Sachen; ich bereue es fast, ohne Geld zu reisen. Tobi und ich inspizieren die angebotenen Produkte ganz genau; vielleicht können wir ja ein paar Ideen auch auf unserer Reise umsetzen und verkaufen.

Zwischen den StĂ€nden gibt es immer wieder Foodtrucks, die lokale Speisen verkaufen. Ich entdecke eine der typischsten SpezialitĂ€ten der Abruzzen; sofort muss ich Tobi darauf aufmerksam machen: „Hey Tobi, schau mal! Die haben Arrosticini! Das sind doch die gegrillten Fleischspieße, die wir noch probieren wollten bevor wir die Region verlassen!“.

Die Arrosticini haben wir beim Vintage Fest in Lanciano bekommen

Wir zĂ€hlen unser Geld, aber weil es niemals reicht, beschließen wir freundlich um eine Kostprobe zu fragen. TatsĂ€chlich gibt uns der Mann an der Kasse welche zum Probieren! Das hĂ€tte ich nicht gedacht 🙂

Beim Vintage Fest in Lanciano haben wir den Bocconotto probieren dĂŒrfen

Auch beim „Nachtisch“ haben wir GlĂŒck: Bei einem anderen Essensstand bekommen wir nĂ€mlich einen Bocconotto, der auch typisch fĂŒr die Abruzzen ist. Das GebĂ€ck mit der cremigen Schoko-Nuss-FĂŒllung schmeckt himmlisch: außen luftig, innen nussig und nicht zu sĂŒĂŸ 😋

Sobald wir bei unserem Schlafplatz ankommen, muss ich sagen: Das war heute ein echt schöner Abend. Wieder unter Menschen zu sein und das GefĂŒhl zu haben locker zu feiern und einfach mit der Masse mitzuschwimmen.

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