Ist die Spiagga Ficocella unser Traumstand?
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14./15. September: Von einem Traumstrand zum nÀchsten

Als ich heute um 6 Uhr morgens aufwache, sehe ich nur mehr einen sich entfernenden Lichtstrahl auf-und abhĂŒpfen und höre krĂ€ftige davonstapfende Schritte. Was ist denn hier los?

Ich drehe mich nach rechts und sehe: Tobi ist wohl auch wach geworden. „Habe ich was verpasst?“

Tobi ganz mĂŒde: „Sei froh, dass du noch geschlafen hast. Der Besitzer der Liegen hier hat mir geradewegs mit seiner Stirnlampe ins Gesicht geleuchtet! Ganz perplex hat er mich gefragt was wir hier machen. Zum GlĂŒck hat er uns nicht verjagt…
Ich glaube aber auch nur, weil ich ihm garantiert habe, dass wir die Liegen wieder so hinterlassen wie sie waren…“

Na dann haben wir ja wirklich GlĂŒck gehabt. Wie hĂ€tte ich wohl reagiert, wĂŒrde ich als Besitzerin Leute auf meinen Liegen schlafen sehen?

Unsere Nacht auf den Strandliegen in Palinuro
Angenehmer als die Nacht gestern war es hier auf jeden Fall

Was fĂŒr ein Lifestyle: Nur essen und am Strand liegen

Weil wir nach dieser fĂŒr mich fast noch nĂ€chtlichen Unterbrechung morgens immer noch mĂŒde sind, wollen wir heute einen Chill-Tag einlegen. Wahrscheinlich werden wir nur am Strand bleiben, Essen holen und sonst nichts machen.

Eigentlich wollten wir die anderen StrÀnde in Palinuro erkunden, aber die Spiagga Ficocella hat es uns gestern so angetan, dass wir wieder dorthin steuern. Ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust mit den RucksÀcken weit zu laufen.

Sobald wir uns breit gemacht haben und die noch nicht ganz so starke Sonne meinen RĂŒcken wĂ€rmt, fĂ€llt mir erst auf: Es ist bereits Mitte September. Vor ein paar Jahren hĂ€tte ich zu dieser Zeit die Schulbank gedrĂŒckt, draußen wĂ€re es schon kĂ€lter geworden.

Wie glĂŒcklich kann ich mich doch schĂ€tzen hier mit Tobi in der Sonne zu liegen und nur 2 Fragen im Kopf zu haben: „Wo bekommen wir etwas zu essen?“ und „wo schlafen wir heute?“.

15. September: Wir sind begeistert! Und das nicht nur einmal

Nachdem gestern nicht so viel passiert ist, möchten wir heute weitertrampen und eine neue Ortschaft erkunden. Mit einem PĂ€rchen können wir nach Marina di Camerota fahren, einem weiteren KĂŒstenort.

Die zwei erzÀhlen uns, dass ihr Sohn Àhnlich gereist ist wie wir. Dieser hat sich aber Abstellgleisen als Orientierung genommen und ist ihnen gefolgt.
Auch spannend… Vielleicht wird das ja die nĂ€chste Challenge von Tobi und mir?

Das wohl leckerste GebÀck: Sfogliatelle
Ultra lecker das Ding. Namentlich: Sfogliatelle

Jetzt geht es fĂŒr uns jedenfalls zuerst mal ans Meer. Bewaffnet mit GebĂ€ck, das wir auf dem Weg dorthin bei einer BĂ€ckerei ergattert haben, machen wir den Strand ausfindig. Ich bin ja echt verwöhnt von den TraumstrĂ€nden in Australien, muss aber sagen: Die Buchten hier im Cilento Nationalpark stehen ihnen in keinem Fall nach.

Tobi und ich sind von dem Bild vor uns auf alle FĂ€lle begeistert: Das Wasser des blau glitzernden Meer ist so klar, dass wir bis auf den Grund sehen. Links und rechts sĂ€umen krĂ€ftig grĂŒn bewachsene SteinhĂŒgel die Bucht; dazwischen stehen ein paar HĂ€user.

Ein Traumstrand in Marina die Camerota
Blick auf die Spiagga Calanca in Marina di Camerota

NatĂŒrlich können wir es kaum erwarten ins kĂŒhle Nass zu springen und nach den zahlreichen Meeresbewohner Ausschau zu halten. Mit Taucherbrille und Schnorchel machen wir unseren Wunsch wahr und sind beeindruckt: GefĂŒhlt können wir bis nach Afrika glotzen, so klar wie das Wasser ist.

Schon jetzt fĂ€llt uns eine Frau auf, die sich auf einer Luftmatratze liegend ziemlich weit weg von der Bucht befindet. Noch denken Tobi und ich uns nicht viel dabei, doch als wir nach einigen Stunden zusammenpacken, hat sie es noch ein StĂŒck weiter rausgetrieben.

Hat die Frau es auf der Matratze verschlafen?

Wir sind uns nicht sicher, ob wir was unternehmen sollen. Wenn sie noch ein paar Stunden da oben liegt, dann kommt sie irgendwann dunkelrot in Afrika an….Andererseits wĂŒsste ich auch nicht wen wir hier fragen oder holen sollten.

Der Todesmarsch

Unsicher ob Tobi und ich das Richtige machen, brechen wir auf. Wir haben gelesen, dass sich 1œ  Stunden Fußmarsch von hier der Traumstrand befinden soll; laut Beschreibung ist er noch beeindruckender als dieser hier.

„Heute sind wir noch nicht viel gelaufen, also schaffen wir das easy“. Glauben wir zumindest. Womit wir nicht gerechnet haben: 1 Stunde geht es steil bergauf! Wieder einmal kommt der berĂŒhmt berĂŒchtigte Moment, in dem ich denke ich sei dem Tod nĂ€her als dem Leben.

„Warum tut man sich so was freiwillig an?“

Als es dann endlich bergab geht bin ich mir sicher: Bei dem Marsch habe ich all meine SĂŒnden abgebĂŒĂŸt…

Ist das jetzt unser Traumstrand?

Doch all die Anstrengung hat sich gelohnt: Schon die Aussicht von weiter oben war bemerkenswert. Doch die Bucht vor uns ist einfach einmalig…

Alles was mir einfĂ€llt ist: „Klein aber oho!“ *

*Kleiner Spoiler: Morgen wirst du ein Foto davon zu sehen bekommen. Die LichtverhĂ€ltnisse waren nĂ€mlich nicht mehr die besten…

Es ist schon am DĂ€mmern, 2 Italiener haben bereits ihr Zelt aufgestellt. Auch sie scheinen hier ĂŒbernachten zu wollen. Das Knistern und das sanfte Flackern ihres Lagerfeuers, das sich im Wasser spiegelt, macht die AtmosphĂ€re besonders romantisch.

Tobi und ich packen schnell unsere Sachen aus; zum GlĂŒck braucht unser Lageraufbau nicht lange. Als wir in unseren SchlafsĂ€cken liegen und die Sterne beobachten mit dem sanften Rauschen des Meeres im Hintergrund, ĂŒberkommt mich eine unendliche Dankbarkeit: Niemals, wirklich niemals hĂ€tte ich sowas erlebt, wenn wir ein Hotelzimmer gebucht hĂ€tten.

Solche Momente halten mich auf der sonst oftmals auch anstrengenden Reise motiviert weiterzumachen. Einfach einmalig!

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