cavagrande wandern
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29./30. Oktober: Wir wagen uns bis ganz an die Spitze vom Cavagrande!

Wie schön!

Obwohl es schon die ganze Nacht leicht genieselt hat, muss ich lĂ€cheln als ich aus dem Zelt blicke: Die hell- und dunkelgrĂŒnen Schattierungen der BĂ€ume mit der nebelverhangenen Schlucht im Hintergrund sorgen fĂŒr eine besonders mystische, aber auch irgendwie idyllische AtmosphĂ€re.

Dadurch dass Tobi und ich gefĂŒhlt nur 10m weit blicken können, verstĂ€rkt sich der Eindruck, ganz alleine hier an diesem verschollenen Ort zu sein. Mir fĂ€llt wieder the magic line ein; die Stimmung hier hat auf alle FĂ€lle etwas zauberhaftes.

Der Zauber ist jedoch sofort vorbei als ich ein wenig aus meinem Schlafsack krieche, merke wie kĂŒhl es ist und realisiere: FĂŒr ein Feuer braucht es zuerst mal trockenes Holz. Das Problem? 0 Bock jetzt im feuchten GebĂŒsch herumzukriechen und nach brennbarem Material zu suchen, das nicht vom Regen erwischt worden ist.

Ich versuche mich also so schnell wie möglich wieder zurĂŒck in den warmen Schlafsack zu begeben, die Illusion des perfekten Morgens aufrecht zu erhalten.

NĂŒtzt jedoch alles nichts: Nach ein paar Minuten ist es mein Magen, der verrĂ€t, dass ich mich schleunigst um was Essbares kĂŒmmern sollte. Bei Tobi sieht es scheinbar nicht besser aus, denn auch er meint es wĂ€re langsam Zeit fĂŒr das FrĂŒhstĂŒck.

Na gut: Dann machen wir uns mal an die Arbeit…

Feuer machen outdoor im Cavagrande

TatsĂ€chlich brauchen Tobi und ich gar nicht so lange bis wir unsere HĂ€nde an dem knisternden Lagerfeuer wĂ€rmen können. Der Topf mit unserem FrĂŒhstĂŒck steht ebenfalls schon bereit; beide warten wir sehnsĂŒchtig auf den Buchweizen-Porridge (um es mal ein wenig fancy auszudrĂŒcken).

WÀhrend Tobi und ich beide den Topf anstarren, werden wir plötzlich von einem lauten Bimmeln aus unserem fast schon meditativen Zustand herausgerissen.
Was ist denn jetzt los?

Fast synchron wandern unsere Köpfe nach hinten links, um herauszufinden von wo genau das laute GerĂ€usch herkommt. Als wir den bzw. besser gesagt die „ÜbeltĂ€ter“ erblicken, mĂŒssen Tobi und ich lachen: „Wie sĂŒĂŸ sind die bitte?!“

ziegen wÀhren dem Zelten im nationalpark
Ein bisschen verschwommen, aber ich wollte dir das Foto nicht vorenthalten😍

Wo vor ein paar Sekunden noch ein paar Ziegen gestanden haben, befindet sich jetzt bereits die ganze Herde. Alle blicken sie zu uns; Tobi und ich starren zurĂŒck. WĂŒrde man das Ganze von Außen betrachten, könnte man meinen sie hielten uns fĂŒr Aliens und umgekehrt.
Irgendwie ein wenig merkwĂŒrdig. Aber niedlich!

30. Oktober: Wie der Cavagrande wohl von ganz oben aussieht?

Nachdem es gestern wettertechnisch immer gleich ausgesehen hat, werden Tobi und ich heute von einem anderen Bild begrĂŒĂŸt: Die Sonne scheint, d.h. es ist der optimale Zeitpunkt, um eine Wanderung zu machen und die andere Seite der Schlucht zu erkunden.

Die RucksĂ€cke verstecken wir im GebĂŒsch; da sich bis jetzt keine Menschenseele hierher getraut hat, wird sich das hoffentlich nicht Ă€ndern. Und wenn, dann wird sich diese Person wohl nicht genau den Busch zum Erledigen des GeschĂ€fts aussuchen, hinter dem unsere AusrĂŒstung steht…🙏

Das denke ich mir jedenfalls, wÀhrend ich meinen Backpack zum Versteck trage xD

dichtes GebĂŒsch
Sieht schon ein wenig nach Dschungel aus, stimmt’s?

Sobald Tobi und ich den Fluss ĂŒberquert haben, in dem ich bereits gebadet habe, fĂŒhrt der Weg durch dichtes GebĂŒsch. Das laute Vogelgezwitschern und die ĂŒppige Vegetation erinnert ein wenig an einen Dschungel; hier und da streifen freihĂ€ngende Pflanzenteile mein Gesicht.

Bereits nach kurzer Zeit lichtet sich das vorher undurchdringliche GrĂŒn und wir können ein Blick auf die Wasserbecken erhaschen: Wahnsinn, wie anders sie von hier aussehen!

riserva naturale cavagrande wasserbecken

Danach geht es weiter geradeaus durch das Dickicht; bis eine Abzweigung nach links kommt: Jetzt heißt es Stufen steigen!

Schlussendlich ist es jedoch gar nicht mal so anstrengend wie erwartet, Das liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass der Ausblick umso besser wird, je höher Tobi und ich kommen. Die Belohnung erfolgt also sozusagen schrittweise 🙂

Nach 1Âœ Stunden haben wir dann das Ziel erreicht: Tobi und ich stehen ganz oben am Eingang der Schlucht! Was fĂŒr eine fabelhafte Aussicht!

Wir können nicht nur auf die andere Seite blicken, wo wir vorgestern runtergetrabt sind, nein: Von hier sieht man das ganze Umland, die Schlucht, die Wasserbecken, unseren Schlafplatz, einfach alles! Wahnsinn!

Aussicht vom riserva nationale Cavagrande
So ein fabelhafter Ausblick!

Zack! So schnell lernt man neue Leute kennen 🙂

Tobi und ich sind allerdings nicht alleine hier: Auch andere Touristen stehen am GelĂ€nder und betrachten die spektakulĂ€re Aussicht. Es dauert nur kurze Zeit bis wir schließlich im GesprĂ€ch mit einem Paar aus Como (Lombardei) sind.

Begeistert lauschen sie unseren ErzĂ€hlungen und können es kaum glauben, dass wir bis hierher ohne Geld gereist sind. Als wir ihnen den Platz zeigen, wo wir heute geschlafen haben, blicken sie erstaunt drein: „Ihr habt da ganz ohne AusrĂŒstung geschlafen?! Ist es dafĂŒr nicht viel zu kalt in der Nacht?“

Tobi und ich erklÀren, wo sich unser Equipment befindet und auch wie wir das mit dem Duschen, Waschen und Co. machen. Bestimmt hÀtten wir nicht nur das, sondern noch viel anderes erzÀhlen können, hÀtten die beiden ein wenig mehr Zeit mitgebracht.

„Leider mĂŒssen wir weiter. Wir haben noch ein paar weitere Punkte auf dem Programm, ansonsten wĂŒrden wir euch noch lange zuhören. Eure Reise klingt schließlich echt nach einem Abenteuer! Ihr solltet sie auf alle FĂ€lle fortfĂŒhren und wie ihr bereits gesagt habt ein Buch darĂŒber schreiben!“

Tobi und ich verabschieden uns von ihnen und geben unsere Instagram-Profilnamen an sie weiter. Denn wer weiß: Vielleicht schreiben wir wirklich mal ein Buch und geben es dort bekannt?

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