So haben wir unsere RucksÀcke vorgefunden!
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22./23. August: Hilfe! Was ist denn hier passiert?

Tobi und ich denken uns nicht viel dabei als wir unsere RucksĂ€cke hinter dem Haus verstecken, wo wir geschlafen haben. Die Stelle scheint wirklich perfekt zu sein, denn sie ist nicht einsehbar und…

…sobald Tobi zurĂŒckkommt wird er attackiert von Wespen. Die angriffslustigen Tiere bewachen also zusĂ€tzlich unser Hab und Gut, was uns ein GefĂŒhl weiterer Sicherheit gibt🐝

Über 16 Stunden ohne Wasser ausharren!

Nachdem gestern unter uns die Jugendlichen randaliert haben, wollten Tobi und ich nicht nochmals aufstehen und Wasser holen. Der Plan war die Flaschen gleich heute aufzufĂŒllen, doch jetzt stehen wir vor der ersten Wasserstelle und kein Tropfen kommt!

Auch bei der Zweiten ist es dasselbe Spiel… Was ist denn heute los?! Unser Weg fĂŒhrt daraufhin zur Bibliothek, doch auf dem Klo sehe ich… einen riesengroßen Eimer mit Wasser um das GeschĂ€ft runterzuspĂŒlen. Heißt: Die Wasserleitungen mĂŒssen mindestens fĂŒr ein paar Stunden stillstehen!

Ach verdammt! Mein Mund ist staubtrocken; das bisschen Geld, das wir noch haben, befindet sich im Rucksack hinter dem Haus. Und wir haben nicht vor wieder dorthin zurĂŒckzukehren, alles rauszukramen und dann wieder die RucksĂ€cke zu verstecken…

Das Elixier des Lebens

Zum GlĂŒck bekommen wir wenigstens bei einem FrĂŒchteladen eine ganze TĂŒte voll Pfirsiche. Klar ist es nicht dasselbe wie Wasser, aber immerhin besser als nichts.

Die Schildkröte hat es besser laufen als wir
Die Schildkröte hat es besser laufen als wir; sonnt sie sich oder macht sie Aerobic?

Als nach dem Mittagessen immer noch kein Wasser lĂ€uft, frage ich bei einem Kioskbesitzer nach. Erst um 16 Uhr soll sich das Ă€ndern! Ach du liebe Zeit… Das heißt ja noch 3 Stunden ausharren…

Sobald dann eeeendlich um kurz nach vier wieder die ersten Tropfen aus dem Hahn kommen, freuen Tobi und ich uns fast so wie gestern fĂŒr die 20€. Es fĂŒhlt sich wirklich so an als hĂ€tten wir auf das Elixier des Lebens gewartet.

Unsere RucksÀcke wurden entdeckt!

Als Tobi und ich zu unseren RucksĂ€cken zurĂŒckkehren, bekommen wir den nĂ€chsten Schock: Sie stehen nicht mehr hinter dem Haus, sondern liegen leer vor uns! Der Inhalt ist komplett ringsherum verstreut: Die Dokumente liegen in einem Eck, ein paar Klamotten in einem anderen, ein paar Sachen, wie den Schlafsack, sehen wir gar nicht.

Tobi hat es noch Ă€rger erwischt; bei mir ist zum GlĂŒck noch die HĂ€lfte im Rucksack drin. Trotzdem sperre ich sofort meine Kreditkarte; man weiß ja nie…

Noch kann ich keinen klaren Gedanken fassen, also rufe ich meine Mutter an. WĂ€hrenddessen sucht Tobi seine Sachen und findet zum GlĂŒck die meisten im umliegenden GerĂŒmpel wieder. Nur seine Gesundheitskarte wurde gestohlen.

Das lĂ€sst uns darauf schließen, dass die Jugendlichen von gestern das hier veranstaltet haben. In Italien braucht man nĂ€mlich beim Zigarettenautomat eine Gesundheitskarte von einer volljĂ€hrigen Person, um an Zigaretten zu kommen. Da Tobi ja ĂŒber 18 Jahre alt ist, erscheint uns die Theorie als sinnvoll.

Sobald wir die RucksĂ€cke einigermaßen wie vorher befĂŒllt haben, fĂ€llt uns auf: Das Tarp fehlt. Doch auch nach lĂ€ngerer Suche können wir es nicht finden, was total Ă€rgerlich ist. Ich kann mir nĂ€mlich nicht vorstellen, dass die Jugendlichen wissen was es ist und es sinnvoll nutzen. Und um es nur hier irgendwo vergammeln zu lassen, war es zu teuer und zu praktisch…

Trauen wir uns wieder hier zu schlafen?

Obwohl Tobi und mir nicht wohl bei dem Gedanken ist, entscheiden wir uns, trotzdem hier zu schlafen. Ich nehme aber sicherheitshalber mein Handy und den Pfefferspray mit in den Schlafsack.

Irgendwann kurz vor dem Einschlafen schreit dann tatsĂ€chlich jemand unter uns: „Andate via, chiamo la polizia (Geht weg, sonst hole ich die Polizei)“. Es klingt wieder nach einer der jugendlichen Stimmen von gestern, deshalb können wir eher nur darĂŒber schmunzeln.

23. August: Zwei nette Bekanntschaften

Nach dem Schock mit den RucksÀcken gestern, sind Tobi und ich heute relativ spÀt aufgewacht. Bevor wir aber nach Termoli losstarten, machen wir uns erneut auf die Suche nach dem Tarp. Doch auch dieses Mal können wir es nicht finden. Wir geben uns geschlagen, obwohl ich insgeheim immer noch hoffe es irgendwo neben dem Weg zu finden.

Ausblick von Vasto aufs Meer
So schnell werden wir nicht mehr hierher kommen: Das letzte Mal den Ausblick von Vasto genießen

Nach fast 2 Stunden Fußmarsch, entscheiden wir uns, nach San Salvo zu gehen, um dort etwas Essbares zu holen. Die Ortschaft befindet sich landeinwĂ€rts und es dauert eine weitere gute Stunde bis Tobi und ich endlich in einer Bar vor einem StĂŒck Pizza sitzen (Props gehen raus!).

Wir kommen ins GesprĂ€ch mit einer Frau; um genauer zu sein mit Teresa. Sie findet unsere Reise unglaublich toll und besteht darauf namentlich erwĂ€hnt zu werden, sollten wir mal ein Buch darĂŒber veröffentlichen (das hier ist zwar kein Buch, aber immerhin eine schriftliche Dokumentation) xD

Je mehr Tobi und ich ihr von unseren Erlebnissen erzĂ€hlen, umso grĂ¶ĂŸer wird ihre Begeisterung. Bevor wir uns verabschieden, gibt Teresa uns sogar noch 5€ und wĂŒnscht uns das allerbeste. Das können wir nur zurĂŒckgeben 🙂

Bei einem Fremden zu Hause duschen?

Heute scheinen wir mehrere nette Bekanntschaften machen zu dĂŒrfen: Nach unserer Erkundungstour im Zentrum können wir heute zum 2. Mal einen Menschen von unserer Reise begeistern.

Der Ă€ltere Herr hat uns angesprochen, weil hier wohl nicht so oft Reisende vorbeikommen. Mit den riesigen RucksĂ€cken fallen Tobi und ich in der kleinen Ortschaft wahrscheinlich ziemlich auf. Er bietet uns an, dass wir morgen zusammen bei ihm frĂŒhstĂŒcken. Wenn Tobi und ich wollen, können wir auch seine Dusche benĂŒtzen.

Wir glauben nicht richtig gehört zu haben: Nach 10 Minuten GesprĂ€ch lĂ€dt er uns wirklich zu sich ein? Sowas sind wir Menschen vom distanzierten Norden nicht gewohnt… Wir haben ein gutes GefĂŒhl bei dem Herrn, also sagen wir natĂŒrlich zu. Mal schauen wie das morgen so wird 🙂

Beim Schlafplatz wird’s heute wild…

Leider ist uns das Wetter nicht so wohlgesinnt; es nieselt. Tobi und ich hatten vor auf einer Wiese zu schlafen, doch das wird jetzt wohl nichts. Die einzige Möglichkeit scheint der Asphalt zu sein.

Hinter einem Gitter, auf einem halb abgesperrten StraßenstĂŒck breiten wir also unser Lager aus. Immer wieder kommen ein paar Leute mit ihren Hunden vorbei, aber egal. Tobi schlĂ€ft sowieso schon; ihm geht es nicht gut. Meine Taktik ist: Ohrstöpsel rein. So bin auch ich schnell im Land der TrĂ€ume.

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