schlafen beim Ätna
Kommentare 0

14.-16. Oktober: Wildcampen unterhalb vom Ätna-Ob das eine gute Idee ist?

Dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen war für Maggie die erste Nacht die Hölle. Ich hoffe, dass sie sich in den nächsten Wochen daran gewöhnen kann ohne Matratze zu schlafen. Denn ohne erholsamen Schlaf sehe ich schwarz für sie tagsüber mit 15kg auf dem Rücken von A nach B zu marschieren.

Wahrscheinlich trägt aber auch die Hitze und die ungewohnt hohe Belastung auf dem Rücken dazu bei, dass wir schon nach dem Trampen nach Acireale eine Pause einlegen müssen: Mäggie kann nicht mehr.

Weiter zu trampen macht so keinen Sinn, also beschließen wir kurzerhand den restlichen Tag nur mehr am Strand zu verbringen.

Leider hat uns kein wunderschöner Sandstrand, sondern viel mehr ein kleiner Hafen erwartet. Aber immerhin gibt es eine Trinkwasserstelle!

15. Oktober: Die Rundtour kann beginnen

Nach einem wunderbaren Sonnenaufgang kann es heute auch schon losgehen: Auf zur Hauptstraße!

Meine Euphorie hält sich aber auch nur solange, bis ich den Weg nicht mehr nur auf Google Maps, sondern in Wirklichkeit sehe: Im Zick-Zack Muster geht es steil bergauf; das Ende ist gar nicht in Sicht!

Na, Prost, Mahlzeit! Das kann noch anstrengend werden!

Bei der Aussicht kann man gar nicht lange meckern, oder?

Nach einer halben Stunde erreichen wir schließlich die Hauptstraße; von dort geht es auch relativ zügig weiter nach Santa Valerina.
Dir wird der Name dieser Ortschaft wahrscheinlich nicht viel sagen, für uns ist aber eine große Etappe erreicht: Wenn wir es schaffen, werden wir morgen von hier bis zur Talstation vom Ätna trampen und von dort unsere Rundtour antreten!

Auf der Route Via Mareneve gibt es nämlich immer wieder Schutzhütten, in denen man kostenlos übernachten kann. Natürlich sind das im Bezug auf die Ausstattung keine Hotels, aber hey: Wir haben dort einen Kamin und können Feuer machen!

Hoffentlich klappt das…

Zuerst müssen wir aber mal einkaufen gehen. Mit dem restlichen Geld holen Mäggie, Tobi und ich Reis, Nudeln, Couscous, Zwiebeln und ein paar andere Sachen, die sich gut transportieren lassen. Doch allzu viel können wir auch nicht besorgen, weil unsere Rucksäcke so schon schwer genug sind.

Mit dem Zeug machen wir uns schließlich auf die Suche nach einem Schlafplatz; uhrzeittechnisch hätten wir noch genug Spielraum, aber die dunklen Wolken am Himmel lassen auf Regen schließen. Und bevor der komplette Boden nass ist, würden wir gerne unser Lager aufgebaut haben.

Da keiner von uns Bock hat noch länger umherzulatschen, geben wir uns mit dem Platz vor uns zufrieden (auch wenn dieser der wahrscheinlich steinigste Untergrund ist, auf dem wir je geschlafen haben und überall nur Büsche sind).

Irgendwann haben Tobi und ich es dann doch geschafft, die Plane so zu befestigen, dass wir darunter schlafen können. „Wir können nur hoffen, dass kein starker Wind kommt und dieser uns das ganze Teil von den Büschen reißt…“, befürchte ich. „Ja optimalerweise regnet es die ganze Nacht nicht und wir brauchen gar nicht da drunter zu kriechen…“, erwidert Tobi.

Mal sehen…

Ein Zelt wie Mäggie zu haben wäre in solchen Situationen wesentlich praktischer

16. Oktober: Ätna, wir kommen!

Es geht looooos!!!!

Zum Glück haben sich unsere Hoffnungen erfüllt und wir sind nachts vom Regen verschont geblieben. So müssen wir nicht erst unsere ganzen Sachen trocknen, sondern können uns sofort aufmachen zum Trampen.

Bis zum nächsten Dorf Zafferana klappt das auch ganz gut, doch als wir nach dem Mittagessen weiter autostoppen wollen, lässt der Erfolg auf sich warten. Wahrscheinlich liegt das daran, dass wir uns nicht gerade die beste Uhrzeit ausgesucht haben.

Als Mäggie, Tobi und ich uns schon längst an den Straßenrand gesetzt haben, hält schließlich ein Auto.

Ein Wunder!

Wie von einer Tarantel gestochen, springen wir hoch. Das gibt’s doch nicht! Hat der Mann jetzt echt wegen uns gehalten? Tatsächlich lehnt sich der Fahrer aus dem Fenster, um zu fragen wohin wir müssen.„Zum Ätna.“ „Wartet 2 Minuten, ok?“

Natürlich laufen wir nicht davon, sondern bleiben hier gespannt stehen: Was jetzt wohl kommt?

Anscheinend wohnt der Mann hier; nach 10 Minuten kommt er wieder: „Sorry, ich musste nur schnell die Kindersitze raus tun. Also wenn ihr möchtet kann ich euch bis zur Hälfte der Strecke bringen.“

Diese Freundlichkeit ❤

Während der Fahrt gibt er uns alle möglichen Tipps zur bevorstehenden Rundtour. Es fühlt sich fast so an, als würden wir seine Kinder sein, denen er all sein Wissen und seine Erfahrungen mitgeben möchte, damit sie es leichter haben.

Obwohl ich auf dieser Reise diese Hilfsbereitschaft schon öfters erlebt habe, bin ich doch wieder überwältigt davon. Krass, dass er sich einfach mal Zeit nimmt, um uns hierher zu bringen, obwohl der Ort gar nicht auf seiner Strecke liegt!

Am Ende tauschen wir natürlich unsere Nummern aus; vielleicht ist er ja mal in unser Heimat unterwegs und wir können uns revanchieren?

Werbung, unbezahlt

WIE HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN?
[Abstimmungen: 0 Durchschnitt: 0]

Schreibe eine Antwort